Schon lange haben wir von einer Kooperation von Sheng Fui und dem ältesten Nachrichtenmagazins im Internet “Der Postillon” (Ehrliche Nachrichten – unabhängig, schnell, seit 1845) geträumt. Mit dem bekannten Presseorgan zu einer Übereinkunft wegen der Produktion für eine Sheng-Fui-Sonderausgabe zu kommen, ist jedoch kein einfaches Unterfangen und erfordert viel Beharrungsvermögen auf beiden Seiten.

So folgte der zunächst raschen Zusage des Postillon-Eigentümers Stefan Sichermann ein langwieriger und zäher Verhandlungsmarathon. Der reiche, aber dennoch stets bescheiden auftretende Verlagserbe musste auf einer Betriebsversammlung zunächst die Zustimmung aller Beteiligten wie Chefredaktion, Redaktion, Herausgeber, Administrator, Sekretärin und Praktikant (alles in Personalunion Stefan Sichermann) einholen, ehe man sich an die Gestaltung des mehrseitigen und mit raffinierten juristischen Fallen gespickten Vertragswerks machen konnte.

Jetzt ist es jedoch geschafft und die Sonderausgabe des Sheng-Fui-Postillons liegt frisch gedruckt auf meinem Schreibtisch und erscheint pixelfrisch auf Ihren Bildschirmen. Viel Spaß beim Lesen!

Disclaimer: Ich bin jahrzentelanger Leser und Abonnent des Postillons, der von vielen als eine der besten Satireseiten im Netz bezeichnet wird. So oder so sollte die Publikation, die auch Pflichtblatt an allen deutschen Wertpapierbörsen ist und an vielen Ein- und Ausbildungseinrichtungen zur Lektüre ausliegt, zur unverzichtbaren Lektüre eines jeden Staatsbürgers gehören!

Der Postillon ist mittlerweile nicht nur im Internet, sondern auch auf Facebook, Google plus und Twitter vertreten. Mit dem Newsticker unterhält er einen einzigartigen Kurznachrichtendienst, dessen Meldungen mittlerweile von vielen renommierten Nachrichtenagenturen übernommen werden.

Bissiger Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Im Anschluss an seinen jährlichen Nepal-Besuch hält sich Johannis nun in Neuseeland auf und berichtet nahezu exklusiv für uns in einer vielleicht mehrteiligen Serie über seine Eindrücke.

Häusliches

Nachdem ich neulich den ersten von drei vereinbarten Beiträgen abgeliefert habe, kam eine bitterböse Mail von Lorenz Meyer. Darin wies er wenig subtil darauf hin, dass die Veröffentlichung des mich kompromittierenden Bildmaterials unmittelbar bevorstünde, wenn ich meinen aggressiven Konfrontationskurs nicht sofort und unwiderruflich verließe.

Außerdem enthielt die Mail langatmige Nörgeleien über den eingereichten Beitrag, der insgesamt nur ein müder Abklatsch meines damals doch recht unterhaltsamen Textes zum Verkehrsgeschehen in Nepal sei. Langweilig, viel zu textlastig und insgesamt enttäuschend, so lässt sich die Kritik des Meisters zusammenfassen. (Wobei ich den Vorwurf der Textlastigkeit nicht recht verstehe, hat Meyer doch einen Großteil der ihm übersandten Fotos stillschweigend unter den Tisch fallen lassen.) Nur weil Weihnachten und er ein spiritueller Mensch sei, würde er mir eine zweite Chance geben. Ich möge mich doch bitte hurtigst zusammenreißen und zur Abwechslung mal über Dinge schreiben, die seine Leser auch interessierten. Zum Beispiel für die Frage, wie die Neuseeländer eigentlich leben. Okay boss, I got the message.

Die Neuseeländer leben eigentlich genau wie wir, nur anders. Einen Großteil des Tages und fast die ganze Nacht verbringen sie, wenn man von Goldsuchern, Schaf- und Rinderfarmern, Fischern und Forstarbeitern mal absieht, in geschlossenen Räumen. Diese befinden sich üblicherweise in Häusern. Wie man auf den übermittelten Fotos ohne Schwierigkeit erkennen kann, haben Häuser auch in Neuseeland fast immer Dach und Wände mit darin eingelassenen transparenten Aussparungen, die das Tageslicht rein und neugierige Blicke rauslassen sollen. Nicht umgekehrt. Wände sind übrigens meistens aus Holz, Dächer überwiegend aus Wellblech. Wer kein Haus hat, wohnt in einem alten Bus, Wohnwagen oder Eisenbahnwaggon.

So, das waren jetzt gut 250 Worte mit relativ hohem Informations- und Wahrheitsgehalt. Trotzdem befürchte ich, dass Lorenz Meyer damit nicht zufrieden sein und nur allzu bald die für mich äußerst peinlichen Fotos an die Öffentlichkeit geben wird. Ich muss mir also noch ein paar Absätze aus den wunden Fingern saugen, wenn ich mein Gesicht und den tadellosen Ruf wahren will, der bisher mit meinem Namen verbunden ist. Nun denn. Auffällig ist, dass der Durchschnittsneuseeländer einen Hang zum Messie hat. Wer nicht wenigstens ein altes Auto auf seinem Grundstück vergammeln lässt, ist entweder erst kürzlich eingewandert oder hat deutsche Vorfahren. Auch Häuser findet man in den verschiedensten Graden der Verwahrlosung, was zwar manchmal beklagenswert wirkt, bei näherem Hinsehen aber durchaus attraktiv ist. Zumindest, wenn man eine morbide Ader hat und melancholische Stimmungen genießen kann.

Nachstehend findet die geneigte Leserschaft – sofern Herr Meyer ihnen diese Preziosen nicht wieder vorenthält – eine repräsentative Auswahl von zehn neuseeländischen Domizilen in verschiedenen Preis- und Altersklassen in diversen Stadien der Verkommenheit. Aufgelockert wird diese Galerie durch Close-Ups von Wänden, das Bildnis eines Hermiten namens Stewart, bewohnte und unbewohnte Fahrzeuge, sowie Fotos der durch ein schweres Erdbeben beschädigten katholischen St. Johannis-Kirche auf der Banks Peninsula nahe Christchurch. Interessanterweise ist dort ausgerechnet das auf dem First verankerte steinerne Christuskreuz herabgestürzt und hat, nochmals ausgerechnet, den Eingangsbereich des Gotteshauses zerstört, sodass in Little River auch vier Monate nach dem Beben keine Andacht stattfinden kann. Was will Gott uns damit wohl sagen?

Ergänzt habe ich noch den Beweis, dass nicht jedes verlassene Haus auch unbewohnt sein muss und sogar die netten Neuseeländer echte Mistkerle sein können, denn bei näherer Inspektion von Haus Nr. 9 musste ich feststellen, dass dort im Wohnzimmer ein wirklich armes Schwein sein jämmerliches Dasein fristete. Knöcheltief in der eigenen Scheiße und mutterseelenallein in einer verlassenen Bruchbude vor sich hin vegetieren, dass sollte man dem Besitzer von Haus und Schwein mal für einige Wochen als bewusstseinserweiternde Erfahrung angedeihen lassen. Nebenbei erwähnt, Haus und Gründstück sind zu verkaufen.

So, das muss für diese Woche reichen. Ich habe meine Pflicht getan und hoffe, dass der geneigten Leserschaft dadurch Aspekte des neuseeländischen Alltags erschossen wurden, die nicht in jedem Merian-Heft verbraten werden. Bis demnächst, oder wie man hier sagen würde – have a good one.

Die Neuseelandreihe von Johannis Jappen im Überblick:

Neues aus Neuseeland (1): Zu Gast bei den Antipoden
Neues aus Neuseeland (2): Häusliches
Neues aus Neuseeland (3): Kommunikationsfreude

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Bissiger Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Im Anschluss an seinen jährlichen Nepal-Besuch hält sich Johannis nun in Neuseeland auf und berichtet nahezu exklusiv für uns in einer vielleicht mehrteiligen Serie über seine Eindrücke.

Otto und Helga Normalverbraucher denken ja gemeinhin, dass Schriftsteller und solche, die sich dafür halten, ungemein interessante und angenehme Zeitgenossen sind, voller Humor und Geistesreichtum, die untereinander freundlichen Umgang und regen Austausch pflegen und zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Das ist natürlich Quark, oder Bullshit, wie man hier unten sagen würde. Jeder Schreiberling kämpft mit Haken und Ösen um Leser und Honorare, kein Schriftsteller gönnt einem anderen auch nur das Schwarze unterm Fingernagel. Tut mir leid, aber so ist es eben.

Ich verbreite mich hier nicht etwa, weil ich an unheilbarem Schreibzwang leide oder um dem Betreiber dieser Website einen Gefallen zu tun. Eher im Gegenteil. Aus Gründen, die ich keinesfalls erläutern möchte, hat Lorenz Meyer mich in der Hand und presst mir gelegentlich ein paar kostenlose Beiträge ab, um das recht einseitige Angebot seiner Webseite etwas interessanter zu gestalten. Vor zwei Jahren erging es mir ähnlich und ich musste während einer Nepalreise vier ellenlange und aufwendig bebilderte Beiträge 1 2 3 4 abliefern, die hier zwar ein erfreuliches Echo fanden, für die ich aber außer ein paar Sticheleien und den üblichen Boshaftigkeiten nichts von ihm bekam. Nun ist es mal wieder so weit – er hat mich am Kanthaken und ich schreibe wieder umsonst und gratis.

Ihr fragt euch, ob sich Lorenz Meyer diese unfroh-despektierliche Einleitung einfach so gefallen lassen wird? Nichts könnte mir schnurzer sein, von mir aus kann er sich derart aufregen, dass seine Magengeschwüre platzen und er innerlich verblutet. Wenigstens wäre ich dann endlich frei und müsste nicht länger als gesichtsloser Schreibsklave nach seiner Pfeife tanzen.

Auf meiner eigenen Internetplattform habe ich mich bereits ad nauseam darüber verbreitet, dass ich seit Mitte November in Neuseeland bin und das Land in einem japanischen Kombi bereise, der mir vielfach auch als Nachtlager dient. Wer zuviel Tagesfreizeit und absolut nichts Besseres zu tun hat, kann meine peinlich-schwärmerischen Berichte dort nachlesen (1 2 3 4 5 6).

Als Meyers Drohungen kürzlich immer wüstere Formen annahmen und seine Forderung nach kurzweiligen Texten kaum noch zu ignorieren war, überlegte ich, wie ich mir diese lästigen Aufgabe möglichst einfach vom Hals schaffen könnte. Speziell im Urlaub erledige ich unangenehme Dinge meist schludrig, und bin fest entschlossen, an diesem Muster eisern festzuhalten. Folglich kupfere ich frech bei mir selber ab und serviere euch ein lieblos zusammengerührtes Menü, ähnlich wie ich es vor zwei Jahren in Nepal kreierte.

Verkehr interessiert fast alle Menschen, viele haben sogar Verkehr oder nehmen irgendwie daran teil. Der Beitrag „Verkehrsdurchsage“, den ich Lorenz Meyer im November 2008 aus Kathmandu schickte, fand erstaunlich viel Anklang und wurde später sogar irgendwo abgedruckt. Also geht es heute um Verkehr in Neuseeland, wobei ich mich strikt auf Geschehnisse beschränken werde, die auf den Straßen stattfinden. Kernaussage: Neuseeländer fahren genau wie die Nepalesen, nur anders. Punkt.

Gern würde ich es bei diesem Statement belassen, befürchte aber, dass damit der Meyersche Bogen geringfügig überspannt würde. Deshalb liefere ich noch ein paar halbherzige Ergänzungen nach und hübsche das Ganze mit eher langweiligen Fotos auf. Also los.

Wie jeder weiß, verteilt sich Neuseeland auf verschiedene kleine und zwei große Inseln. Weil das Land schlampig konstruiert und insgesamt ziemlich unaufgeräumt ist, gibt es kaum ebene Flächen, keine geraden Linien und oftmals stürzen sich üppig begrünte Bergflanken direkt in eins der angrenzenden Meere hinab.

Das und die seltsame Eigenart der neuseeländischen Straßenbaubehörden, die Trassen der Landschaft anzupassen, statt es wie in Deutschland umgekehrt zu tun, führt zu extrem kurviger Streckenführung. Das am häufigsten anzutreffende Straßenschild zeigt daher ein aufwärts strebendes Spermium in Kombination mit einer Kilometerangabe. Dieses leicht verunglückte Piktogramm warnt allgegenwärtig vor Kurven, nicht etwa vor ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Einerseits ist die Gurkerei durch meist subtropisch-sattgrüne Gegenden recht nett, aber manchmal wünscht man sich, die Neuseeländer würden mehr mit Bulldozern und Sprengstoff zuwerke gehen, um hier und dort ein paar anständig schnurgerade Landstraßen nach deutschem Muster zu bauen.

Anders als in Nepal haben Autos hier reichlich Pferde unter der Haube. Sechs Zylinder sind Standard, es dürfen aber auch gern acht sein, die bevorzugt in V-Form angeordnet sind. Es wird ziemlich gerast, man schneidet todesmutig die vielen Kurven und brettert überhaupt sehr dynamisch durch jene malerischen Landschaften, die Touristen ständig neue Oh-my-God-Aufschreie entlocken, den Einheimischen aber meistens im Weg sind. Vor Kurven weisen Schilder die Höchstgeschwindigkeit aus, welche man einhalten sollte, wenn der eigene Todeswunsch nicht übermäßig stark ausgeprägt ist. Allerdings bin ich gelegentlich auf hinter Kuppen versteckte Haarnadelkurven gestoßen, vor denen die hilfreichen Schilder überraschenderweise fehlten. Meinen Reifen fehlte danach meist ein halber Millimeter Profil.

Hinweisschilder sind überhaupt ein wichtiges Thema im Land der großen weißen Wolke. Man findet sie überall, was zum Entstehen eines ungewöhnlichen Volkssports geführt hat. Man (selten frau) fährt gern angetrunken durch die nicht unbedingt menschenleere Gegend, während der Beifahrer mit Schrot oder Teilmantelgeschossen auf unschuldige Verkehrsschilder ballert.

