Okt 19
Rätsel um Redewendung “Holla die Waldfee” endgültig geklärt
Wir alle benutzen in unserem täglichen Sprachgebrauch immer wieder Ausdrücke und Redewendungen, über deren Bedeutung und Herkunft wir nichts wissen.
“Holla die Waldfee“, ist einer dieser Sprüche, mit denen wir ungläubiges Erstaunen kund tun oder unseren Respekt zum Ausdruck bringen. Woher dieser Ausruf stammt, konnte bislang nicht zuverlässig geklärt werden.
Jetzt sind uns aus dem Nachlass der Charlotte (Lotte) Grimm das in dieser Hinsicht aufschlussreiche Tagebuch und einige Manuskripte aus dem Jahre 1828 zugespielt worden. Die in der Märchenforschung unbekannte Frau, stand Zeit ihres Lebens im Schatten ihrer berühmteren Brüder Jacob und Wilhelm (Gebrüder Grimm). So beklagt sich Charlotte in ihren Aufzeichnungen darüber, dass ihre Brüder die von ihr mühsam gesammelten Märchen “in erschrecklicher Weyse verstümmelt oder gänßlich verbannet haben“.
Und tatsächlich: das von Charlotte Grimm nieder geschriebene Märchen von “Holla, der Waldfee” findet in den so genannten “Grimmschen Märchen” keinerlei Erwähnung. Über die Jahrhunderte war lediglich der Titel des Märchens von einer Generation an die andere übergeben worden.
Wir wollen Charlotte Grimm die Ehre zukommen lassen, die ihr gebührt und veröffentlichen als erste das Märchen von “Holla, die Waldfee”, welches gleichzeitig die Bedeutung des gleich lautenden Sprichworts erklärt.
Vor gar nicht all zu langer Zeit lebten an einem fernen Ort drei wunderschöne Schwestern namens Hillu, Hella und Holla in einer einsamen Hütte im tiefen, finsteren Wald. Den Unbilden des Wetters ausgesetzt und nur mit einem kleinen Gärtchen ausgestattet, fristeten sie ein gar kärgliches Dasein.
So schön anzuschauen die Schwestern auch waren, verband sie doch ein grausiges Schicksal: als Kinder waren die drei Mädchen von ihrem Vater, dem mächtigen König des Landes, verstoßen und im Wald ausgesetzt worden.
Doch trotz aller täglichen Mühsal waren die Königstöchter stets frohen Mutes und erfreuten sich an ihrem bescheidenen Leben. Und wenn es Sommer war, begaben sich die drei Waldfeen, wie sie sich spielerisch nannten, nach ihrem Tagewerk auf die angrenzende Waldlichtung, um ein Bad im Weiher zu nehmen. Nach der nassen Erfrischung tollten sie meist noch einige Zeit unbeschwert und nur mit ihrem entzückenden Kichern bekleidet über die Wiese, sangen gar liebliche Lieder und pflückten Blumen.
Nun begab es sich eines Tages, dass sich der Prinz des Nachbarkönigreichs auf einem Ausritt befand und dabei vom Wege abgekommen war. Nach einiger Zeit des Herumirrens erreichte er die versteckte Waldlichtung und entdeckte im schummrigen Licht der heran nahenden Dämmerung die drei Königstöchter bei ihrem munteren Spiel. Leise stieg er vom Pferd ab und schlich sich im Schutz der Büsche näher. Einer spontanen Eingebung folgend bemächtigte er sich ihrer herumliegenden Kleider und nahm erneut sein Versteck im Dickicht ein.
Wie magnetisch angezogen ruhte sein Blick auf den drei Schönheiten. Doch die Minuten in denen er sich an den entblößten Körpern der drei lieblichen Grazien ergötzen konnte, vergingen nur allzu schnell, denn für die Königstöchter war nun die Zeit des Aufbruchs gekommen.
Zunehmend verzweifelter suchten die Mädchen nach ihren Kleidern und fingen alsbald an, gar bitterlich zu weinen. So gab er sich zu erkennen und rief mit forscher Stimme “Ihr könnt Eure Kleider zurück bekommen. Doch jede von Euch muss mir ihren Namen sagen und mir einen Kuss auf den Mund geben.”
Das Schluchzen der Schwestern, die sich vor Scham einen Klafter tief in den Erdboden wünschten, verstummte. Nach einigen Momenten der Stille trat die Erste hinaus, nackt wie Gott sie dereinst geschaffen hatte…
Gemächlichen Schrittes trat sie auf den Prinz zu. “Hillu, die Waldfee“, hauchte sie ihm ihren Namen entgegen und gab ihm den geforderten Kuss. Ihre Lippen fühlten sich an wie die vom Tau benetzten Rosenblätter an einem lieblichen Sommermorgen.
Danach trat die nächste Schwester hervor. Ihr marmorfarbener Teint blendete sein Antlitz. Sie sah ihm in die Augen: “Hella, die Waldfee“. Ihr Kuss schmeckte wie edelster Perlwein, der seine Sinne benebelte wie es noch kein Wein zuvor getan hatte.
Da hörte er hinter sich ein Knacken im Geäst. Aus einem Augenwinkel sah er noch den heran nahenden Knüppel, der sich über seinem Haupte erhob. Doch da war es schon zu spät, und jählings ging er zu Boden. “Holla, die Waldfee“, hörte er eine weibliche Stimme sagen. Verschwommen erkannte er einen unbekleideten Frauenkörper, der sich über ihn beugte und fühlte den letzten Kuss.
Während er sein Leben aushauchte und von dieser Welt schied, wiederholte er in ungläubigem Erstaunen: “Holla, die Waldfee!”















April 27th, 2009 at 12:38
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August 14th, 2009 at 15:49
Heißt das nicht eigentlich “Husch, husch, die Waldfee” und “Holla, das sind aber dolle Dinger”? http://de.wiktionary.org/wiki/husch,_husch,_die_Waldfee!
August 19th, 2009 at 23:18
Neenee, das Rätsel geht doch so: Monikas Vater hat vier Töchter. Hillu Hella und Holla. Wie heißt die vierte Tochter?
September 13th, 2009 at 09:36
Stellt sich hierbei natürlich die Frage, wie es denn dann zu der Überlieferung dieser Geschichte kam, da doch der Hauptdarsteller das Zeitliche segnete. Und da die lieblichen drei Waldfeen aufgrund ihrer schlichten Existenz innerhalb bildungsferner Schichten wohl auch kaum zu einer schriftlichen Niederlegung dieses – sie sehrwohl traumatisierenden – Ereignisses befähigt waren, käme nur noch die flotte Lotte als Zeugin in Betracht.
Oktober 15th, 2009 at 23:53
Petras Mutter hat 4 Töchter: Hillu, Hella, Holla und ???
Haha, reingefallen!
Lösung ist Petra.
Gruß,
RatzE
Oktober 24th, 2009 at 22:58
…. und ich dachte immer, die erste der Waldfeen hätte Superillu geheißen..?? Wer klärt diese wichtige Frage? Die flotte Lotte ist derzeit mit Apfelmus beschäftigt.
Bitte dringend!!!!
Übrigens Spamschutz: Wieso ist 7 + 9 nicht 79 ??
November 1st, 2009 at 15:41
@mugl47: Die Antwort lautet “Ja”.
Zur Herkunft: Der Spruch kommt vom Skat.
http://www.tca-skat.de/skatsprueche.htm
Dezember 16th, 2009 at 16:12
Ich bin jetzt auf das Märchen zu “Pikus der Waldspecht” gespannt…