Immer mehr Kinder in Deutschland tyrannisieren ihre Erziehungsberechtigten durch ihr fortgesetzt renitentes Verhalten. Während die Eltern ihre letzten Ersparnisse aufbringen, um die “lieben Kleinen” optimal zu fördern, verweigern diese oftmals die kleinsten Dienste. So gibt es in Deutschland kaum noch Kinder, die im Haushalt mithelfen, die Kohlen aus dem Keller holen oder den Garten umgraben.
Selbst das Taschengeld, das wir uns früher immer selbst verdienen mussten (Landkinder z.B. bei der Rübenernte, Stadtkinder z.B. durch Botengänge), wird heutzutage meist ohne jede Gegenleistung ausgezahlt. Der Dank dafür sind meist unverschämte Forderungen nach immer ausgefeilterer Unterhaltungselektronik und das Wohnzimmer blockierenden Telespielgerätschaften.
Die Pädagogen in Deutschlands Erziehungsanstalten stellen zudem bei Deutschlands Nachwuchs einen stetig größer werdenden Mangel an geistiger Befähigung fest. Das Wort von der Bildungsmisere macht die Runde und im europäischen PISA-Test belegen wir regelmäßig einen der hintersten Plätze.
Gedeckt von Diagnosen willfähriger Ärzte, die Krankheiten wie ADS / ADSH diagnostizieren, treten die Kinder meist unverschämt auf und widersetzen sich jeglicher Autorität. Schließlich haben Sie mit ihrem “Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom” die perfekte Ausrede für ihr zumeist flegelhaftes Verhalten.
Doch jetzt gibt es endlich ein Heilmittel für derartige Sorgenfälle: Reiki für Kinder! Bei dem mit “Hand auflegen” nur unzureichend übersetztem Reiki für Kinder, führt ein Erwachsener in einer ruckartigen Vorwärtsbewegung die Hand zur Wange des Erkrankten bis es zur Berührung kommt.
Die Übung ist sauber durchgeführt worden, wenn ein deutliches Klatschgeräusch entsteht, und es beim Patient in Folge eines Energieabflusses zu einer spontanen Absonderung von Tränenflüssigkeit kommt. Bereits wenige derartige Behandlungen reichen, um eine spürbare Verhaltensänderung zu bewirken.

PS: Natürlich schreibt das Handelsblatt hier Bullshit, denn die amerikanische Wikipedia berichtet über die Entstehung dieser Bingoform wie folgt: “Buzzword Bingo was invented in 1993 by Silicon Graphics Principal Scientist Tom Davis, in collaboration with Seth Katz.”
Heute habe ich meinen Jüngern und Jüngerinen auf Facebook angeboten, mir eine beliebige Frage zur Beantwortung vorzulegen. Hier die aufschlussreichen Ergebnisse der energetischen Fragerunde.
(Und wer mich live auf Facebook erleben will, möge bitte meine Facebookseite aufrufen und mir eine Freundschaftsanfrage senden.)
Und so geht´s: Bei Fällen von Morbus Guttenberg, akutem Schavanismus oder chronischer Infektion mit Chatzimarkakis- und Koch-Mehrin-Erregern auf das Auftauchen der aufgeführten Sätze warten und von der Liste streichen. Bei einer gefüllten Reihe aufstehen und “Bullshit” rufen. (Gerne auch schon früher…)
Das Bullshit-Bingo “Elternabend” hat eine ungeahnte Resonanz ausgelöst, und ich habe zahlreiche Vorschläge, Ideen und Anregungen für eine weitere Ausgabe erhalten. Deshalb hier nun “Bullshit-Bingo Elternabend 2″.