Besonders beliebt ist ein Männchen, das vor Fußgängern wart. Leider habe ich kein entsprechendes Beweisfoto, weil ich in den Tagen vor Weihnachten recht zügig (selbstverständlich mit sechs Zylindern in V-Form und gut 200 PS) unterwegs war und mir neulich einen polizeilichen Anschiss eingefangen habe, da ich mal wieder zum Fotografieren angehalten hatte. Ja, auf der Autobahn, hier Motorway genannt.

Anhalten und fotografieren – das zeichnet besonders die motorisierte Pestilenz dieses Landes aus, die rund sieben Millionen Wohnmobile. Gut, bei genauer Zählung sind es vielleicht ein paar weniger, aber überall eiern Touristen mit klotzig-überbreiten Monsterkisten oder untermotorisiert-klapprigen Kleinstbussen durch die Gegend, kämpfen mit Technik und Linksverkehr, und immer wenn Jessica juchzt „Oh, kuck mal, Klaus!“ wird sofort und brutal auf die Bremse getreten.

Meist stehen die Mobilheimer dann in einer unübersichtlichen Kurve, knipsen Meer und Berge, Fauna oder Flora, und nur ein supergnädiger Gott beschützt sie davor, im nächsten Moment von einem herandonnernden Milchtankzug oder Holzlaster in die ewigen Jagdgründe befördert zu werden.

Lastwagen muss man sich überhaupt etwas anders vorstellen als bei uns daheim. Sie sind größer, schneller, stärker, sehen gefährlicher aus und sind es auch. Die Zugmaschinen kommen meist aus den USA oder Australien, haben gern über 1000 PS, und solch ein rollendes Ungetüm kann auch abgebrühten Zeitgenossen Respekt einflößen, speziell auf den schmalen Highways, die oftmals das Format einer welligen bundesdeutschen Kreisstraße haben. Lastwagenfahrer sind harte Typen und neulich interviewte ich zwei von ihnen unterwegs, als sie neben ihren Trucks Kaffee schlürften. 30.000 Liter Diesel hatte der eine geladen, der andere dieselbe Menge Flugbenzin. Wenn solche Lastzüge mit hundert Sachen heranpreschen, darf man sie wohl ohne Übertreibung als rollende Bomben bezeichnen. Übrigens, das Hobby der beiden Treibstoffspezialisten ist Biertrinken. Aber nicht am Steuer, versicherten sie feixend, da würde man zuviel verschütten. Prost!

Zum Schluss noch eine neuseeländische Eigenheit, die One-Lane-Bridge. Einspurige Brücken findet man überall im Land, auch auf den Highways. Sie verstecken sich, genau wie ihre Verwandten, die in den nackten Fels gehauenen Engpässe, gern hinter Hügelkuppen und Haarnadelkurven. Plötzlich taucht ein Schild auf, das entweder Vorfahrt gewährt oder bei Gegenverkehr zum Anhalten zwingt, danach steht in weißer Schrift ONE LANE BRIDGE auf dem Asphalt, und wer dann noch nicht wach geworden ist, endet schlimmstenfalls in der angrenzenden Schlucht, wie meine Fotos belegen. Manchmal sind solche Brücken, an die elend breiten Flüsse dieses unzähmbaren Landes angepasst, einen halben Kilometer lang oder so schmal, dass nervöse Fahrer sie nur nach Einnahme von mindestens 10 Milligramm Valium überqueren mögen.

Alles in allem ist Autofahren in Neuseeland aber deutlich angenehmer als in Deutschland oder Nepal, ja es macht oftmals sogar regelrecht Spaß. Das liegt einerseits an der ständig vorbeirollenden und außergewöhnlich gefälligen Fototapete und dann am in vielen Gegenden extrem dünnen Verkehr. Übrigens, obwohl die Kiwis überall Warnschilder aufstellen und sich fast wie amerikanische Sicherheitsfanatiker gebärden, muss man sein Auto hier nicht versichern. Nein, auch keine Haftpflicht. Ob ich denn meine Karre wenigstens ordnungsgemäß versichert habe? Kein Kommentar.

So, das muss jetzt aber fürs Erste reichen. Falls Lorenz Meyer nicht auf weitere Lieferungen verzichten sollte, melde ich mich kommende Woche wieder. Zähneknirschend.

Die Neuseelandreihe von Johannis Jappen im Überblick:

Neues aus Neuseeland (1): Zu Gast bei den Antipoden
Neues aus Neuseeland (2): Häusliches
Neues aus Neuseeland (3): Kommunikationsfreude

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Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

OMA SHUI

Christiana ist eine Feng-Shui-Expertin.

Unlängst bot sie mir an, meine Wohnung nach den Feng-Shui-Prinzipien zu untersuchen.

Klar sagte ich ja.

Wer will nicht, dass das Chi in der Wohnung frei fließen kann?

Wer will nicht dadurch kreativer und glücklicher werden?

Ich sah mich schon mit gekreuzten Beinen auf dem sonnendurchfluteten Boden meiner Wohnung sitzen, meditierend, lächelnd, zufrieden.

Viel weiß ich nicht über Feng Shui.

Es geht vor allem um das Chi. Das Chi ist sehr empfindlich. Das Chi muss im Raum frei fließen können. Und wenn da ein Kastl mitten im Raum steht, dann kann das Chi da nicht vorbei. Es muss einen Umweg machen. Und Umwege mag das Chi nicht. Spitze Pflanzen mag das Chi auch nicht. Da fließt das Chi gemütlich vom Flur in das Wohnzimmer und auf einmal sieht es eine spitze Pflanze und schon ist es vorbei mit dem Chi. Kaputt, zerschnitten, verstümmelt.

Also weg mit dem Kastl und weg mit dem Kaktus.

Das ist keine große Sache. Wenn’s nix nutzt, dann schadet’s nicht.

Christiana ist toll gekleidet wie immer. Sie ist eine der wenigen Personen, die ich kenne, die ständig frisch aussehen. So als sei sie gerade einem Pinienbad entstiegen. Makellose Haut und Figur, strahlende Augen und noch strahlenderes Lächeln. Sie schwebt durch meine Wohnung während ich einen Fragebogen ausfülle. Und ich beantworte all diese Fragen und je mehr ich beantworte, desto sicherer bin ich mir, dass alle Probleme, die ich mit mir selbst, mit meiner Familie, meiner Chefin, meinen Kollegen und meinen Finanzen habe, von Feng Shui gelöst werden würden.
Einfach alles ein bisserl umstellen, die eine oder andere Wand farbig ausmalen und alles im Leben wird mir gelingen.

Ich bin fertig mit dem Fragebogen und nun geht es los.

Christiana steht in der Diele.

Das geht gar nicht. Diese Unordnung.
Die Schuhe und Stiefel, die da herumliegen. Räum das weg. Das muss alles frei sein.
Du musst wissen, das Chi kommt mit dem Wind. In dem Fall, der Wind den du machst, wenn du die Wohnungstür aufmachst. Und wenn das Chi mit dem Wind daher kommt, nimmt er all den Gestank, der sich in deinen Schuhen, Stiefeln und Patschen jahrelang angesammelt hat mit und trägt ihn hinein in die Küche, ins Wohnzimmer und ins Schlafzimmer und du wirst krank.

Meine Schuhe stinken nicht, ich verwende immer ein Fußdeodorant.

Christiana hört nicht zu.
Christiana redet weiter.

Das Chi sucht sich immer Wasser. Und da bleibt es dann. Und wenn du nicht ständig die Badewanne voll Wasser hast oder irgendwo ein Aquarium stehen, in das sich das Chi hineinflüchten kann, dann ist das Chi ständig in Bewegung auf der Suche nach Wasser. Und da weht dann ständig der Gestank der Schuhe wie ein Wirbelwind in deiner Wohnung hin und her, vor und zurück.

Und da erinnere ich mich an meine Oma.

Und nun weiß ich endlich, warum die Fische von Opas Aquarium immer verendeten. Das war das Chi, voll gesogen mit dem Gestank von Opas Gummistiefel.

Christiana geht ins Wohnzimmer.

Der Fernseher muss weg. Also hör auf fern zu sehen.

Das geht nicht. Manchmal muss ich fernsehen.

Dann deck den Fernseher zu.

Zudecken? So wie einen Kanarienvogel?

Ja, mit einer Plastikabdeckung.

Hab ich nicht. Geht eine Decke auch?

Nein, es muss Plastik sein.

Und wieder fällt mir die Oma ein. Die Oma hatte keinen Fernseher dafür aber eine Plastikabdeckung. Auf dem Tisch. Eine Plastiktischdecke, schön bunt gemustert. Aber die war da nicht wegen dem Chi oder dem Feng oder dem Shui sondern wegen dem Opa. Weil der Opa hat immer gebröselt beim Brot essen.

Christiana geht ins Schlafzimmer.

Der Spiegel muss weg. Ein Spiegel ist gefährlich.

Dieser nicht, sage ich. Ich habe ihn ordentlich befestigt.

Der Spiegel muss weg. Ein Spiegel ist eine Einladung für eine dritte Person. Wenn dein Mann eine Affäre hat, dann bist du selber schuld.

Aber ich habe keinen Mann mehr, Christiana, hast du das vergessen? Ich habe nur einen Ex-Mann und einen Lover. Und warum soll der eine dritte mitnehmen? Dafür ist das Bett zu schmal. Und außerdem hat er genug mit mir zu tun. Mit noch einer Frau wär der total überfordert.

Aber ich sage nichts und nicke.

Und die Oma fällt mir wieder ein.

Ein Spiegel im Schlafzimmer. Wer braucht einen Spiegel im Schlafzimmer? Das haben nur die Perversen. Wir sind katholisch.

Christiana geht in die Küche.

Gegenüber vom Herd darf weder Kühlschrank, noch Waschmaschine noch Waschbecken noch Toilette sein. Weil da treffen Wasser und Feuer aufeinander und liefern sich einen Kampf. Und gleich darauf beginnen auch alle Familienmitglieder an zu kämpfen.

Da hab ich aber Glück. Da trifft nichts zu. Keine Familienmitglieder da zum Kämpfen. Und die Toilette ist auch nicht in der Küche.

Und die Oma fällt mir wieder ein.

Einen Kühlschrank brauchen wir nicht. Wir haben einen Keller. Und die Bassena ist draußen im Gang. Und das Klo auch.

Christiana geht wieder ins Wohnzimmer.

Diese rote Decke auf der Couch muss weg. Die ist gefährlich. Weil rot bedeutet Feuer.
Mit rot musst du sowieso vorsichtig sein. Überlege dir gut, wo du rot hast.
Wenn du ein rotes Sofa hast, dann hast du nur Ärger. Ärger im Beruf und im Privatleben.

Der einzige Ärger, den ich mit der roten Decke habe, ist, dass sie zu kurz ist.

Und schon wieder denke ich an Oma.

Oma hatte keine rote Couch. Oma hatte gar keine Couch. Oma sagte immer – Eine Couch ist was für faule Leute. Wir haben eine Eckbank. Eine Eckbank genügt. Auf einer Eckbank sitzt man. Wer liegen will und müde ist, geht ins Bett.

Christiana geht wieder ins Schlafzimmer.

Mach das Fenster auf in deinem Schlafzimmer. Damit das Chi herein kann.
Das frische Chi. Weil, wenn du das nicht machst, dann schläfst du schlecht.

Vor einigen Tagen machte ich nachts das Fenster zu, weil ich ständig einen Schnupfen hatte und am Morgen kalte Füße. Seither ist das Fenster zu und der Schnupfen weg. Und die kalten Füße auch.

In Omas Schlafzimmer war das Fenster immer offen.

Sommer wie Winter. Bei plus dreißig Grad und bei minus dreißig Grad. Und das bisschen Reif auf der Tuchent schadet nicht.
Wenn dir kalt ist, dann arbeite mehr. Dann bist du müde und schläfst wie ein Murmeltier.

Das war vor einigen Wochen.

Ich habe das nun folgendermaßen geregelt:

Fast alle Stiefel und Schuhe sind im Keller.

Die Tür zur Toilette ist immer offen. Der Klodeckel auch. Weil das Klo ist in der Diele. Und so kann der Gestank der restlichen herumliegenden Schuhe gemeinsam mit dem Chi ins Klo fliegen und sich in der Klomuschel ertränken.

Das Schlafzimmerfenster ist nun wieder durchgehend geöffnet. Den Spiegel im Schlafzimmer brauch ich nicht mehr. Weil es ist zu kalt um sich im Schlafzimmer an- und auszuziehen. Ich hab den Spiegel ins Klo gehängt.

Die rote Decke von der Couch habe ich in die linke Ecke meiner Wohnung gelegt. Weil das linke Eck ist laut Christiana das Reichtums-Eck. Und das soll aktiviert werden.

Der Kühlschrank, der gegenüber vom Herd war, steht nun in der Diele im Eck. Da wo es dem Chi auf seinem Weg in das Klo nicht im Weg ist.
Rechts hinten im Wohnzimmer, wo vorher der Schrank mit den schönen Gläsern und dem schönen Geschirr stand, da steht nun ein kleines Tischerl mit Blumen. Weil das ist das Beziehungseck. Und da gehören Blumen hin, sagt Christiana.

Heute sind sie etwas welk. Wenn das Christiana sehen würde. Sie wäre entsetzt. Aber ich hab Windspiele aufgehängt, die machen das alles wieder gut. Windspiele sind das Beste.

Und Traumfänger.

Traumfänger sind das Zweitbeste.

Windspiele und Traumfänger sind so eine Art Filter. Die fangen alles ein. Alle negativen Energien. Oder so.

Und im Baumarkt habe ich mir einen Zimmerbrunnen gekauft. Der ist ein bisserl groß, aber er plätschert hübsch vor sich hin.
Er steht mitten im Wohnzimmer. Nicht ideal, ich weiß, wegen dem Chi. Aber sonst ist nirgends Platz. Aber ich musste den kaufen. Sonderangebot, Ausstellungsstück. Das Chi wird das verstehen, glaub ich.

Fernseher hab ich nun keinen mehr. Der steht im Keller.

Ein Fernseher wär wirklich Unsinn. Weil ich würde eh nichts hören bei dem lauten Plätschern und Geklingel von Brunnen und Windspiel. Und so laut kann ich den Fernseher nicht drehen hier in der Wohnung. Der Mieter unter mir mag das nicht. Weil das Kind vom Mieter kann dann nicht mehr schlafen.

