Lieber Nachrichtensender N24,

Unbenannt - 2Du nennst Dich “Deutschlands führender Nachrichtensender” und gehörst mittlerweile (vorher wars die ProSiebenSat.1 Media AG) dem Axel Springer Konzern. (Kenner erschrecken bereits hier, weil sich die beiden Satzbestandteile ausschließen. Aber egal…)

Wie andere Medien widmest Du Dich in Deiner Berichterstattung derzeit der verschollenen Boeing, die 239 Menschen an Bord hatte, lässt Experten zu Wort kommen und führst Interviews durch. Direkt am Anschluss an ein Statement eines Offiziellen aus Malaysia, der vor Spekulationen warnt, startest Du nun eine Telefonaktion.

Da die Experten nichts Verbindliches zu den Ursachen des verschollenen Flugzeugs sagen können, fragst Du allen Ernstes die Zuschauer danach: Für schmutzige 25 Cent je Anruf, die Du Dir in die Tasche steckst, sollen Deine Zuschauer sagen, ob es ein Unglück war, eine Entführung, auf einen Selbstmord des Piloten oder den Abschuss der Maschine zurückzuführen ist.

Das ist dermaßen zynisch, geschmacklos und traurig, dass mir jede weiteren Worte fehlen.

Ich mach´s deshalb kurz: N24, Du bist ein Arschloch!

Lorenz Meyer

https://www.facebook.com/fernoestliche.leere

 

Update 20.03.2014: Die Leute von N24 (beim Wort “Journalisten” weigerte sich meine Tastatur) haben es tatsächlich durchgezogen: “Gewinner” des Rätsels um die verschollene Boeing mit 239 Menschen an Bord ist die Entführung, gefolgt von Unglück. Auf den weiteren Plätzen der Telefonabstimmung landeten der Piloten-Suizid und der Abschuss der Maschine.
Allen Teilnehmern dieser geschmacklosen Wahl wünsche ich etwas mehr gesunden Menschenverstand, Medienkompetenz und die Erkenntnis, dass sie für N24 nur grenzdebiles Stimm- und Klickvieh sind. Und den zynischen Geschäftemachern der Springer-Tochter N24 wünsche ich, dass ihre äußere Erscheinung nicht mit der Hässlichkeit ihrer Seelen übereinstimmt, befürchte jedoch Schlimmes.

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Fokus2Liebe Focus-Online-Journalisten,

gestern habt Ihr über einen neuen Fall von Kinderpornographie berichtet http://bit.ly/1fIclNx und dies mit einem Bild einer CD illustriert, die den Schriftzug “Kinderpornographie” trägt. Entweder glaubt Ihr tatsächlich, dass derart beschriftete Datenträger bei den Tätern herumliegen (wahrscheinlich direkt neben den Videokassetten “Meine schönsten Raubmorde” und dem Leitzordner “Hinterzogene Steuern 2004 bis 2014″).

Oder Ihr denkt, dass der durchschnittliche Besucher Eurer Webseite dermaßen blöd ist, dass er solch ein Bild braucht, um den Zusammenhang Datenträger/Kinderpornographie zu begreifen. Oder es liegt an einer Mischung von Dienst nach Vorschrift (“Das Redaktionssystem verlangt nach nem Symbolfoto, sonst kann ich den Beitrag nicht veröffentlichen.”), Gedankenlosigkeit und, sorry, Dämlichkeit.

Durch die dem Bild angefügte Bildzeile “Datenträger mit dem Schriftzug „Kinderpornographie“” (wahrscheinlich habt ihr die Datei unter dieser Überschrift von Eurer Bilddatenbank bezogen) neige ich zu letztgenannter Variante.

Gestern habe ich Euch auf diesen Umstand auf Twitter hingewiesen. Und weil ich weiß, dass sowas im hektischen Redaktionsalltag untergehen kann und ich ahne, dass Ihr, nunja, vielleicht nicht die Merkfreudigsten seid, habe ich eine direkte Ansprache gewählt und Euch für dieses Symbolfoto unter Vermeidung von diplomatischen Worten und langem Herumgerede den Goldenen Vollpfosten verliehen.