Dank an Tamer Celen, Martin D Wind, Martina Maus, Julia Wöhrle, Daniela Kessner, Jörg Arnold, Sean Crusca, Holger Peifer, Muetterberatung, Bettina Schipping, Sonja Graus, Bibi Reinert, Brigitte Thielen, Antonio De Mitri
Und so geht´s: Am dritten Oktober eines jeden Jahres auf das Auftauchen obiger Formulierungen warten und diese von der Liste streichen. Bei einer vollständig gefüllten Reihe, Spalte oder Diagonale aufstehen und laut und vernehmlich “Bullshit” rufen. (Weitergabe der Bildtafel in Ost- und Westrichtung erlaubt.)
Hier das geheime Protokoll, das Bettina Wulff während des Gesprächs mit ihrer Ghostwriterin Nicole Maibaum für das Buch “Jenseits des Protokolls” angefertigt hat und das uns von einem anonymen Zusender zugespielt wurde.
Endlich kann´s losgehen: Mit der Ghostwriterin Nicole Maibaum und einer Kiste Prosecco eingeschlossen. Gleich zu Beginn auf das Vorhaben angestoßen und der Dame erklärt, dass ich nicht die Frau bin, die Öffentlichkeit sucht. Gut, wäre das schon mal klar gestellt!
Im ersten Kapitel wollen wir die Auswirkungen der beispiellosen Medienhetze schildern. Bin immer noch wütend auf die Medien und ihr schäbiges Verhalten. Auch mein achtjähriger Sohn Leander, der mit seinem iPad regelmäßig durchs Internet surft und die Berichterstattung verfolgt, ist schwer verstört.
Ghostwriterin bestätigt: Ist ne Riesensauerei. Die Welt muss alles erfahren, und zwar in allen Einzelheiten. Wir stoßen an. Prösterchen!
Doch zunächst zu einem weitaus wichtigeren Thema, vielleicht sogar dem wichtigsten: Männer! Frau Maibaum leert ihr Glas und rutscht ein Stück näher; merke wir sind auf einer Wellenlänge… Während ich ihr von meinen Männersachen erzähle, gleitet ihr Füllfederhalter in einem Wahnsinnstempo und schneller als ich Interviews wieder zurückziehen kann, übers Papier.
Wichtig ist mir darauf hinzuweisen, dass ich bei Männern kein festes Beuteschema habe. Weder bei Tom, dem Rettungsschwimmer noch bei Achim dem Besitzer des Fitnessstudios!
Stoße mit Nicole, der ich inzwischen das Du angeboten habe, mit einem Gläschen Prosecco an und schon geht alles viel leichter von der Hand. Lachend stellen wir die Namensähnlichkeit zu meinem Mann Christian Wulff fest, denn der hat ja auch “Nie Kohle”…
Abgesehen davon ist Nicole ein echter Glücksgriff und ein literarisches Talent zugleich: Aus meinem “sah toll aus“, macht sie ein “wartete er nicht mit dem schlechtesten aller Bodys auf“, aus meinem “mochte ihn sofort” ein “ziemlich schnell schwerstverliebt“. Ist schon klasse dieselbe Ghostwriterin wie Veronica Ferres zu haben!
Langsam wird die Zeit knapp, hab in ner halben Stunde nen Termin beim Tattoostudio und dabei will ich doch Nicole alles über mein Leben erzählen. Nicole meint, das reicht völlig aus und ich soll mich nicht hetzen…
Fange mit dem Job als Pressereferentin für nen bedeutenden Gummihersteller an (Also echte Gummisachen. Nicht, was Ihr wieder denkt…), dessen Namen ich aus alter Verbundenheit und Berufsethos immer mal wieder einstreue. Christian Wulff habe ich auf einem Auslandstermin in Südafrika kennengelernt als ich dort PR für die Gummibude gemacht habe. Nicole meint, das könne man so nicht stehen lassen und macht daraus “als ich das soziale Engagement des Konzerns im Hinblick auf finanzielle Unterstützung beim Erwerb von Wohneigentum und Angeboten zur Vermögensbildung ebenso wie die gesundheitliche Aufklärung und HIV-Prävention vorgestellt habe“.