Meditieren mit gekreuzten Beinen auf dem sonnendurchfluteten Wohnzimmerboden geht leider nicht. Weil der Zimmerbrunnen da steht. Aber das macht nichts.

Ich setze mich zum Meditieren aufs Klo.

Und wenn ich die Klotür dann zumache, dann ist es schön ruhig. Da hör ich dann nicht mal mehr das Plätschern vom Zimmerbrunnen.

Der Spiegel im Klo stört mich nicht. Hab eh die Augen zu beim Meditieren.

Opa saß auch immer am Klo wenn er seine Ruhe haben wollte.

Vor Oma Shui.

Über die Autorin: Die österreichische Buchstabendompteurin und Wortakrobatin Amadea beschreibt sich selbst als “Salzburger Nockerl mit Migrationshintergrund”, “krea-tief, neu-gier-ig und sar-kas-tisch”, aber auch als “nachgiebig und harmoniebedürftig”. (Stimmt alles, wie wir erfahren haben, als wir sie um diesen Gastbeitrag gebeten haben…) Ihre Seite Amadeas World ist ein Paradebeispiel für ein gut gemachtes persönliches Blog: abwechslungsreich, intelligent und mit viel Witz. Lesenswert!

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

HAUSHALTSTIPP: SO MACHEN SIE DAS BESTE AUS DER ÖLKATASTROPHE

Die durch die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon hervorgerufene “Ölpest”  (Medienjargon) wird weithin als Katastrophe für Mensch und Umwelt betrachtet. Dabei wird meist übersehen, dass Erdmutter Gaia nie etwas Unüberlegtes unternimmt. So können auch in diesem Fall die Energien positiv und zum Wohle der Menschheit genutzt werden.

Der Austritt von ungefähr 500.000 t Rohöl („Petroleum crudum“) in einer geschätzten Menge von etwa 1.400.000.000.000.000.000 l Wasser entspricht ungefähr einer C4-Potenzierung. In der Homöopathie-Monographie gemäß Hahnemann wird diese Potenzierung zur Behandlung von Suchtkrankheiten und Verwirrtheitszuständen genannt.

Die Empfehlung für Alkoholiker kann daher derzeit nur lauten, baden zu gehen und den Wirkstoff über die Epidermis aufzunehmen. Meiden Sie jedoch unbedingt den Golf von Mexiko, da hier die Ursubstanz nicht hinreichend potenziert wurde.

Achtung: Je größer die Potenzierung, desto frappierender das Ergebnis. Fahren Sie also zum nächsten Baggersee oder verwenden Sie einfach die heimische  Badewanne. Spirituell fortgeschrittene Personen werden sich natürlich für einen tibetischen oder gar tibetanischen Bergsee entscheiden.

Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei Studenten, deren Immunsystem durch jahrelangen Aufenthalt am Baggersee bereits abgestumpft ist.

Über den Autor: Unser Gastautor ist gelernter Möbelbauer und Entwickler der einzigartigen Ennomane, einer “Sitzgelegenheit für Couch-Potentials”. Sein lesenswerter Blog, der zu einem Zwischenstopp auf dem bislang noch nicht vermarkteten Edelmöbel einlädt, befindet sich unter Ennomane. Bei Fragen zu diesem Artikel ist er über die Kommentarfunktion oder über Twitter zu erreichen.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

POLITISCHE ENERGETISIERUNG

Da ich zu einem Gastbeitrag eingeladen wurde, möchte ich diese Platform nutzen, um ein paar Empfehlungen zu politischen Reformen zu geben. Da es noch kein Fachjournal für diese Art von Policy-relevanten Ideen gibt (Political Esoterics wäre ein möglicher Titel), hoffe ich hier genug Leserinnen und Leser zu erreichen, die offen genug sind, das revolutionäre dieser Ideen zu erkennen.

Hier also drei Vorschläge wie wir die Menschheit näher ans Nirvana bringen können:

Astropolitik

Ich beginne mit der am besten erprobten Idee: Politik müsste mehr von den Sternen geleitet werden. Einige wenige Visionäre haben das erkannt. Ronald Reagan (Wassermann) hat mit Hilfe  seines Astrologen nicht nur die Sowjetunion in die Knie gezwungen, sondern auch das US Budget. Auch Indien wäre kaum diese aufstrebende Macht auf internationalem Parkett, wäre da nicht die Beratermandate für weise astrologische geschulte Männer. Auch in Sachen Armutsbekämpfung, eine der grössten Herausforderungen für Indien, kann man schon erste Erfolge verbuchen. Es gibt kaum Astrologen die in Armut leben.

Gesetze sollten nur in die parlamentarische Beratung geschickt werden, wenn die Sterne günstig stehen. Politiker müssten im Wahlkampf verpflichtet sein, ihr Horoskop zu veröffentlichen. Statt den unzähligen “Experten” im Fernsehen, sollten astrologische geschulte kommentieren (gut, ich gebe zu, das würde wenig ändern). Die Anwendungen gehen bis ins humanitäre: Kein Krieg, kein Putsch sollte mehr gestartet werden ohne vorherige Konsultation der Gestirne, schon alleine um zivile Opfer unter der Bevölkerung zu vermeiden.

Parlamentarisches Feng Shui

Die Politikverdrossenheit greift um sich. Leider wird viel zu wenig Ursachenforschung diesbezüglich betrieben, dabei sind die Gründe der Probleme die die Politik hat, offensichtlich. Darum mein zweiter Vorschlag. Man bedenke schon alleine die konfrontationelle Bestuhlung der meisten Parlamentssäle. Kein Drache, der halbwegs bei Verstand ist, würde sich in einer solchen Umgebung wohl fühlen (die zentrale Bedeutung des Drachens für Feng Shui kenne ich übrigens dank Douglas Adams). Radikale Reformen sind offensichtlich nötig.

Ich schlage deshalb vor, alle Stühle und Tische zu entfernen und die Räume mit Reismatten auszulegen. Diskutiert wird nur noch in (selbstverständlich wohlgeformten und ausgeglichenen) Kreisen. Alles muss mit Pflanzen ausgeschmückt werden (vorzugsweise Bambus). Dann sollten konsequent alle 4en entfernt werden (nicht zu verwechseln mit den schulmedizinischen Viren!). Keine Dokumentnunmmern mehr mit “vier”, Sitzungspause im April, keine Tagungen am 4. oder 14. eines Monats. Kommissionssitzungen sollten mit einem Sonnengruß beginnen und im Hintergrund sollten Walgesänge abgespielt werden. Es versteht sich von selbst, dass diese CDs vom Sicherheitsdienst auf mögliche Nachrichten an´s Unterbewusstsein überprüft werden müssen, um Manipulationen durch fremde Geheimdienste, Freimaurer oder Illuminati zu verhindern.

Politische Homöopathie

Es gibt ein paar einfache Regeln, die das homöopathische Prinzip begründen. Da Hahnemann diese vor allem dank der Macht des Wunschdenkens aus dem Nirgendwo hervorbrachte, kann es auch keinen Grund geben, dass diese auf der gleichen Grundlage auch auf politische Prozesse angewandt werden könnten. Nun muss man gestehen, dass Verdünnungsprozesse im Gesetzgebungsprozess wahrlich nichts Neues sind. Doch man möchte hier den Schlachtruf eines jeden echten Homöopathen zitieren, der immer dann erschallt, wenn eine Doppelblindstudie wieder einmal ihr Fach durch den unpotentierten Kakao ziehen möchte: “Homeopathy, ur doin’ it wrong!”. Dabei sind die beiden beliebig transponierbaren Regeln simpel: Da wäre das Ähnlichkeitsprinzip (nicht zu verwechseln mit dem ersten Prinzip der französichen Revolution: dem Gleichheitsprinzip) und das der Potentierung.

Angewandt könnte das dann so funktionieren: Wenn ein Problem kontastiert ist, entwirft man ein Gesetz, dass dieses verschlimmert. Anschließend verdünnt man es bis zur Unkenntlichkeit mit themenfremden Zusätzen sowie mit extrem spezifischen Sonderregeln und Kompromissen. In nur wenigen Jahren werden wir dann keinerlei Probleme mehr haben (vielleicht abgesehen von der Tatsache, dass wir in einem völlige überreglementerten Polizeistaat leben, aber hey, man kann nicht alles haben, man muss einfach daran glauben, dass es besser ist!). Ähnlichkeiten mit der uns bekannten Realität sind natürlich rein zufällig. Aber vielleicht sind wir schon auf halbem Weg.

Ich hoffe, dass diese kleine Ideensammlung einige dazu inspiriert hat, politisch aktiver zu werden. Eine bessere Welt ist offensichtlich möglich, packen wir es an. Chi Heil!

Über den Autor: Da uns dieser Gastbeitrag zugechannelt wurde, könnten wir was die Identität unseres Gastautoren anbelangt, nur spekulieren. Für Mutmaßungen, wüste Spekulationen oder wilde Verschwörungstheorien ist auf dieser Plattform jedoch kein Platz. Und so möchten wir diesen Raum nutzen und für das äußerst informative und unterhaltsame Polit-Blog Zoon Politikon des Politikwissenschaftlers Ali Arbia bei den ScienceBlogs werben.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Als Rudi Dönnes an einem lauen Frühlingsmorgen sein Haus verließ, sprach unvermutet der Kosmos zu ihm. Wie ein Schock durchfuhr es den glücklichen Mann, und er sah seine Zukunft vor sich ausgebreitet. Sofort beendete er sein Medizinstudium, in dem er auf dem besten Weg zum Jahrgangsbesten war und eröffnete in seiner Straße einen Kiosk. Es war kein besonderes Lädchen, eigentlich genauso eines wie es schon sieben in der Straße gab. Aber der Kosmos hatte ihn dazu berufen, und dem Kosmos widerspricht man nun mal nicht. Dass Ihr diesen Text vor Euch habt, heißt auch, dass der blinde Grottenolm, der meine einzige Verbindung zur Außenwelt darstellt, seinen Weg zu den Weisen von Sheng Fui gefunden hat. Und so werdet ihr bald erfahren, was Rudi Dönnes widerfahren ist…

Mein Name ist Savant Diax, ich lebe alleine in einer tiefen Höhle und erforsche das Universum. Ich habe einmal in einer anderen, noch tieferen Höhle gelebt, und auch das hat mit der Geschichte zu tun.

In meinen Forschungen beschäftige ich mich mit dem, was die Schulgelehrten und Wissenschaftler wegwerfen. Ich will nicht in Abrede stellen, dass sie fleißige Arbeiter wären, die viel Sinnvolles erforscht hätten: Ohne den Elektroradiator und besonders lang haltbare Vollmilch könnte ich es niemals aushalten in meiner tiefen Höhle! Aber die beschränkte Weltsicht der Wissenschaftler sorgt dafür, dass sie die Wahrheit nicht erkennen, auch wenn sie direkt mit der Nase darauf stoßen.

Vor einigen Jahren war ich auf meinen Wanderungen bis nach Italien gelangt und hatte mich in einem tiefen, verlassenen Bergwerk von der Welt und ihren irdischen Ablenkungen zurückgezogen. Hier konnte ich unbeirrt und mit großem Erfolg meiner Arbeit nachgehen. Dies sollte sich jedoch ändern als eines Tages nebenan die Physiker einzogen. Die Wissenschaftler hatten sich entschlossen, ihren Neutrinodetektor hier unten aufzubauen, und die anderen fortschrittsgläubigen Menschen hatten sie kräftig darin bestärkt.

Nun muss man wissen, dass der Physiker als solcher ein verhutzelter zerstreuter Besserwisser ist, der die meiste Zeit damit beschäftigt ist, diabolisch zu lachen und mit spitzen Fingern Fettspuren auf dem Oszilloskop zu hinterlassen. Kein Wunder, dass ich mir bei derart skurillen Mitbewohnern bald schon eine neue einsame Höhle suchen musste…

Vorher hatte ich jedoch die Gelegenheit, das merkwürdige Treiben der Physiker zu studieren.

Als einige Forscher vorgeschlagen hatten, dass zeitreisende Higgs-Bosonen aus der Zukunft den großen Ladronen-Beschleuniger LHC verhindern wollen, war dies noch mit Heiterkeit aufgenommen worden. Trotzdem waren die Wissenschaftler, ohne es zu merken, auf die große Wahrheit gestoßen. Jetzt aber freue ich mich, mit euch teilen zu können, dass der Kosmos zu uns spricht: Neutrinos, diese mutmaßlich so reaktionsträgen Teilchen, sind in Wahrheit zeitreisende Botschaften aus der Zukunft, durch die uns das Universum Botschaften sendet.

Die Wissenschaftler nebenan hatten einen riesigen Tank aufgebaut, sie nannten es das Borexino-Experiment. Wenn man die Eigenschaften von Neutrinos kennt, muss man darüber lachen, was sie dort betrieben: Die Physiker sind der Ansicht, dass Neutrinos nur sehr schwach reagieren, und dass sie deshalb unheimlich viel Masse brauchen, damit doch manchmal ein Neutrino mit einem Atomkern reagiert. Das müssen sie dann unendlich mühsam detektieren und verbringen Jahre, um auch nur zehn Neutrinos zu suchen. Doch gerade erst haben sie bekannt gegeben, dass sie zehn gefunden haben, die angeblich in der Erde entstanden sind.

Die Wahrheit ist jedoch weitaus faszinierender. Wenn die Wissenschaftler sagen, dass unsere geliebte Mutter Erde kein besonderer Platz im Universum ist, haben sie zwar Recht, aber sie übersehen, wo wir im Mittelpunkt stehen: In der Zeit. Wir liegen mitten in der Zeit, und das Universum spricht zu uns.

Ich habe entdeckt, dass Neutrinos Botschaften sind, die das Universum uns in unsere Zeit zurückschickt. Und manchmal können wir von einem Neutrino getroffen werden, und wir erhalten Einblick in das Geheimnis unserer Zukunft. So wie es Rudi Dönnes geschah. Deswegen sollten wir uns öffnen und uns bereit machen, unser Schicksal zu erfahren. Wenn der Kosmos zu uns spricht, dann müssen wir ihm zuhören. Ernsthaft: Legt euch nicht mit dem Kosmos an!

