“Triumph für Anti-KiPo-Gesetzgebung: Ursula von der Leyen hebt koreanisches Kinderbordell aus.”
Mit dieser Meldung wartete die bekannte Bolevardzeitung mit den vier Buchstaben am gestrigen Tage auf. Als Beleg präsentierte man auf der Website des Yellow-Press-Giganten den Livemitschnitt aus einem angeblichen asiatischen Kinderbordell. Eine mehr als peinliche Falschmeldung, der jeder verantwortungsvolle Redakteur mit etwas Googeln auf die Schliche gekommen wäre.
Bei dem Filmbeitrag handelt es sich nämlich um ein Produktvideo der Firma Baby-Bot, das erstmals auf der Esoteria 09 in Tokio gezeigt wurde. Dem renommierten Hersteller ist es gelungen, täuschend echt wirkende Baby-Roboter zu konstruieren, die sich perfekt zur Musik bewegen können.
Bereits jetzt kann man beim Betrachten des Produktvideos den künftigen Markterfolg der neuen Baby-Bots erahnen, wenn man auf die begeisterten Zuschauer der Vorführung achtet. So finden sich in der euphorisch kreischenden Menge zahlreiche Paare mit Kinderwunsch, die angesichts des unhygienischen Zeugungsprozesses, den erheblichen Kosten und der anschließenden Wartezeit nicht gewillt sind, sich ein biologisches Kind auf traditionellem Wege zuzulegen.
Dr. Toshiro Funakoshi vom Sheng-Fui-Institut Kobe versprach in einer ersten Pressekonferenz, dem leicht debil wirkenden Prototypen neue Modelle folgen zu lassen. Die neuen Kinderautomaten würden dann nicht nur lippensynchrones Playback beherrschen, sondern auch über einen wesentlich höheren Grad an Feinmotorik und intellektueller Mimik verfügen.
Die neue Steuersoftware würde schließlich auch klassische Tanzschritte, wie man sie aus Ballett und Ausdruckstanz kenne, ermöglichen. Die Marktforschung hätte ergeben, dass die potentiellen Käufer der Baby-Bots recht konkrete Vorstellungen davon hätten, was ihre Neuerwerbung bei gelegentlichen Familienfesten der versammelten Verwandtschaft vortanzen soll. Die Neigungen der Kunden würden sich dabei auf faszinierende Weise mit den Interessen seiner unlängst verstorbenen Tante decken, die zeitlebens ein begeisterter Nurejew-Fan gewesen war. Der Wissenschaftler hätte seiner geliebten Tante auf dem Sterbebett hoch und heilig versprechen müssen, dass seine Baby-Bots eines Tages auch Schwanensee tanzen könnten. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg…
Schockierend! Ich frage mich, wie du es aushältst, im Netz nach solchen “Preziosen” zu suchen und gleichzeitig noch halbwegs bei Verstand zu bleiben. Ich musste nach 3 Minuten wegklicken. Wenn es doch bloß Roboter wären. Aber so sorgt das Koreanische Unterschichtenfernsehen zuverlässig dafür, dass die Terminkalender der asiatischen Psychotherapeuten auch in den kommenden Jahrzehnten voll sein werden. Ich fasse es nicht.