Habe Christian Wulff damals nicht als potenziellen Partner wahrgenommen. Er war verheiratet und damit für mich so etwas wie tabu. Deshalb fanden unsere ersten Treffen in Deutschland nur heimlich in meiner Wohnung statt. Doch irgendwann war das vorbei und wir endlich auch offiziell ein Paar!
Nach Heirat und neuem Kind war klar: Wir brauchen ein neues Haus. Erstmal Nicole erklärt, dass man mit den 13.500 Euro eines Ministerpräsidenten wahrlich keine großen Sprünge machen kann und wir uns deshalb mit einem Haus begnügen mussten, dass 415.000 Euro kostete und das wir zudem für 90.000 Euro renovieren mussten!
Nicole findet das auch ziemlich schlimm und als ich ihr von den aufwändigen Umbauarbeiten zur Sicherung gegen terroristische Anschläge und die daraus resultierenden Unannehmlichkeiten (Schmutz, Baulärm etc.) erzähle, kommen ihr die Tränen, die wir jedoch mit einem weiteren Gläschen Prosecco wegspülen.
Endlich berichte ich ihr von dem Anruf von Angela Merkel, die meinen Christian zu ihrem persönlichen Bundespräsidenten auserwählt hatte. Ich sollte damit die jüngste First Lady des Landes werden!
Keiner macht sich einen Begriff davon wie anstrengend das Leben als Bundespräsidentengattin für mich war. Teilweise musste ich früh aufstehen. Teilweise musste ich die Kinder wegorganisieren und/oder abholen, weil ein Kindermädchen oder das Aupair krank waren. Ein schier unerträglicher Stress, den bislang nur wenige Menschen Deutschlands erleiden mussten!
In Berlin wurde alles noch furchtbarer, denn ich musste als Frau des Bundespräsidenten jeden Tag ab 9.30 Uhr wohltätigen Dingen nachgehen. Vier Tage die Woche und das unbezahlt. (Habe mir von Christian daher monatlich das Gehalt zahlen lassen, dass meinen Bezügen als PR-Tante entsprach).
Erzähle Nicole von Angela Merkel. Ganz der Schreibprofi bringt sie meine Worte auf den Punkt: “Angela Merkel ist für mich eine wahnsinnig beeindruckende, straighte Frau. Ich finde, sie strahlt so eine ganz eigene Coolness aus, die ich an ihr bewundere.” Will mir die Sätze fürs erste Interview einprägen. Will aber auch noch unbedingt etwas über meine Einstellung zu Freunden, Freundschaft und sonstwas allem erzählen.
Wieder zahlt es sich aus, dass ich mit Nicole einen literarischen Könner an meiner Seite habe: Meine öde und langweiligen Geschichten über meine öden und langweiligen Freundinnen gießt sie in passende Worte, vergisst dabei aber nie, meine öde und langweilige Art mitzutransportieren.
Danach soll ich was über Promis erzählen und mir fällt als erstes ein: “Es war spannend, aufregend und interessant und ich bin sehr dankbar, dies alles erlebt haben zu dürfen.” Außerdem erkläre ich Nicole, dass eine Michelle Obama nicht meine Freundin Silke ist und man ganz schön aufgeregt ist bei einer solchen Begegnung. Nicole meint, Einzelheiten wie diese seien es, die ein Buch lesenswert machen würden.
Deswegen wollen wir auch ein eigens Kapitel über mein Tattoo bringen. Es soll “Das Tattoo” heißen! (Also nicht das Tattoo, sondern das Kapitel…). Und es soll mindestens genau so lang sein wie das Kapitel über meine Begegnungen mit internationalen PolitikerInnen und meine Arbeit als First Lady, denn dieses Thema ist mir neben meiner Arbeit für humanitäre Hilfsprojekte sehr wichtig.
Nicole widerum ist es wichtig, meine Bescheidenheit herauszustellen und wie unwichtig mir Fragen zu Gardorbe und Klamotten sind und deshalb notiert sie “Ich bin keine der Frauen mit einem überquellenden Schuhschrank. Ich denke, ich besitze so an die 40 Paar.”