Meine entscheidende Erkenntnis war, dass Materie und Information eigentlich das gleiche sind – nur laufen sie in eine andere Richtung der Zeit. Ihr könnt und solltet leicht das Experiment wiederholen, das mich darauf gebracht hat. Schlagt euch einmal vorwärts in der Zeit mit einem Stock mitten ins Gesicht (Anfänger nehmen einen Boxhandschuh). Nur zu, schön feste drauf, es soll ja Erkenntnis bringen. Tut es weh? Ja klar, es ist ja feste Materie. Aber jetzt, wo ihr Euch daran erinnert, also den Vorgang rückwärts in der Zeit betrachtet, ist es plötzlich eine Information, oder? Und genau das tut auch das Neutrino! Die Physiker suchen nur vorwärts in der Zeit, die feste Materie des Neutrinos. Aber viel wichtiger ist, dass es eigentlich ein Informationsträger aus der Zukunft ist! Und das erklärt auch, warum es so selten mit einem Atom im Jetzt reagiert. Schließlich ist der Kosmos verdammt alt und wird noch lange existieren – da braucht man schon verflucht viele Neutrinos, die unheimlich lange reisen und nicht mit allem reagieren können. Und überhaupt ist meine Theorie, dass dadurch, dass das Neutrino eben sturheil nicht mit jedem daher gelaufenen Atom reagiert, es überhaupt erst die Information aus der Zukunft mitbringen kann. Und so wie Rudi Dönnes seine Zukunft als Kioskbesitzer sah, sollten auch wir uns dem Kosmos öffnen.

Meine Lehr-DVD “Öffnet euren Wirkungsquerschnitt” könnt ihr für nur Euro 129,- im Sheng-Fui-Shop erhalten. Aber exklusiv für Euch gibt es hier schon einmal zwei Grundwahrheiten:

1) Wir müssen den Neutrinos Gelegenheit bieten, uns zu erreichen. Welch ein Pech wäre es, wenn das eine Neutrino, was uns erreichen sollte, vorher in der Mauer unseres Hauses hängen bleibt. Da Materie Neutrinos aufhält, liegt die Lösung auf der Hand: Baut Euer Haus aus Antimaterie!

2) Wir können aktiv die Wirkungsquerschnitte unserer Atome öffnen. Auf der DVD lernt ihr ein einfaches Trainingsprogramm, damit euer Wasserstoff den Wasserstoff Eures Nachbarn neidisch macht.

Ich habe erzählt, dass diese Physiker am Borexino zehn Neutrinos abgefangen haben. Das klingt nicht nach viel, aber es sind zehn lebensverändernde Schicksale, die dort abgefangen wurden. Ich sage das durchaus mit Verbitterung, denn es ist mir klar, dass auch meine Erleuchtung verhindert wurde. In Wahrheit waren es nicht zehn, sondern 9.9 Neutrinos. Ein Zehntel eines Neutrinos ist durch den Detektor gerutscht und hat mich nebenan getroffen. Es wäre für mich bestimmt gewesen, und denkt nur, was ich Euch hätte mitteilen können. Aber wenigstens bin ich dadurch zur Einsicht über die Natur der Zeit und des Kosmos gelangt, und kann es jetzt mit euch teilen. Aber dennoch – welche Erleuchtung hätte ich euch bringen können, in einer schönen heilen Welt – einer ohne Physiker…

Über den Autor: Unser Gastautor wünscht keine salbungsvollen Informationen zu Person und Vita und hält sich lieber vornehm zurück. Deshalb wollen wir an dieser Stelle, und ohne jeden Hintergedanken, Werbung für eines von Deutschlands Top-Wissenschaftsblogs machen. Hinter dem  Namen Diax´s Rake verbirgt sich ein Blog, das sich anspruchsvoll und dennoch unterhaltsam (nicht nur) mit Physik beschäftigt: Ein lohnender Besuch für jeden kritisch denkenden Menschen!

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Mein Name ist Jeni Endelea Elimu Busara Mlevi. Ihr, meine Freunde, dürft mich einfach Jeni Endelea nennen. Ich möchte eure Aufmerksamkeit heute auf meinen Bericht lenken und euch in energetischen Worten von meinen äußerst zufrieden stellenden Erlebnissen als Botschafter des Sheng Fui künden.

Wie ihr alle wisst, ist Sheng Fui unendlich viel älter und wirkungsvoller als die Irrlehre des Feng Shui und wurde vom Weisen Chen Hsien Yu aufgebaut. Ich bin über höchstens sechs abgerundete Ecken mit seinen Nachfahren direkt verwandt.

Meditationsübung auf FischthekeIch möchte euch heute in nie dagewesener Klarheit und Reinheit eine Meditationsübung und deren besonders anziehende Wirkung vorstellen. Sheng Fui muss keinesfalls ausschließlich innerhalb der eigenen vier Wände praktiziert werden. Auf dem Foto seht ihr, wie ich sehr effektiv auf einer Fischtheke im Supermarkt eines großen Kaufhauses meditiere. Eine einfache und sehr wirkungsvolle Position.

Den Oberkörper frei machen, die Schärpe anlegen, die mit Eis beschickte Theke besteigen, Hände links und rechts an den Kopf, so dass die Energie kreisen kann, und sich langsam zurück legen. Das tut gut und ist sehr erfrischend, vor allem jetzt in den heißen Monaten des Jahres.

Mehrere Kunden des Supermarktes zeigten schnell Interesse an der äußerst reinen Lehre des Sheng Fui und ordneten sich im Halbkreis um die Fischtheke an. Ebenso war das Supermarktpersonal hoch erfreut. Einige Angestellte verfolgten mich nach Abschluss meiner Übung fast schon aufdringlich durch den Markt, offensichtlich wollten sie meine Jünger werden. Später wollte sich sogar der Sicherheitsdienst möglichst lange im post-meditativen Glanz sonnen und mich gar nicht mehr gehen lassen.

Ihr seht, meine Freunde, eine einfache Übung mit durchschlagendem Erfolg.
Ich verbleibe bis zum nächsten mal auf diesem energetischen Kanal mit einem herzlichen Chi heil.

Eure Jeni Endelea

Über den Autor: Bei der  aus Japan stammenden (mit afrikanischen Wurzeln) Jeni Endelea handelt es sich um eine treue Stammleserin und bekannte Bloggerin, die sich auf ihren Seiten hingebungsvoll komplizierten Sachthemen widmet. Aus einer Mischung aus Menschenscheu und Bescheidenheit verzichtet sie jedoch auf die Nennung ihrer Internetadresse.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Der heutige Gastbeitrag stammt von Mad Marx, dem Betreiber und Diensteanbieter des renommierten Handkaas-Blogs, das sich hingebungsvoll den verschiedensten Quergedanken, Wortjonglagen und allerlei anderen Albernheiten widmet.

SKANDAL: ARBEITSLOS DURCH AKUPUNKTUR!

Der Sous Chef Manfred M. aus B. verlor seinen Job in einem angesagten Sternerestaurant, weil er durch Akupunktur versuchte, sich von einer Phobie heilen zu lassen. In seltener Allianz mit der BILD-Zeitung spricht die Gewerkschaft Verdi von einem Skandal. Im August wird die Beschwerde im Küchenkabinett des Deutschen Bundestags beraten.

Zum Hintergrund: Seit frühester Jugend wurde der Koch Manfed M. aus B. von einer schlimmen Phobie geplagt, der Skorodophobie. Dabei handelt es sich um die Angst vor Knoblauch, die einer weiteren Karriere als Koch immer deutlicher im Wege stand. So genügte bereits der Anblick einer einzelnen Knoblauchzehe, um eine heftige Panikattacke auszulösen.

Arbeitslos durch AkupunkturIn seiner Not wandte sich Manfred M. aus B. an den anerkannten Feng Shui Experten Bruno von G. aus K. Dieser empfahl ihm die von ihm entwickelte Methode der Buntkopf Powerpunktur, eine Technik des runden Nadelkopfes nach den traditionell überbewerteten Richtlinien des Feng Shui Total.

Frisch punktiert erschien Manfred. M. aus B. pünktlich an seinem Arbeitsplatz, und das Unglück nahm seinen Lauf. Während der Zubereitung einer Crème Brulée verflüssigte sich nach Aussage der Küchenhilfe Ombassa G. im Feuerstrahl des  Brenners ein Nadelkopf und tropfte in die Nachspeise des Lokalpolitikers Klaus W., ebenfalls aus B., was zur fristlosen Entlassung M.’s führte.

Die Gewerkschaft Verdi, der Bund der Kriegsgräberfürsorge und der ADAC wandten sich in einer Petition an den Deutschen Bundestag, um in Zukunft Arbeitnehmern den Rücken zu stärken, die aus Eigeninitiative unter Erhalt der Arbeitskraft ihr bescheidenes Quentchen zum Allgemeinwohl beitragen wollen.

Für Manfred M. kam diese Solidaritätsadresse leider zu spät. Seine Untermieterin Bella Z. fand ihn leblos vor seinem geöffneten Kühlschrank hängend auf. Er hatte sich mit Hilfe einer Knoblauchkette aufgehängt…

Über den Autor: Bei unserem Gastautor Michael Marx handelt es sich um einen Menschen, der versucht, seinen Weg durchs Leben als multiple Persönlichkeit zu beschreiten. Wenn er sich nicht gerade auf seinem Handkaas-Blog tummelt, arbeitet er als freier Internetentwickler und Webdesigner, bringt Betriebsräte in´s Netz oder sorgt mit seinem Musikprojekt Waschlabor dafür, dass sich nicht nur die Wäschestücke schneller drehen.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer neuen Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Der heutige Gastbeitrag stammt von Blaubär, einem treuen Mitglied der Sheng-Fui-Gemeinde, das bereits durch zahlreiche qualifizierte Kommentare und den Beitrag Entstehung des Windes aufgefallen ist.

DIE WIRKLICHEN WURZELN DES SHENG FUI

seetang

Wie jeder weiß, liegen die Wurzeln von Sheng Fui und Feng Shui im Osten. Was nicht jeder weiß: sie liegen weder im Fernen, Mittleren oder Nahen Osten, sondern im ganz nahen Osten, in Ostfriesland!

Dass diese Tatsache bei vielen Menschen im Laufe der Generationen in Vergessenheit geraten ist, mag daran liegen, dass Leeren nicht nur alt sein müssen, sondern auch aus fernen Ländern stammen müssen, damit der ahnungslose Kunde dafür zahlt. (Wer kann sich schon einen Feng Shui Berater vorstellen, der sich auf uralte Weisheiten aus Ostfriesland bezieht?) Und so hat man aus schnöden Marketinggründen die Entstehungsgeschichte von Feng Shui von Ostfriesland ins ferne China verlagert.

Dabei belegen unlängst aufgefundene Dokumente die historisch korrekte und nunmehr einwandfrei verbürgte wahre Entstehungsgeschichte unserer Heilslehre.

Die Geschichte beginnt bei Edo, der wegen seines seemännischen Berufs und seiner Vorliebe für Sushi-Rollen aus Tang und Algen nur “Seetang” genannt wurde. In seiner Heimat an der Küste lebten Edo und sein Volk vor einigen Jahrhunderten vorrangig vom Fischfang. Wenn sich Edo und seine Fischerkollegen bei ablaufendem Wasser auf die Fahrt zu den fernen Fanggründen machten, wurden sie mit der Grußformel “Fang schön” verabschiedet. Liefen sie mit vollen Netzen wieder ein, wurden sie hingegen mit einem freundschaftlichen “Schöner Fang” begrüßt.

Im Laufe der Jahre hat sich die Bedeutung dieser Worte verändert und erweitert. “Fang schön” hat man nicht nur den Fischern, sondern auch den Fischhändlern mit auf den Weg gegeben. Gemeint war damit: “Hol das letzte aus Deinem Kunden raus, was Du kriegen kannst, auch wenn Dein Fisch schon riecht.“. Wogegen “Schöner Fang” seine ursprüngliche Bedeutung behielt, eben das Lob für eine großartige Leistung.

Nun kam der Tag, an dem Edo mit seinem Ewer (aus Friesland stammender Segelschiffstyp in Knickspantbauweise mit Flachkiel und einem oder zwei Masten) nach China auswanderte. Den Chinesen gelang es nicht, den für sie unaussprechlichen Namen fehlerfrei über die Lippen zu bringen, und so riefen sie Edo mit seinem Spitznamen. Aus “Seetang” machten unsere Freunde aus dem Osten ein freundliches “Tse Tang“.

Viele Weisheiten und Sentenzen Tse Tangs haben im Lauf der Zeit den Weg in unsere Kultur gefunden. Doch dies war nur möglich, weil der Kern der Weisheit, die philosophische Essenz, auf eine heimische Quelle zurück zu führen ist: unseren Edo “Seetang” alias “Tse Tang” aus Ostfriesland.  Unzählige Menschen zitieren die Spruchweisheiten von “Tse-Tang, dem Älteren” ohne sich auch nur annähernd bewusst zu sein, dass es sich beim Schöpfer der unvergänglichen Aphorismen und Lebensregeln um einen einfachen Fischer aus Ostfriesland handelt.

Aus der Abschiedsfloskel “Fang schön” wurde übrigens durch chinesische Aussprache das bekannte “Feng Shui“, das ein Synonym für die Aufforderung geworden ist, anderen Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen und ihnen eine Scheinleistung als Wirkleistung zu verkaufen. Wobei der Kunde das als menschliche Wärme interpretieren soll, was in Wirklichkeit die Reibungshitze ist, wenn er über den Tisch gezogen wird…

Die uns verbindende Heilslehre des “Sheng Fui” ist hingegen mit ihrer ursprünglichen Bedeutung “Schöner Fang!” zu uns zurückgekehrt, was als Anerkennung für eine gebrachte Leistung zum Nutzen aller gedeutet werden kann.

Über den Autor: Bei “Blaubär” handelt es sich um die 17. Reinkarnation des “mythischen Blaubären”, einer sagenumwobenen Heilerpersönlichkeit aus vorchristlicher Zeit, die in der Hochblüte ihres Wirkens von Ungläubigen auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. In seiner Freizeit beschäftigt sich der Autor hingebungsvoll mit der Erschaffung eines Mikrokosmos der miniaturisierten Wirklichkeit.

wirkungstreffer

Gastbeiträge haben bei Sheng Fui eine gute und lange Tradition, bringen SIe doch neue Impulse für unsere energetische Arbeit. Aus den sich daran anschließenden Diskussionen entstehen oftmals spannende Ideen für das spirituelle Miteinander.

