Ein energetisches Informationsportal wie Sheng Fui zu betreiben bedeutet in der Praxis einen nahezu kompletten Verzicht auf ein geregeltes Privatleben, man ist ständig der üblen Nachrede der gegnerischen Feng-Shui-Sekte ausgesetzt und muss Stalker und Kommentarterroristen abwehren…
Motivation für unsere tägliche Arbeit ist sicherlich nicht unsere Funktionsträgervergütung (enspricht dem Geschäftsführergehalt eines mittelständischen Unternehmens), sind nicht die zahlreichen Fernreisen oder unsere (notwendige) Geschäftslimousine. Nein, es ist IHR Zuspruch und es sind IHRE Rückmeldungen, die uns täglich aufs Neue darin bestärken, unseren energetischen Weg weiter zu gehen.
Heute erreicht uns nun ein Brief eines unserer treuen Sheng-Fui-Mitglieder, das uns davon unterrichtet, dass es uns für den renommierten Grimme-Preis vorgeschlagen hat. Wir zitieren aus dem Schreiben an das Grimme-Institut:
“Die Satire auf Esoterik-Angebote im Internet nimmt Geschäftemacherei und Prahlerei von selbsternannten Fachleuten, denen eher der Wunsch nach blinder Anbetung, Anerkennung und Einkommen als ihre unerfüllbaren Heils- und Weissagungsversprechen am Herzen liegen, aufs Korn.
Bei den Inhalten handelt es sich teils um hanebüchenen Unsinn, dessen Plausibilität und wissenschaftliche Korrektheit durch Detailreichtum in der Darstellung und erfundene Zeugenaussagen belegt werden soll. Teils werden einfache Binsenweisheiten mit würdevollem Pathos vorgetragen, was Seriosität oder Beseeltheit vorgaukeln soll.
Die Stilmittel werden so eingesetzt, dass die groteske Überzeichnung einen komischen Effekt hat. Die teils unverständlichen, weil absurden Inhalte werden in verständlicher Sprache vermittelt, dabei wird auch gelegentlich mit aktuellen Schlagworten (z.B. Pendlerpauschale, Abwrackprämie) gearbeitet. In der Regel werden ein oder mehrere Beiträge pro Tag veröffentlicht, die verlässliche Autorentätigkeit hat geholfen, eine Stammleserschaft zu etablieren, die die Beiträge eifrig kommentiert.
Kategorisierung, Verschlagwortung und Rubrizierung in u.a. “Tagesweisheit“, “Der Mondkalender empfiehlt“, “Wussten Sie schon?”, “Tipp vom Profi“, “Frage des Monats” und das brandaktuelle “Heute vor 200 Jahren” bieten – wie die blog-typische Navigationshilfe der chronologischen Beitragsanzeige und Tag-Wolke – Orientierung und Übersichtlichkeit.
Die Einbindung von relevanten Videos und illustrierenden Bildern ist selbstverständlich. Mit einer besonderen Form der partizipativen und kollaborativen internetspezifischen Nutzerbeteiligung hat Sheng-Fui.de Furore gemacht: die gemeinsame Löffelverbiegung und der Schweigechat. Als besonderen Service bietet die Seite auch regelmäßig in der Rubrik “Kostenloser Fragetag” Tipps und Tricks und Antworten auf Fragen der User, insbesondere zu Wohn-Themen.
Besondere Beachtung bei den mitlesenden und bis dahin eifrig kommentierenden, dem Sheng Fui kritisch gegenüberstehenden, Feng-Shui-Anhängern fand die Korrespondenz mit dem Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin über deren Empfehlung okkulter Feng-Shui-Praktiken.
Beispielhaft für eine gelungene Verknüpfung mit anderen Medien kann hier ein Auftritt des Machers Lorenz Meyer im Radio genannt werden.
Aber Spaß beiseite: Sheng Fui hat auch einen einzigen ernsthaften Teil – die Lesergemeinde sammelt Spenden für Nepal, die Hilfsorganisation Hope e.V. revanchiert sich über Gastbeiträge des Vorsitzenden mit interessanten Einblicken in die dortige Kultur.
Insgesamt bin ich der Meinung, dass es sich bei Sheng-Fui.de um ein herausragendes Online-Angebot handelt, das hochwertige Formate sowie kreative Konzepte der Kulturvermittlung und Unterhaltung entwickelt hat und weiterentwickelt.
Die hier vermittelte Unterhaltung wird nach meiner Ansicht auf hohem inhaltlichen und formalen Niveau geboten. Deshalb meine ich, dass Sheng-Fui.de für den “Grimme Online Award Kultur und Unterhaltung” in Frage kommt.” (Links von Redaktion)

Herzlichen Glückwunsch!
Die Wortwahl des Vorschlags lässt zwar vermuten, dass Lorenz Meyer den Text selbst geschrieben hat, aber niemand würde sooo tief sinken. Obwohl, vielleicht doch…
Viele Grüße, Johannis (schräg rechts von Redaktion)
Na wenn das mal nicht wieder die übellaunige Feng-Shui-Psychosekte auf den Plan ruft. Vielleicht sind sie auch wieder zu blöd und unterschreiben ihre anonymen Denunziationen mit den echten Namen.
“Bei den Inhalten handelt es sich teils um hanebüchenen Unsinn” – wenn man mich mit dieser Begründung für einen Preis nominieren wollte, ich würde so antworten: http://www.youtube.com/watch?v=LgKKplSGek0
@ Pumi: Danke für den Link, wir intonieren bereits…
mmhh, bin gerade am Nachdenken. Steht in diesem Schreiben an das Grimme-Institut jetzt drin, dass das alles nicht stimmt auf der Sheng-Fui-Seite? Oder wie soll ich das verstehen? ich fühle mich schon etwas enttäuscht und verletzt, und auch nicht so richtig ernst genommen …
@ Hartmut: bei nochmaligem Durchlesen des Anschreibens müssen wir Dir leider Recht geben: das Schreiben ist eine einzige Frechheit und wir werden den Verfasser mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft ziehen!