In einem weiteren Kapitel will ich schildern wie schlimm es war, dass Christian total mit dem Amt beschäftigt war, was er heute auch zugeben muss und es bereut.
Und dann soll auch nochmal mein Charity-Engagement angesprochen werden, das mich sehr beansprucht hat. Teilweise waren es 15 bis 20 Briefe pro Woche, die meine Mitarbeiterin abarbeiten musste!
Ein weiteres Anliegen sind mir unsere Kinder, die teilweise weinten als wir umziehen mussten. Ihr Schutz ist mir das Wichtigste und ich finde es schlimm, dass sie so oft mit der Tätigkeit meines Mannes in Verbindung gebracht wurden. Deshalb will ich noch ganz ganz viel von ihnen erzählen. Und von ihrer veränderten Sichtweise auf die mediale Berichterstattung und mit welcher Skepsis sie mittlerweile in Zeitungen blättern. Und viele weitere Sachen über sie.
Doch zunächst will ich mich in einem eigenen Kapitel “Vorwürfe” zu den Vorwürfen äußern und weil mir dies ein echtes Anliegen ist, feststellen, dass ich mich zu den Vorwürfen nicht äüßern werde. Und ich werde erklären, dass wir uns nicht rechtfertigen müssen, nur weil wir viele Sachen in bar und ohne Quittung bezahlt haben. Und es mich einfach nur anwidert, wenn einem immer nur Habgier unterstellt wird.
Wichtig ist mir auch, etwas zur BILD-Zeitung zu sagen, die ich am Frühstückstisch immer als Erstes gelesen habe, denn “Die Bild schreibt nicht drum herum. Alles ist kurz, knapp und mitunter sogar unterhaltsam notiert.” Ich mag auch keine keine Journalisten, die verächtlich die Nase über die Bild rümpfen oder gar leugnen, sie zu lesen. Ich habe ein pragmatisches Verhältnis zu der Zeitung. Vorher und nachher. Trotzdem würde ich Kai Diekmann am liebsten vor Hass vors Schienbein treten. Ach, ich weiß auch nicht, was ich da alles rede. Nicole wird es bestimmt irgendwie zusammenfassen, dass es einerseits kritisch wirkt und andererseits die Tür zu den Springer-Blättern nicht zuschmeißt.
Schließlich ist anzumerken, dass ich in der Zeit des sich nähernden Rücktritts permanent die Jungs wegorganisieren und die Kinderfrau Überstunden machen musste, um für die beiden da zu sein und diese Presseleute wirklich schlimm sind.
Zum Ende des Buchs hin wünsche ich mir eine Art literarischen Befreiungsschlag von meinem Mann Christian. Alle Welt und er sollen wissen, dass ab jetzt meine Zeit läuft und gemacht wird, was ICH sage. Ich habe ihm das bereits verständlich gemacht und er ist sich seiner Schuld bewusst und will sich bessern.
Ghostwriterin Nicole ist nach den vierzehnten Prosecco mittlerweile eingeschlafen. Wenn sie wieder aufwacht, werde ich ihr sagen, dass das Buch sowohl eine klare Abgrenzung zu Christian Wulff sein als auch meine ungebrochene Solidarität zeigen soll. Dass wir uns eigentlich nichts vorzuwerfen haben, ich schon gar nicht, und dass ich mir für das Ende einen kämpferischen Satz wünsche wie “Ich gehe in die Offensive und das tue ich nicht allein nur für mich und mein Ansehen. Ich mache dies auch für meine Familie und meine Freunde. Für meinen Mann, meine Eltern, meinen Bruder und vor allem für meine beiden Söhne.”
Jawoll, aber jetzt lege ich mich erstmal hin, der Prosecco macht wirklich müde. Die leeren Flaschen kann Christian nachher zum Altglas fahren…



