Beim heutigen Gastbeitrag wollen wir uns bewusst vom herkömmlichen Ansatz verabschieden und übergeben das Wort an Finanzfachmann und Politikwissenschaftler Martin J. Landis.

Millionen Pendler erhalten ihre Kosten zurück erstattet. Es gibt also doch noch Gerechtigkeit in der alltäglichen Welt des Untergangs, die nur noch aus schlechten Nachrichten besteht – zumindest wenn man die letzten zwanzig Jahre, Mauerfall eingeschlossen, zugrunde legt. Immerhin wird die vorübergehend  euphorisch begossene Sternstunde des Vaterlandes nicht erst seit dem 4. Oktober 1990 in Ost und West als gefühlte Ungerechtigkeit wahrgenommen.

Pendeln lohnt sich also wieder für den ausgebluteten Mittelschichtler, dem der gierige Staat in seinem Konsolidierungswahn kurzzeitig das natürlich gewachsene Recht auf Anrechnung seiner tatsächlichen oder auch nur großzügig gefühlten Fahrtkosten verwehrt hatte.

Eigenartigerweise feiert vor allem die Politik das Urteil – nimmt man mal Teile der Grünen aus, für die der spritfressende Privat-PKW immer noch Lieblingsfeind Nr. 2 ist.
An erster Stelle frohlockt natürlich die CSU, die in der bayrischen Vorwahlzeit nicht nur mit dem intellektuell anspruchsvollen Konstrukt von niedrigen Benzinkosten durch sauberen Atomstrom punktete, sondern insbesondere lautstark von der Regierung im fernen Preußen die erneute Zahlung von Wegzoll an den berufstätigen Wegbenutzer einforderte.

Die launige Trennung zwischen Nah- und Fernpendlern und ihre steuerliche Ungleichbehandlung hatten ihre Gesandten zuvor zwar ohne Widerworte mit beschlossen, aber angesichts eines drohenden Volksaufstandes in den heimatlichen Wahlkabinen wollte man davon dann plötzlich doch nichts mehr wissen. Ein typischer Fall von Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS), waren die mit absolutistischen Rechten ausgestatteten Landesväter doch mit der medialen Organisation ihres Zwergenaufstandes gegen Merkelwittchen offensichtlich so stark abgelenkt, dass sie das klaffende Loch im Geldspeicher der landeseigenen Bank übersahen, obwohl die Opposition davor bereits Mahnwachen abhielt. Nun gut, nachher ist man immer klüger. Schade ist es aber doch, könnte der Horst statt den nun fälligen Rettungsgeldern für die Bayern LB allen stimmberechtigten CSU-Pendlern die Taxirechnung zum Arbeitsplatz bis ans Lebensende zahlen.

Auch in der SPD – nimmt man mal den geplagten Bundesfinanzminister, der irgendwie den nötigen Enthusiasmus für die unerwartete Rolle als diesjähriger Weihnachtsmann für Banken, Autoindustrie und den konsumunlustigen Bürger vermissen lässt –  scheint die Entscheidung über ein verpfuschtes Gesetz, dass den Staat jetzt rückwirkend zur Ausschüttung von 7,5 Milliarden nötigt, nur freudestrahlende Gewinner zu kennen.

Nimmt man die Performance bei der Deutungshoheit unter die Lupe stellt man allerdings gravierende qualitative Unterschiede fest. Konnte Bundeswirtschaftsminister Glos mit den ersten gestammelten Worten noch nicht wirklich überzeugen, machte es Bundeskanzlerin Merkel, die nicht erst seit Kurzem die Mitte Deutschlands auch visuell perfekt verkörpert, deutlich besser. Sie lobte die Entscheidung prompt als wirksames Konjunkturprogramm und zielgerichtete Belebung für den darbenden Konsum. Der hat in den vergangenen Jahren schon schlechtere Zeiten gesehen, aber vielleicht legt sich nun doch noch der eine oder andere einen Nobelschlitten unter den Weihnachtsbaum. Vorzugsweise vom selbsternannten Pleitekandidaten Opel oder einem der anderen deutschen Premium-Kurzarbeitgeber, die noch im Sommer Märchen von üppigen Rendite- und Umsatzerwartungen im nächsten Fünfjahrplan zu erzählen wusste, obwohl der Bürger am Tankeinlass seines Mittelklasse-SUVs bereits bitterliche Tränen vergoss.

Das Verhalten der politischen Kaste im Angesichts der Krise nährt die Mär vom reichen Staat, der sofort “Geld wie Heu” findet, wenn es darum geht, die Finanzkrise mit Kredit- und Bürgschaftsschirmen im doppelten Volumen des Staatshaushalts zu bewältigen oder den Bürger umgehend zu entlasten, damit er der Wirtschaft eifrig konsumierend zu Hilfe eilt. Wenn sich beispielsweise Andrea Nahles, vielen Kennern des Politikensembles zu Unrecht als kleine dicke Intrigantin der SPD mit Hang zu apokalyptischen Kicherausbrüchen bekannt, vor die Kamera schiebt und Konsumgutscheine auf Pump für das gesamte deutsche Volk propagiert, könnte man glauben, die Staatsverschuldung, die im Bund jedes Jahr mehr als 40 Milliarden Euro Zinsen vom Steuerzahler auf Banken und andere Kreditgeber umverteilt, wäre nur ein Gerücht. Ein 500-Euro-Bezugsschein auf Pump für jeden Bürger macht in der Summe 20-30 Milliarden neue Schulden. Erkauft mit zusätzlichen Zinsen von einer runden Milliarde Euro – jährlich zu entrichten ab 2009 bis in alle Ewigkeit, wie einige Miesepeter jetzt ganz unweihnachtlich zu bedenken geben.

Haben wir uns etwa getäuscht? War das neoliberale Trommelfeuer des letzten Jahrzehnts, das den Umbau des deutschen Sozialstaats vorbereitet und medial flankiert hat, etwa falsch? Insbesondere das immer wieder postulierte Basisargument, der Staat sei praktisch pleite und könne sich angesichts leerer Renten- und Sozialkassen, von Bildung, Verteidigung, Umwelt und Steinkohlesubventionen ganz zu schweigen, keine Ausgaben mehr leisten?

Dagegen spricht natürlich die in Rekordzeit durchgeführte und ausgiebig zelebrierte Verschiebung der Finanzprobleme auf die Staatsebene. Dagegen spricht auch das Gebaren von Wirtschaftsexperten, wie Andrea Nahles, die den Staat als die Mutter aller Weihnachtsmänner in schillerndem Licht präsentieren, der irgendwo ein Säckchen unrechtmäßig abgepresster Taler in Reserve hält, die er nun, da alle anderen überreichlich bedacht wurden, an das Volk verteilen kann. Andererseits, waren dann all die Opfer der letzten Jahre und das erbärmliche Gefeilsche in der deutschen Interessenausgleichsmühle, in der um jeden Prozentpunkt Rente, Hartz IV und Kita-Förderung ein Kompromiss auf niedrigstem Niveau erzielt werden musste, etwa unnötig?

Natürlich nicht, andernfalls könnte man ja gleich behaupten, der größte Standortnachteil Deutschlands im globalen Wettbewerb seien seine Politiker.

Wir danken Martin J. Landis für diesen Beitrag. Der guten Ordnung halber weisen wir daraufhin, dass die Übernahme dieses Beitrags (wie natürlich auch all unserer anderen Beiträge) in Print und Onlinemedien nur nach vorheriger schriftlicher Erlaubnis gestattet ist. Martin hat sich bereit erklärt, für Rückfragen zu seinem Beitrag per E-Mail (martin.j.landis ät googlemail.com) oder in den Kommentaren zur Verfügung zu stehen. Was wir hemmungslos ausnutzen sollten…

Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns (näheres in unserer Beitragsankündigung) in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Da seine Schilderungen ausnahmsweise nichts mit Sheng Fui zu tun haben und aus Gründen der Höflichkeit  und des Respekts vor unserem Gastautor, möchte ich Euch darum bitten, in den Kommentaren nur den Inhalt des Beitrags zu diskutieren und die Gemeindegespräche in anderen Beiträgen abzuwickeln.

Johannis steht über ein Internetcafe in Kathmandu mit uns in loser Verbindung und hat versprochen alle Fragen zu beantworten, so es sein angespannter Zeitplan und die desaströse Stromsituation in Nepals Metropole zulassen.

ACHTUNG – Jetzt mit über 70 Bildern in der Bildergalerie – ACHTUNG
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Es ist Freitag, der siebte November, vorm Fenster zieht ein winterkühler, blitzblauer Morgen herauf, und im Hof dröhnt der Generator. In diesem Stadtteil gibt es heute von 7:30 bis 9:30 Uhr und dann noch einmal von 17:30 bis 20:30 Uhr keinen Strom, ab nächster Woche soll uns der Saft täglich für zehn Stunden abgedreht werden. Nur als Hinweis: ich befinde mich im Land mit einem gigantischen Potential für Wasserkraftwerke, genug um halb Asien mit Strom zu versorgen.

Obwohl dieser Artikel erst am 19. November erscheinen wird, sitze ich schon jetzt an den Tasten, denn übermorgen reise ich für fünf Tage gen Norden in den Distrikt Rasuwa, wo HOPE e.V. seit zehn Jahren tibetische Flüchtlinge in mehreren Camps unterstützt. Erneut werde ich dort drei dieser entlegenen Flüchtlingssiedlungen besichtigen und die Empfänger unserer Hilfszahlungen besuchen, überwiegend Menschen im Alter von Sechzigplus.

Kurz nach meiner Rückkehr bin ich dann wieder für drei Tage in den Distrikten Dhading und Gorkha unterwegs, habe daher kaum Zeit für euch zu schreiben.

Worum soll es nun im letzten von vier Beiträgen gehen?

Heiteres und Haarsträubendes aus diesem extrem hellhörigen Betonkasten mit dem schönen Namen Potala Guesthouse, in dem ich seit 2002 einen beträchtlichen Teil jedes Jahres verbringe? (Anders als von Lorenz in der ersten Ankündigung erwähnt, bin ich oft zweimal jährlich hier, in Summe kommen da locker zehn Wochen zusammen.)

Skurriles aus dem Alltag der nepalesischen Geschäftsleute, zum Beispiel über die Fußmatten, die morgens überall vor den Läden umgedreht auf dem Asphalt liegen? (Füße und alles, was von ihnen berührt wird, gelten als spirituell unrein. Deshalb berührt man die Fußmatte ungern und klopft sie nicht etwa aus, sondern lässt den Dreck von den darüber rollenden Autos und Motorrädern rausfahren.)

Kuriose Berichte über mit Terpentin gepanschtes Benzin, durch das in Nepal wöchentlich hunderte von teils nagelneuen Motorrädern den finalen Kolbenfresser erleiden?

Oder eher Bedrückendes aus diesem Land am Himalaya, wo fast alle großen Flüsse entspringen, die den indischen Subkontinent und große Teile Chinas mit Trinkwasser versorgen. Im mächtigsten Hochgebirge der Welt schmelzen die Gletscher – seit Urzeiten steter Quell sauberen Süßwassers für die langen, trockenen Sommermonaten – wie Butter in der Sonne und bringen dabei Gletscherseen zum Ansteigen, bis sie mit unbändiger Kraft ihre Dämme sprengen und das talwärts gelegene Land verwüsten.

Nepal zählt zu den zehn Ländern, die am schwersten von der Klimaveränderung getroffen werden. Soll ich darüber schreiben?

Dieses Land erscheint mir oft wie ein Mikrokosmos unseres Planeten, extrem vielfältig, voller Schönheit und Lebenskraft, aber auch beladen mit ungelösten Problemen von einer kaum vorstellbaren Dimension. Die Nepalesen haben viel Geduld bewiesen und die Hoffnung nie aufgegeben, aber der Silbersteifen an ihrem Horizont ist eher blasser geworden.

Die Maoisten, vor zweieinhalb Jahren vom bewaffneten Kampf aus dem Untergrund an den grünen Tisch umgezogen und neuerdings sogar stärkste politische Kraft, bereichern sich ungeniert und missbrauchen ihre Macht fast schon genau so dreist, wie es der letzte König und einige seiner Vorgänger taten.

(Zahlreiche Bilder vom Generalstreik 2006 und den erhitzten und teilweise blutigen Auseinandersetzungen sind auf der privaten Homepage des Autors zu sehen. In seiner Reportage Fahrradtour in Kathmandu berichtet Johannis von den Auswirkungen des Generalstreiks. Die Redaktion)

Integre Führerpersönlichkeiten sind in Politik und Wirtschaft rar, das Volk ist nach elf Jahren blutigen – und von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachteten – Bürgerkriegs brutalisiert und innerlich zerrissen, die Menschen haben die ewigleeren Versprechungen und den ermüdenden Daseinskampf satt, wollen endlich Fortschritt und die versprochene bessere Zukunft.

Vorgestern, am Mittwochmorgen, habe ich mit Tränen in den Augen und gemeinsam mit unzähligen anderen Erdenbürgern am Fernsehbildschirm den Wahlsieg von Barack Obama begrüßt, einem Mann, der weltweit gefeiert wird und unglaublich viel Hoffnung freisetzt. Mit ihm als Führer der derzeit größten Weltmacht keimt die Zuversicht auf, dass es vielleicht noch nicht zu spät ist, dass wir – vorausgesetzt wir handeln einig, entschlossen und ohne weitere Verzögerungen – doch noch eine Chance haben und die drängenden weltweiten Probleme lösen oder zumindest ihre Folgen auf ein erträgliches Maß mildern können.

Man wünschte jedem Land dieser Erde einen männlichen oder weiblichen Barack Obama, auch wenn der gewählte Präsident der USA erst noch zeigen muss, ob er die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllen kann.

Das jahrhundertelang feudalistisch regierte Nepal wird wohl noch viel Zeit brauchen, um eine wirklich demokratische Kultur zu entwickeln. Leider stehen dem vielfach die Interessen der Reichen und Mächtigen, endlose politische Querelen und Zwistigkeiten, der religiös bedingte Fatalismus der breiten Masse, aber auch die oftmals erschreckend schlechte Ausbildung entgegen.