Heute habe ich nun erneut Eure Webseite besucht. In der Hoffnung, Ihr hättet (nachdem Ihr mir nicht geantwortet habt) wenigstens still und heimlich das bescheuerte Symbolfoto gegen ein zumindest weniger bescheuertes Symbolfoto ausgetauscht. Diese Annahme war nicht nur irrig, sondern auch naiv. Ich gebe es zu.
Denn natürlich habt Ihr nichts dergleichen unternommen.
Stattdessen ist mir ein weiteres Highlight Eures beruflichen Schaffens aufgefallen:

Ihr bewerbt den im Text genannten USB-Stick mit Kinderpornodateien mit einem Affiliate-Link zu Amazon! (zu erkennen am Amazon-Logo hinter dem Wort und dem Mouseover-Schriftzug)

Vermutlich weil Ihr denkt, dass Kinderporno-Liebhaber jetzt auf den Gedanken gekommen sein könnten. “Ach, stimmt überhaupt. Ich könnte meine Dateien auch auf so einem Stick speichern. Den bestell ich mir mal gleich. Und warum nicht über diesen Link? Wenn der Focus mich schon so fein berät, dann kann er auch gerne die Provision dafür abstauben.”

Aber wahrscheinlich war alles wieder ganz anders und es hat mit meinen Vermutungen von oben zu tun. Ihr wisst schon, das mit dem Dienst nach Vorschrift, der Gedankenlosigkeit und der, nochmals sorry, Dämlichkeit.

Aber wie ich auf Eurer Webseite gesehen habe, wollt Ihr Euren Qualitätsanspruch als “eine der erfolgreichsten journalistischen Angebote im deutschsprachigen Internet” mit neun Millionen Nutzern und 100 Millionen Seitenaufrufen je Monat weiter ausbauen und sucht deshalb “Studentische Aushilfen in der Nachrichtenredaktion (Tag- und Nachtschicht)” http://bit.ly/1gc7IMq , deren Hauptaufgabe das Verfassen von Meldungen im Newsroom/Arbeit am Agentur-Ticker ist.

Ihr bietet dafür einige Vorteile wie z.B. “Learning on the Job!” und “Tiefe Einblicke in die redaktionelle Arbeit.”, was ich, wenn auch hustend, gerade noch nachvollziehen kann. Nur das mit dem “idealen Start in das Berufsleben”… Das wollen wir dann doch lieber weglassen, oder?

Euer Lorenz

Eben aus Versehen in die wohl widerwärtigste Sendung des Jahres gezappt: Im ZDF läuft seit drei Stunden die Spendengala “Ein Herz für Kinder”. Hunderte von aufgetakelten, solariumsgebräunten und auf Hochglanz geschminkte Größen aus Fernsehen, Industrie und Handel sonnen sich dort selbstgefällig im Licht ihrer guten Taten und beklatschen sich, von sich selbst zu Tränen gerührt, gegenseitig.

Während die Spenden der Zuschauer einfliessen, prasselt es für die überbezahlte Versammlung von gesellschaftlichen Schmarotzern wie den umstrittenen “Finanzunternehmer” Carsten Maschmeyer und all die anderen Promis für sie ansonsten unbezahlbare Sendeminuten, die ihren Marktwert steigern.

Und veranstaltet und ins Leben gerufen ist diese Aktion ausgerechnet von der Zeitung, die in den letzten Jahrzehnten wie kein anderes Blatt Vorurteile gegen Ausländer, Arbeitslose und Minderheiten geschürt hat, subtil und weniger subtil gegen Gleichberechtigung von Frauen agitiert und ein zynisches Verhältnis zur Wahrheit hat, um es vorsichtig auszudrücken: Der BILD-Zeitung.

Mir tut es um jeden einzelnen Zuschauer leid, der sich von dieser verlogenen Veranstaltung blenden lässt und die Aktion durch eine Spende unterstützt. Und sei sie noch so klein.

Die Berichterstattung der vergangenen Wochen (SPIEGEL TV, RTL etc.) hat wieder einmal vor Augen geführt, dass die sogenannten “Barcodes” eine negative Ausstrahlung und in größerer Dosierung eine energetisch toxische, also energieflussstörende Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben. Ich stelle deshalb, nur hier und kostenlos, meinen hochwirksamen Entstörer zur Verfügung. Einfach ausdrucken und gemäß Anleitung verfahren!

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