Auf dem Yoga-Sektor zeichnet sich ein neuer Modetrend ab. Nach dem körperbetonten Hatha-Yoga, dem Energien freisetzenden Kundalini-Yoga und dem vornehmlich in Wellness-Tempeln und Fitnesscentern praktizierten Power-Yoga erobert jetzt eine neue Yoga-Form unseren Kontinent: Schlampen-Yoga.
Wer Schlampen-Yoga noch nicht kennt: Die oftmals auch als Party-Yoga bezeichneten geistigen und körperlicher Übungen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Geist und Mageninhalt in Einklang bringen soll.
Schlampen-Yoga wird oftmals in Gastronomiebetrieben westlicher Prägung innerhalb von bevorzugt am Wochenende abgehaltenen Tanzveranstaltungen praktiziert. Ein Instruktor (Branchenjargon: DJ) besorgt das Vorprogramm indem er mittels verschiedenster Tonträger und über ein aufwändiges Lautsprechersystem den Übungsraum mit synthetisch produzierten und stark rhythmusorientierten Tonfolgen beschallt. Dabei ist er in der Lage, die Meditationsmusik mittels verschiedener technischer Effekte zu variieren und so das Meditationsprogramm abwechslungsreich zu gestalten.
Durch die Einnahme von mit Rauschmitteln versetzten süßen Brausen geraten die Teilnehmer des Schlampen-Yoga in einen Trance-ähnlichen Zustand, der sie auf die körperlich anspruchsvollen Übungen vorbereitet. Auf dem Weg der Selbstvervollkommnung nehmen sie dann meist intuitiv ihre Lieblings-Stellung ein, und verharren in dieser für mehrere Stunden. Oftmals wird eine innerliche Mobilisierung der Schlacken bewirkt, was sich durch die schwallartige Entleerung des Mageninhaltes entgegen der natürlichen Richtung durch die Speiseröhre und den Mund bemerkbar macht. (Geübte Schlampen-Yoga-Ausführende halten dazu nur kurz inne, um dann ihr Yoga-Programm in unveränderter Intensität fortzusetzen.)
Achtung: Nur ein passender Meditationsstuhl sorgt für eine korrekte Anwendung der das Bewusstsein erweiternden Meditationstechnik und ermöglicht eine tiefenentspannte und muskelrelaxierte Haltung.
Die Schlampen-Yoga-Praktizierende nimmt dazu die im Bildbeispiel aufgezeigte Körperhaltung ein, die nicht ohne Grund nach dem chinesischen Besenstiel-Waran benannt wurde. Die Arme liegen am Körper, der durch die Haare gebildete Vorhang sorgt für eine Abschirmung von störenden visuellen Reizen.
Die Übung wird im Allgemeinen als ausgesprochen meditativ empfunden, oft entsteht bei der Übenden jedoch der Reiz, auf oralem Wege vormals innere Körperinhalte in flüssiger Form nach Außen geben zu wollen. Diesem Impuls sollte unbedingt nachgegangen werden: Lassen Sie Ihre Wasser-Energie nach oben steigen und fühlen Sie sich wie eine sanft sprudelnde oder eruptive Fontäne…