In den Schulen beten die Kinder im Chor nach, was in den altmodischen Lehrbüchern steht, und das Land beschäftigt knapp 30.000 Hilfslehrer, die als einzige Qualifikation das hiesige Äquivalent unseres Abiturs vorweisen müssen. Abseits der größeren Städte sind die Schulgebäude oft uralt, klein und stickig oder sogar einsturzgefährdet. Es gibt meist keine Toiletten, kein Wasser, keinen Strom. Also auch keine Computer oder andere moderne Lehrmittel, kein elektrisches Licht und oft nicht einmal genug Bücher. Dafür aber Schuluniformen, morgendliches Exerzieren auf dem Hof und oft noch den Rohrstock.

Das Schulsystem kann HOPE e.V. nicht verändern, aber der Verein kann sich zumindest dafür einsetzen, dass es ordentliche Schulgebäude gibt. Das tun wir, in der Hoffnung, dass in einer dieser Schulklassen der nepalesische Barack Obama heranwächst, ein Mensch, der dieses Volk einigen kann und in eine bessere Zukunft führen wird. Meinem letzten Beitrag sind deshalb einige Bilder der Bitesh Primary School beigefügt, wo wir gerade ein neues Gebäude bauen, eines unserer insgesamt sieben Schulprojekte landesweit.

Ich bedanke mich für das Forum, das Lorenz Meyer mir hier geboten hat, und natürlich für das Interesse und die Spendenbereitschaft. Verabschieden möchte ich mich von den Lesern dieser Seite mit Fotos von Kindern aus Nepal – also exakt jenen Menschen, deren Zukunft durch die Auswirkungen globaler Versäumnisse entscheidend geprägt sein wird. Sie sind die Saat, aus der in diesem wunderschönen und extrem widersprüchlichen Land eine gerechtere und demokratische Gesellschaft erwachsen kann. Deshalb brauchen sie unsere Fürsorge und Unterstützung.

(Weitere Bilder in der Bildergalerie)

Die Serie mit den Notizen aus Nepal ( Beitrag 1: Überlebenskämpfer, Beitrag 2: Feiern, bis die Schwester kommt, Beitrag 3: Verkehrsdurchsage) ist mit diesem Beitrag an ihr Ende gelangt. Wir bedanken uns bei Johannis R. Jappen herzlich für seine eindrucksvollen Berichte aus dem fernen Nepal, die oft unter beschwerlichen Umständen zustande gekommen sind. So musste Johannis beim Übertragen der beträchtlichen Datenmengen jede Menge asiatische Gelassenheit aufwenden und so manchen westlichen Fluch unterdrücken, wenn mal wieder der eh schon tröpfelnde Upstream abriss und er sich erneut ins Netz wählen musste. Auch dafür Danke, Johannis und eine eine gute Rückkehr nach Deutschland!

Wir hoffen, dass Euch die Notizen aus Nepal gefallen haben und Ihr die Arbeit von Johannis weiterhin am Leben erhalten wollt. Unterstützt HOPE e.V. deshalb mit einer Spende über Paypal oder per Banküberweisung auf das Vereinskonto.

Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns (näheres in unserer Beitragsankündigung) in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Da seine Schilderungen ausnahmsweise nichts mit Sheng Fui zu tun haben und aus Gründen der Höflichkeit  und des Respekts vor unserem Gastautor, möchte ich Euch darum bitten, in den Kommentaren nur den Inhalt des Beitrags zu diskutieren und die Gemeindegespräche in anderen Beiträgen abzuwickeln.

Johannis steht über ein Internetcafe in Kathmandu mit uns in loser Verbindung und hat versprochen alle Fragen zu beantworten, so es sein angespannter Zeitplan und die desaströse Stromsituation in Nepals Metropole zulassen.

ACHTUNG – Jetzt mit über 50 Bildern in der Bildergalerie – ACHTUNG
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Ein wohlmeinender Zeitgenosse gab mir vor meiner Abreise den Rat mit auf den Weg, ich solle bitte nur Safer Sex praktizieren. Nette Idee, denn obwohl ich – anders als der deutsche Durchschnittsmann – eine rassige Brünette oder gar glutvolle Schwarzhaarige jederzeit der im Westen eher überbewerteten kühlen Blondine (in Nepal etwa so verbreitet wie Gletscherseen in der Zentralsahara) vorziehen würde, hatte und habe ich hier überhaupt keinen Verkehr.

Das nicht etwa, weil ich mich spröde und keusch verweigern würde – nein, die oftmals ausgesprochen liebreizenden Nepalesinnen sind leider erstaunlich prüde und regelrecht kontaktscheu. Sie haben (wenn man von gewerblichen Berührungen absieht, die für mich tabu sind) kein erkennbares Interesse an blässlichen Langnasen wie mir. Schade, sehr schade!

Verkehr mit mir findet darum nur im unverfänglichen Bereich statt, also auf den Straßen. Gestern erzählte ein Mitarbeiter, früher hätten er und seine Schulkameraden gedacht, wenn es in Kathmandu erst einmal Verkehrsstaus wie im Westen gäbe, wäre das Land endlich voll entwickelt. Mittlerweile bricht der Verkehr an Werktagen sehr zuverlässig morgens wie abends für mindestens eineinhalb Stunden zusammen, aber Nepal ist weiterhin ein sehr rückständiges Land. Es gibt hier – nicht nur für den Verkehr – reichlich Regeln, aber kaum jemand befolgt sie, überall regiert das nackte Chaos.

Die meisten Gassen der Hauptstadt sind eindeutig zu schmal für zwei Autos, dennoch brettert ständig irgendwer gegen den Strich durch die vielen Einbahnstraßen. Man regt sich darüber aber nicht etwa auf, sondern nimmt die Anarchie hin wie schlechtes Karma. Es wird wenig gemeckert, kaum geflucht und – anders als bei uns – auch nicht dauernd gedroht oder der Fickfinger gereckt, aber für Rüpeleien entschuldigt sich auch niemand. Bei Unfällen strömt sofort das Volk zusammen, entscheidet die Schuldfrage spontan und entlastet Polizei und Gerichtsbarkeit nicht selten durch gemeinschaftlich verabreichte Prügel.

Tagsüber ist die Stadt erfüllt von einem kakophonischen Hupkonzert und das ständige Plärren der Hörner bedeutet unter anderem: Ich bin hinter/neben/vor dir; Ich überhole dich gleich; Ja, weiß ich; Toller Sari, Baby, und vor allem das Darunter; Mach endlich Platz, Mann; Muss hier grad mal anhalten; Hallo, der Bus ist da; Ich hab dich längst gesehen; Brauchen Sie ein Taxi?; Lauft hier bloß jetzt/heute/diese Woche nicht über die Straße; Hey, Ram Bahadur, wie geht’s dir, altes Haus? Das und noch viel mehr kann man mit Hupe oder Pressluftfanfare – ein Muss für Busse und Lastwagen – ausdrücken.

Seit die Banken jedermann ein Motorrad finanzieren, der eine minimale Anzahlung und jahrelang hyperhohe Zinsen berappen will, verstopfen massenhaft Zweiräder die Stadt. Hier kann man mit Glück in einem Mopedstau stehen, bei dem sich hunderte der stänkernden Knatterkisten so dicht in einer Gasse drängen, dass man selbst zu Fuß nicht mehr durchkommt. Überhaupt ist Kathmandu die einzige Stadt, in der man andauernd und locker überholen kann – allerdings nur zu Fuß, und zwar jederlei Fahrzeuge.

Ansonsten wird auf dem Motorrad alles transportiert, von Ziegen und Hühnern über Baustahl und Flüssiggas bis zur vierköpfigen Familie. Echt nervig sind die neueren Kisten Marke Bajaj Pulsar und Hero Honda Splendor, die 150 ccm Hubraum und Powerhörner mit dem kraftvollen Hupensound von 7er-BMWs haben. Überhaupt erinnern mich besonders die jungen Kradfahrer an mongolische Reiterhorden, wenn sie – statt auf dem Rücken struppiger Pferde – mit durchgedrückter Hupe und Vollgas im wilden Zickzack zwischen Fußgängern und Rikschas hindurchballern wie Alpinisten beim Riesenslalom in Kitzbühel.

Außerhalb der Städte ist die Lage anders, aber nicht besser. Hinten an den Lastwagen steht meist ‚Horn please’ und man befolgt vorm Überholen besser diese Aufforderung. Nachts nimmt man die Lichthupe, falls das Licht am Fahrzeug geht, das ist aber nicht zwingend. Um die Birnen zu schonen, wird das Fahrlicht erst bei Dämmerungswerten von rund 7,5 Lux eingeschaltet, das entspricht etwa der Helligkeit in einem Kleiderschrank bei angelehnter Tür. Abblendlicht ist für Anfänger, normalerweise fährt man die ganze Nacht mit Fernlicht, damit der Gegenverkehr auch sieht, wie entgegenkommend man ist. Sicherheitsgurte – wenn vorhanden – werden grundsätzlich nicht angelegt, denn das verstößt gegen die Männlichkeitsrituale.

Es darf deshalb nicht überraschen, dass Nepal weltweit beinahe die höchste Anzahl tödlicher Unfälle bezogen auf Fahrgastkilometer hat. Darin eifern die Nepalesen erfolgreich den Indern nach, die zwar nur 1% aller Fahrzeuge dieser Welt besitzen, aber 10% der Verkehrstoten beklagen. Neben allgemein halsbrecherischer Fahrweise – das Sprichwort ‚Wer bremst verliert’ muss eigentlich in Nepal entstanden sein – gehören folgende Verhaltensweisen unbedingt zum guten Fahren:

  • Überholen in unübersichtlichen Kurven sowie gleichzeitiges Überholen mehrerer Fahrzeuge nebeneinander.
  • Parken an Steilstrecken, Engpässen und Haarnadelkurven, weil der Fahrer/Beifahrer pinkeln muss oder am Straßenrand besonders günstig frische Ananas/Bananen/Orangen/Zuckerrohrstücke verkauft werden.
  • Überraschendes Bremsen, Abbiegen, Wenden bei konsequentem Verzicht auf Lichtsignale oder Handzeichen.
  • Reparatur von Getriebe-, Radlager- und Kühlerschäden mitten auf dem Highway, dessen Breite etwa einer deutschen Kreisstraße entspricht, aber trotz löchrigem Asphalt meist wellig wie ein Feldweg ist.

Nutzfahrzeuge müssen bis kurz vorm Achsbruch überladen werden, auch wenn das ihre Motorleistung speziell im bergigen Gelände gern überfordert. (Hinweis: Fast 80% des Landes liegt im Gebirge). Warndreiecke werden grundsätzlich auseinandermontiert und zu dekorativen Ornamenten angeordnet vorn an den Kühlergrill geschraubt. Bleibt ein Fahrzeug unterwegs liegen und muss verlassen werden, wird es auf dem Asphalt liebevoll mit Felsbrocken eingerahmt und mit einem grünen Ast gekennzeichnet. So sieht man es zwar in der Dunkelheit erst, wenn man bereits über die Felsbrocken rumpelt, kann aber am Frischegrad des Laubzweiges erkennen, seit wann der Havarist dort steht.

Ich bin sicher, dass einige Leser mittlerweile über meine chauvihafte Überheblichkeit rechtschaffend empört sind, aber in diesem Bericht ist nichts gelogen oder auch nur übertrieben. Früher selbst als Berufskraftfahrer tätig, habe ich schon Fahrzeuge u. a. in Australien und Neuseeland besessen, wo ebenfalls Linksverkehr herrscht. Mich schreckt so leicht nichts ab, aber in Nepal habe ich mich noch nie ans Steuer gesetzt, denn oftmals scheint es, als sei hier der Gebrauch gesunden Menschenverstands bei Androhung der Todesstrafe untersagt. Stattdessen verlässt man sich auf Shiva, Shakti, Durga, Krishna und Co., aber mein Gottvertrauen ist bekanntlich nur schwach ausgebildet.

Obwohl dieser Text bereits zu lang ist, noch ein paar Worte zum Dasein des Fußgängers. Man geht inner- und außerorts meist furchtlos im Pulk nebeneinander und tendenziell links (alternativ im Sommer auf der schattigen Seite der Straße, an kalten Wintertagen hingegen in der Sonne), hat herannahende Fahrzeuge dabei im Rücken und demonstriert dadurch Gelassenheit. In der Stadt sind die Straßen oft ähnlich quirligvoll wie bei uns zur Loveparade, wobei dann allerdings keine Mopeds zugelassen sind.

Im Englischen gibt es den Begriff des ‚reckless driving’ wobei reckless eine Kombination aus riskant, rücksichtslos und halsbrecherisch benennt. In Kathmandu kommt man am besten mit ‚reckless walking’ voran, eine Mischung aus entschlossenem Ausschreiten, subtiler Drängelei, Zickzacklauf mit reaktionsschnellen Kursänderungen im Millisekundenbereich und unerschrockenem Hasardspiel. Taxi- und Motorradfahrer bremsen fast immer im letzten Moment, bevor sie einem im Gedränge mit der Stoßstange das Schienbein oder mit dem Lenker ein paar Rippen brechen. Touristen stolpern unsicher durch die Stadt, Rikschas und Radfahrer stellen kaum eine tödliche Gefahr dar, nur bei Bussen und LKW sollte man vorsichtig sein. Also immer feste drauf los, denn wer zögert wartet ewig. Zebrastreifen sind – ebenso wie Ampeln – extrem selten, meist bis zur Unkenntlichkeit verblasst und dienen eigentlich nur zur Auflockerung des Stadtbildes.

Ansonsten muss man in Nepal frühzeitig den horizontalen 90-Grad-Schulterschwenk üben, denn hier gilt zwischen allen Verkehrsteilnehmern als Toleranzdistanz die Handbreit. Wobei es sich oft um die Hand eines im siebten Monat frühgeborenen Säuglings handelt, etwa acht Millimeter. Beim 90-Grad-Schulterschwenk dreht der Fußgänger den Oberkörper blitzschnell parallel zur Gehrichtung, macht sich also schmal und beugt somit der sicheren Kollision mit entgegenkommenden PKW/Bussen/Jeeps/Mopeds/Fahrradrikschas aus. Ich mache mich jetzt auch mal schmal, winke im Geiste mit einer voll ausgewachsenen Männerhand und verrate nicht noch mehr Tricks, denn sicher wollen manche Leser bald selbst nach Nepal reisen und vor Ort eigene, anregende Erfahrungen machen.

PS: Letzten Sonntag auf der Fahrt in den Distrikt Dhading erlebte ich meinen bisher gigantischsten Stau auf dem Prithivi Highway (Nepals Nabelschnur nach Indien), der von aufgebrachten Anwohnern für einen halben Tag blockiert wurde. Mehr dazu und Bilder findet ihr auf meiner eigenen Seite, sobald ich dazu komme. Kann aber etwas dauern.

Während Johannis im Zickzacklauf durch Nepals Metropole eilt, wollen wir die Zeit nutzen und weitere Spenden für seinen Verein HOPE e.V. aquirieren.

Sowohl der erste Beitrag der Notizen aus Nepal (Überlebenskämpfer) als auch der zweite Beitrag (Feiern, bis die Schwester kommt) haben bei den Lesern ein gewaltiges Echo erzeugt und unsere großzügigen Blogbesucher haben gespendet, was das Zeug hält. Damit der Spendenstrom nicht abreißt, hier nochmal unsere ausdrückliche Aufforderung: Unterstützt HOPE e.V. mit einer Spende über Paypal oder per Banküberweisung auf das Vereinskonto.

Johannis R. Jappen berichtet in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke im fernen in Nepal. Bislang liegen von ihm zwei lesenswerte Beiträge vor:

Notizen aus Nepal 1/4: Überlebenskämpfer und
Notizen aus Nepal 2/4: Feiern bis die Schwester kommt

Zusätzlich zu seinen interessanten und spannenden Berichten hat er uns weiteres Bildmaterial übermittelt, das wir Ihnen in einer eigens eingerichteten Fotogalerie präsentieren.

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Der Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation HOPE e.V. Johannis R. Jappen kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Zusätzlich zu seinen bisherigen Beiträgen Überlebenskämpfer und Feiern bis die Schwester kommt hat er uns eindrucksvolles Bildmaterial übermittelt, das wir Ihnen in einer Galerie vorstellen wollen.

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Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns (näheres in unserer Beitragsankündigung) in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Da seine Schilderungen ausnahmsweise nichts mit Sheng Fui zu tun haben und aus Gründen der Höflichkeit  und des Respekts vor unserem Gastautor, möchte ich Euch darum bitten, in den Kommentaren nur den Inhalt des Beitrags zu diskutieren und die Gemeindegespräche in anderen Beiträgen abzuwickeln.

Johannis steht über ein Internetcafe in Kathmandu mit uns in loser Verbindung und hat versprochen alle Fragen zu beantworten, so es sein angespannter Zeitplan und die desaströse Stromsituation in Nepals Metropole zulassen.

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Der Monat Oktober hatte es diesmal in sich, insgesamt elf gesetzliche Feiertage standen den Nepalesen ins Haus und sind nun überstanden. Dashain, das größte Fest mit sieben offiziellen Feiertagen, dauert eigentlich eine halbe Mondphase, ist aber so kompliziert zu erklären, dass ich kapituliere.

Tihar, auch Diwali oder Deepawali genannt, ist etwas einfacher. Das Festival des Lichts erstreckt sich nur über fünf Tage, von denen an zweien eigentlich sogar gearbeitet wird. In Nepal steht eben nicht das Bruttosozialprodukt im Mittelpunkt des Denkens und Handels, sondern man feiert bis die Schwarte kracht. Schön, oder?

(Auch beim großen Nachbarn Indien gehört Diwali zu den größten religiösen Festtagen, was sogar unsere allmächtige Suchmaschinenmutter Google dazu bewegt hat, dem Fest eines der so genannten Doodles zu widmen.) Doch genug der ironischen Zwischentöne, jetzt kommen Fakten.

Am ersten Tag von Tihar ist Kag Puja. Das Wort Pooja oder Puja (sprich Puhdschah) bedeutet Huldigung, Verehrung, Zeremonie, und Kag ist die Krähe. Also werden am Morgen des ersten Tihartages die Krähen gefüttert. Die allgegenwärtigen Rabenvögel gelten als Götterboten, und da man so einem schwarzen Flattermann schlecht Blumenketten um den schlanken Hals hängen kann, serviert man den Vögeln einmal im Jahr ein schmackhaftes Frühstück.

Kukur Puja prägt den zweiten Tag, konsequenterweise waren heute alle Lokalzeitungen mit Bildern von festlich geschmückten Hundestaffeln aufgemacht. Reihenweise uniformierte Männer, vor sich jeweils einen Schäferhund im Hippielook mit Blumenkette. Auch wenn die meisten Hunde den Rest des Jahres mehr oder weniger verwildert auf Straßen und Plätzen vegetieren, bekommen viele Kläffer am zweiten Tihartag lecker Fresschen und eben den obligatorischen Blumenschmuck, dem auch ich mich bei offiziellen Gelegenheiten nicht entziehen kann. Der angeblich beste Freund des Menschen wird hier verehrt, weil er Schutz vor Angreifern und wilden Tieren bedeutet. Für die nomadischen Tibetvölker, die zeltend mit ihren Herden durchs angrenzende Hochland ziehen, erfüllen gerade die unerschrockenen Mastiffs und wachsamen Tibetterrier diese Aufgabe bis heute. Sie helfen leider nicht gegen die Willkür der chinesischen Besetzer, aber das ist ein anderes Thema.

Am dritten Tag kommt ein Doppelpack, morgens Gai Puja und nach Einbruch der Dunkelheit Laxmi Puja. Gai ist die Kuh, deren heiliger Status sich wohl bis zu uns ungläubigen Westlern herumgesprochen hat. Sie liegt oder steht mit Vorliebe mitten auf der Straße, kaut nachdenklich an einem leeren Pappkarton herum (Cellulose, nahrhaft für Wiederkäuer) und erbringt somit, trotz Klimagasausstoß, ihren Beitrag zum Umweltschutz. Hindus essen kein Rindfleisch, machen aber beim Wasserbüffel gern eine Ausnahme.

Strenggläubige müssen ihr Haus sofort gründlich reinigen, wenn europäische Kuhesser zu Besuch waren. Hat der Gast gar die Schwelle zur Küche überschritten, wird weggeworfen, was dort auf dem Herd köchelte, denn es ist nun spirituell verunreinigt. Nützlich an der heiligen Kuh sind die Milch, die sie angeblich liebend gern von sich gibt (hungrige Kälber sehen das wohl etwas anders), und vor allem der Dung. Brennmaterial, Dünger und – als Politur auf den Lehmfußboden verstrichen oder mit Sand und Stroh vermischt – Baustoff, ja sogar als Heilmittel wird Kuhkacke eingesetzt.


Laxmi ist die Göttin des Wohlstands und der eigentliche Star der ganzen Feierei. Schon am Vortag schrubben plötzlich alle Händler gleichzeitig die eisernen Rolltore ihrer Läden und putzen die Schaufenster. Morgens hängt man dann überall Ketten aus frischen Ringelblumen auf. Gegen Abend werden auf der Türschwelle von kundiger weiblicher Hand komplizierte Mandalas aus Reis, Bohnen, farbigem Pulver, Kerzen und Blüten gelegt und ein Strich aus rotem Ton – von Öllampen gesäumt – führt von dort ins Innere des Hauses. Nachts kommt Laxmi angesaust, findet das Mandala, huscht an der roten Linie entlang ins traute Hinduheim und bringt ihren Segen. Bei mehr als einer Milliarde Hindus weltweit ist Laxmis Job logistisch nicht weniger anspruchsvoll als der unseres Weihnachtsmanns, welcher bekanntlich annähernd mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist, um all den braven Kindern Geschenke zu bringen. Wobei ihm wegen der immensen Reibungswärme schon mal die Rentiere verglühen, aber auch das soll hier nicht vertieft werden.

Der vierte Tihartag wird wahlweise dem Ochsen oder der eigenen Person gewidmet, manch einer kann das sehr schön kombinieren. Aber Scherz beiseite – Maha=Ich Puja ist eine tolle Erfindung, die vielen von Selbsthass zerfressenen westlichen Neurotikern dringend zur Nachahmung empfohlen werden muss. Man feiert sich selbst und das Leben, freut sich am Erreichten, übt Demut sowie Dankbarkeit und macht Pläne für die Zukunft. Praktischerweise beginnt zeitgleich auch das neue Jahr der Newari, der Ureinwohner des Tales von Kathmandu. Also Nepal Sambat 1129 statt des aktuellen Jahres 2065 im nepalesischen Kalender, der meist mit Neumond im April beginnt. Verwirrend? Ja, finde ich auch manchmal.

Der fünfte und letzte Tag heißt Bhai Tika. Bhai ist der jüngere Bruder, Tika der meist leuchtendrote Segensfleck, den man hier zu besonderen Anlässen auf die Stirn gepappt bekommt. An Bhai Tika huldigen die Schwestern ihren Brüdern, beschenken sie, waschen ihnen die Füße mit wohlriechenden Essenzen und applizieren eine komplizierte Mischung aus Eiklar, buntem Pigmentstaub, Reiskörnern und Blütenblättern auf der Denkerstirn des Blutsverwandten. Eine schöne Zeremonie, die ich auch schon mal erleben durfte. Wahrscheinlich hat man die betörend liebreizende junge Frau aber nur deshalb auf spirituellem Wege zu meiner Schwester gemacht, um sie vor eventuellen lüsternen Nachstellungen meinerseits zu schützen. Schade.

Ansonsten wird – wie bei uns Ende Dezember – viel zu viel gefuttert, reichlich gesoffen und gelegentlich gestritten. Mann spielt Karten oder würfelt, Frau kocht, trägt auf und spült. Ähnlich wie an Sylvester wird auch hier gern geböllert, wobei man bei uns zum Erwerb hiesiger Feuerwerksartikel die deutsche Sprengmeisterlizenz besitzen müsste. Erst vor wenigen Tagen flog in Indien eine illegale Böllerfabrik in die Luft, unter den 26 Toten waren zehn Kinder, die kleinen Hände sind halt so flink und geschickt.

Einfuhr, Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerk sind in diesem Jahr offiziell verboten, aber offenbar hat die Polizei in Kathmandu tausend neue Stellen für Behinderte geschaffen und sofort mit Taubstummen besetzt. Eine Woche lang kracht, zischt, rummst und böllert es von früh bis spät, so manch gefiederte Taube fällt schockiert vom Mauersims, liegt plötzlich herztot im Staub und reckt die Trippelfüßchen in den blauen Oktoberhimmel, aber um das Geballere kümmert sich kein Schwein. Etwas schade, dass in diesem armen Land nach elf Jahren Bürgerkrieg soviel Geld für Knallerei ausgegeben wird. Noch vor zweieinhalb Jahren gingen hier in Kathmandu echte Bomben hoch, wurde geschossen und viel Blut vergossen. Schnee von gestern.

Unverträglichkeiten gegen Lärm sollte man hier sowieso nicht entwickeln, Kathmandu ist einfach eine nervtötend laute Stadt. An den letzen beiden Tihartagen ziehen Kinderhorden und semiprofessionelle Tanztruppen von Haus zu Haus. Sie trommeln, was das Fell hält, schlagen Schellenkränze und singen ihre Lieder. Man wird sie nur mit Geld oder Süßigkeiten los, demnach wurde Halloween wahrscheinlich in Nepal erfunden. Ansonsten ist die Stadt festlich erleuchtet, besonders die Mittelschicht hängt blinkende Lichterketten über die Balkons, bis das chronisch überlastete Stromnetz in die Knie geht.

So, im Nachbarhaus übt mal wieder ein ebenso unbegabter wie wütender Schlagzeuger, der Hinterhof wird weiterhin heftigst für Sprengungen genutzt und demnächst ist wieder Stromsperre. Ich nehme also besser meine Herztropfen und überlege, worüber ich beim nächsten Mal berichte. Bis dahin viele Grüße aus Nepal.

So lange Johannis noch die Kraft findet, seine Herztropfen einzunehmen, so lange wollen wir auch sein Projekt unterstützen und seinen Verein HOPE e.V. mit ein paar  kleinen oder großen Spenden unterstützen.

Bereits der erste Beitrag der Notizen aus Nepal hat bei den Lesern ein gewaltiges Echo erzeugt und unsere großzügigen Blogbesucher haben gespendet, was das Zeug hält. Damit der Spendenstrom nicht abreißt, hier nochmal unsere ausdrückliche Aufforderung: Unterstützt HOPE e.V. mit einer Spende über Paypal oder per Banküberweisung auf das Vereinskonto.

Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns (näheres in unserer Beitragsankündigung) in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Da seine Schilderungen ausnahmsweise nichts mit Sheng Fui zu tun haben und aus Gründen der Höflichkeit  und des Respekts vor unserem Gastautor, möchte ich Euch darum bitten, in den Kommentaren nur den Inhalt des Beitrags zu diskutieren und die Gemeindegespräche in anderen Beiträgen abzuwickeln.

Johannis steht über ein Internetcafe in Kathmandu mit uns in loser Verbindung und hat versprochen alle Fragen zu beantworten, so es sein angespannter Zeitplan und die desaströse Stromsituation in Nepals Metropole zulassen.

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Nach einem unerquicklichen Flug via Bahrain und Neu Delhi bin ich kürzlich zum xten Mal in Nepal gelandet.

Kaum aus dem Flughafen heraus, hat mich die Hauptstadt Kathmandu verschluckt und wie jedes Jahr in einer Welle von Gerüchen, Geräuschen und verstörend-klaren Bildern durch ihre Gassen und staubigen Avenuen gespült.

Gleich am ersten Tag erlebte ich in der City eine Massenkundgebung – Streiks und Demos sind sozusagen der nepalesische Volkssport – und wurde gleichzeitig Zeuge einer der unzähligen Facetten des Überlebenskampfes der Menschen hier. Wütende Straßenverkäufer zogen mit hastig gepinselten Plakaten durch die Innenstadt und skandierten ihre Parolen. Erst im Nachhinein begriff ich, was diesmal anders ist als sonst: die Gehwege sind nämlich frei von den üblichen Hindernissen.

Eigentlich wird in dieser quirlig-pulsierenden Stadt fast jedes Fleckchen marktwirtschaftlich genutzt, bieten fliegende Händler überall auf Bürgersteigen, Brücken, Treppenstufen ihre Waren an.

Obst, Gemüse, Schuhe und billige Kleidung, Spielzeug, CDs mit Hindi-Pop, Getränke, Taschenlampen und Kofferradios aus China, Geschirr, Schonbezüge fürs Handy, die allgegenwärtigen Gummilatschen, Gewürze, lebendige Hühner – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Mancherorts haben sich regelrechte Märkte etabliert, reiht sich Stand an Stand auf holperigem Pflaster. Alles natürlich ohne offizielle Genehmigung. Dutzende windschiefer kleiner Hütten aus Bambus, mit wackeligen Sperrholztischen innen drin, das Ganze von leuchtendblauer Plastikplane bedeckt, und davor drängeln sich Käufer.

Vorgestern kamen dann plötzlich die Bagger, rissen alles nieder, und Polizisten verscheuchten selbst jene Frauen, die mit einem Korb selbstgepflückter Beeren oder Gurken aus dem eigenen Garten – frisch aufgeschnittenen mit Salz und Chilipulver bestreut sind sie hier sehr beliebt – entlang einer der belebten Straßen hocken. Die von Kommunisten geführte neue Regierung hat über Nacht den Straßenhandel für illegal erklärt und damit tausende Händler samt Familien ihrer Existenz beraubt. Deswegen die Demonstration, die wütenden Rufe und erbitterten Gesichter.

Gestern las ich dann die traurige Geschichte von einer Gruppe Nepalesen, die in Saudi Arabien unter einer Brücke lebt. Seit 45 Tagen, gut 240 Mann, und doch nur ein paar aus dem riesigen Heer derer, die sich in arabischen Ländern als billige Arbeiter verdingen. Einen Teil ihres mageren Lohns schicken sie nach Hause, damit dort Frau und Kinder oder eben die Eltern und Geschwister satt zu essen haben. Jedes Jahr sitze ich auf der Rückreise nach Deutschland in einem Flugzeug, das mindestens zur Hälfte mit nervösen jungen Männern besetzt ist, die beim Zwischenstopp in Abu Dhabi, Bahrain, Doha oder Moscat aussteigen werden. Sie sind unterwegs zum Job in der Fremde und haben erstmalig die Heimat verlassen. In ihren Gesichtern spiegeln sich zugleich Furcht, Ungewissheit, Trennungsschmerz und die unerschütterliche Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die gestrandeten Nepalesen aus dem Bericht haben für eine arabische Baufirma geschuftet, die aber monatelang keine Löhne gezahlt und schließlich pleite gemacht hat. Ohne Geld, Unterkunft und Rückflugtickets hausen die Männer nun seit sieben Wochen unter einer Autobahnbrücke und hoffen auf ihre Heimkehr. Bisher hat sich die dortige nepalesische Botschaft nicht um die Not ihrer Bürger geschert, die Bittsteller werden vertröstet oder abgewiesen.

Heute waren wir dann unterwegs zu drei Dörfern, in denen HOPE e.V. gegenwärtig Schulen baut. Dabei fuhren wir stundenlang durch ein flaches Flussbett, wo überall Männer, Frauen und Kinder damit beschäftigt sind, Steine aus dem Wasser zu sammeln, auf Lastwagen zu laden oder sie gleich vor Ort in scharfkantigen Schotter zu verwandeln.

Mit der Hand, von früh bis spät, für maximal 200 Rupien am Tag. In einem der besseren Restaurants von Kathmandu ist das der Preis für eine Flasche kühles Bier und entspricht etwa zwei Euro. Den Schotter verkaufen sie, denn er wird überall im Land gebraucht, um Beton und Asphalt anzumischen.

Abends las ich in der Kathmandu Post, dass die Behörden die Straßenhändler vorläufig dulden wollen, bis Tihar – das Lichterfest der Hindus – sollen sie alle registriert, mit einer Lizenz ausgestattet werden und anschließend Steuern zahlen. Es gibt hier mindestens 4.000 ambulante Verkäufer und Tihar beginnt Ende November. Ein derartiger Verwaltungsakt wäre selbst für effiziente Behörden ein überambitioniertes Ziel. Für eine vom Chaos regierte Metropole in der Dritten Welt ist es ein Ding lachhafter Unmöglichkeit. Entweder alles bleibt beim Alten und nach Tihar laufen wir wie gewohnt im wilden Zickzack über die Gehwege von Kathmandu, oder die fliegenden Händler werden wieder demonstrieren, Straßen blockieren, Parolen schreien und die geballten Fäuste gen Himmel recken.

Von dort können sie allerdings kaum Hilfe zu erwarten…

Und damit wären wir beim Stichwort Hilfe, denn wo keine Hilfe zu erwarten ist, tritt Sheng Fui auf den Plan. Wir wollen das Projekt von Johannis unterstützen und seinen Verein HOPE e.V. mit ein paar  kleinen oder großen Spenden unterstützen. Ihr könnt online über Paypal spenden oder per Banküberweisung auf das Vereinskonto. Ich eröffne die Spendenkette und sage 25 Euro zu. Das ist der Beitrag, der in Nepal/Tibet für den einmonatigen Besuch einer weiterführenden Schule oder als Zuschuss für das Studium reicht. Trägt sich noch jemand in den Kommentaren mit einer Spendenzusage ein?

Aufmerksame Besucher unserer esoterischen Plattform kennen bereits unseren Gastautor, Blogger und Buchautor Johannis R. Jappen.

Johannis ist außerdem Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins HOPE e.V., der sich vor allen Dingen in Nepal und Indien um Menschen in Not kümmert. Außerdem verbessert HOPE e.V. durch verschiedene Förderprojekte gezielt die Lebensumstände der dort lebenden Bevölkerung.

Johannis R. Jappen verbringt zahlreiche Wochen des Jahres im fernen Nepal, um die Projekte zu koordinieren, mit den Ansprechpartnern vor Ort zu kommunizieren (“to kick some ass”) und um sich nicht zuletzt von der bestimmungsgemäßen Verwendung der Spendengelder zu überzeugen

Wir konnten Johannis überreden, für Sheng Fui in einer vierteiligen Miniserie aus dem fernen Land zu berichten.

In den “Notizen aus Nepal” wird es nicht um Sheng Fui gehen, sondern um die Erlebnisse in einem gänzlich anderen Kulturkreis, die Begegnungen mit den dort lebenden Einheimischen und die vielen Haupt- und Nebensächlichkeiten des nepalesischen Alltags.

Die Umstände unter denen er aus einem der ärmsten Länder der Welt berichtet sind wahrlich nicht einfach. Zahlreiche Stromausfälle (selbst in der Hauptstadt) und teilweise chaotische Umstände durch die Machtübernahme der Maoisten erschweren das tägliche Leben extrem. Und so hoffen wir, dass wir übermorgen den ersten Beitrag der “Notizen aus Nepal” vorstellen können.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Der heutige Gastbeitrag stammt von Christian Götz, dem Betreiber des ChinaFans-Blog, das sich trotz des nach Asien deutenden Namens mit den verschiedensten esoterischen Aspekten des gesamten Erdballs beschäftigt. Redaktionell zur Seite stand ihm Lorenz Meyer.

WASSER, TACHYONISCHER QUELL DES LEBENS

Wasser zählt zu den sechs Elementen des Sheng Fui und spielt demzufolge in unserer Heilslehre eine energetisch sehr wichtige Rolle. Es ist der Baustein des geistigen Flusses, der Quell tachyonischer Spurenelemente, so unbestimmt wie Quantenzustände, aber auch wichtiges Transportmittel menschlicher Ausscheidungen.

Bereits in den überlieferten Schriften Tse Tangs wird über die wahre Natur des sagenumwobenen Feuchtigkeitsspenders berichtet. Aus den lange Zeit verschollenen Überlieferungen wissen wir, dass Wasser über ein eigenes Gedächtnis verfügt und sich regelrecht an bestimmte Ereignisse erinnern kann. So hat in der Vergangenheit manche wissende Sheng-Fui-Anhängerin ihren Partner gegen ein Glas klares Wasser eingetauscht, um mit diesem den Rest ihres Lebens zu verbringen. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sich so ein Glas Wasser selbst nach 20 Jahren noch an den Hochzeitstag erinnern kann…

Neben dem beschriebenen Memoryeffekt verfügt das Wasser zudem über eine den meisten Menschen gegenüber verborgene Eigenschaft: es kann durch seine physikalische Unbestimmtheit verschiedene Aggregatzustände wie flüssig und fest einnehmen. Und dies nicht nur abwechselnd und bei verschiedenen Temperaturen, sondern gleichzeitig!

Dazu müssen Sie dem Wasser seine urtümlichen Eigenschaften zurückgeben und den Transformationsprozess des Wasserstoffhydroxids durchführen (Anleitung im Sheng-Fui-Mitgliederbereich herunterladbar). Nach erfolgreicher Umwandlung können Sie das Wasser etwa kreisförmig modellieren, wie es auf dem Bild dargestellt ist.

Die Flüssigkeit weist zunächst die gleichen sensorischen Eigenschaften wie normales Wasser auf. Doch ziehen zum Beispiel fünf Personen daran, lässt es sich nicht zerreißen. Dieses Phänomen ist möglich, weil die tachyonischen Spurenelemente aktiviert wurden und sich nun mit den Quanten zu einer Einheit verschränken und dadurch eine wechselwirkende Ionisationsfluktuation zentripedaler Elektronenimplosion bewirken. Ein mehr als einfaches Prinzip…

Mit dem transformierten Wasser können sie zahllose Heilungsprozesse in Gang setzen und rituelle Waschungen am eigenen oder Fremdkörper durchführen. Tipp vom Profi: wegen des umfassenden Gedächtnisses sollten Sie ein Glas Wasser nie Zeuge energetisch unlauterer Handlungen werden lassen. Falls Sie esoterikfeindliche Gäste oder ewige Zweifler erwarten, bedecken Sie das Glas mit einem Behälter oder, noch besser, trinken Sie es vor dem Besuch.

Über den Autor: Bei unserem Gastautor handelt es sich um einen jungen Softwareentwickler, der sich in seiner Freizeit bevorzugt in esoterischen Foren, auf Weltverschwörungsseiten und Internetseiten aus der Anderswelt herumtreibt. Durch seine kritischen Nachfragen hat er sich bereits einige Auszeichnungen wie Beschimpfungen, Verweise, Rausschmisse und zuletzt eine Unterlassungsaufforderung erworben. Auf dem ChinaFans Blog lässt er seine Leser an den mitunter unterhaltsamen Korrespondenzen mit seinen Diskussionspartnern teilhaben.

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Der heutige Gastbeitrag stammt von Falk, der in der Bloggerszene als “Psychoblogger” bekannt ist. Der im realen Leben mit einem Doktortitel ausgestattete Blogger schreibt heiter und gut gelaunt über Haupt- und Nebensächlichkeiten, denen er – muss wohl eine Berufskrankheit sein – oftmals eine psychologische Komponente abgewinnt.

KLANGSCHALEN ZUR ABWEHR VON ERDSTRAHLEN

Erdstrahlen, Wasseradern und radioaktiv verstrahlte Ameisen und Kanalratten, die aus geheimen Laboren geflüchtet sind… Sicher hat jeder schon einmal von diesen Umweltfaktoren gehört oder ist gar schon mit ihnen in Berührung gekommen.

Besonders die Bewohner von sozial randständigen Wohnsiedlungen und Massenquartieren sind von den genannten Belastungsfaktoren betroffen. Hier allein auf die Sheng-Fui-konforme Ausrichtung der Haupteinrichtungsgegenstände wie Flachbildfernseher, DVD-Player und Spielekonsole zu setzen, reicht eben so wenig wie die Außenverlegung der Wasserleitung und der Ersatz des WCs durch ein Plumpsklo. In dieser Situation sind sehr viel wirkungsvollere Maßnahmen erforderlich!

Modifizierte Klangschalen

Durch die Kombination asiatischer Weisheit mit deutscher Ingenieurskunst konnte jetzt eine herkömmliche mittelgroße Klangschale dergestalt weiterentwickelt werden, dass die genannten Umwelteinflüsse komplett aufgefangen und unschädlich gemacht werden können. Die schädliche Wirkung wird einfach nach außen hin abgestrahlt…

Im Falle unglücklicher nachbarschaftlicher Beziehungen kann die Ausrichtung der Klangschale entsprechend angepasst werden und z.B. nach schräg gegenüber erfolgen. Doch Vorsicht: In bestimmten Gegenden richten die Bewohner (bevorzugt unterschiedlicher Einkommensschichten bzw. Ethnien) sich gegenüberstehender Hochhäuser konsequent ihre Klangschalen in die Gegenrichtung. In der Folge entsteht eine negative Energieakkumulation und die Quartiere werden unregierbar (Beispiel: Frankreichs berüchtigte Banlieues).

Wegen der mißbräuchlichen Anwendungsmöglichkeiten fallen die modifizierten Klangschalen in Frankreich neuerdings (wie Schusswaffen, Springmesser und Schlagringe) unter das Waffengesetz und werden erst nach dem vollendeten zwölften Lebensjahr abgegeben. In Deutschland dürfen die Klangschalen jedoch (noch) frei verkauft werden.

Durch subventionierte Entwicklungskosten und Großeinkauf der Bauteile können wir Ihnen heute ein sensationelles Angebot machen: Eine mittelgroße Klangschale “Energy Reflector Premium” kann im Aktionszeitraum bereits für einen Betrag von 29,99 Euro bestellt werden!

PS: Wegen der beschriebenen Problematik können die von uns aufwändig modifizierten Klangschalen nur nach Absolvierung eines Sachkunde- und Charaktertests (Euro 499,-) abgegeben werden. Die notwendige fachkundige Installation und Ausrichtung durch einen Sheng-Fui-zertifizierten Spezialisten erfolgt gegen eine Servicegebühr von 299,- Euro plus Anfahrtskosten und MWST.

Über den Autor: Falk Richter ist ein wahrer Blogaholic, der parallel gleich mehrere Internetseiten und Blogs bedient. Mittelpunkt seiner Onlineaktivitäten ist jedoch das pechschwarz gestaltete Psycho-Blog, in dem er – gegen jede Erwartung – bevorzugt über Heiteres schreibt. Außerdem widmet sich der passionierte Fotograf und Insektenliebhaber hin und wieder auf seinem Aktienblog aktuellen Wirtschaftsthemen um Bulle, Bär und Co. Die manchen Besuchern allzu  aufdringlich erscheinenden Google-Anzeigen in seinen Blogs ermöglichem dem gelernten Psychologen mittlerweile ein sorgenfreies Leben fern aller Existenzsorgen.

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