Lieber selbsternannter Transformationstherapeut, offizieller Botschafter der geistigen Welt (TM) und näselnder Hausfrauenflüsterer Robert Betz,

man mag über Deinen Mischmasch von inhaltsleeren Kalenderweisheiten, christlich-spirituellem Engel-Geschwafel und allerlei anderem aus Weltreligionen und Lebensratgebern zusammengeklauten Ergüssen schmunzeln. Doch hinter dem scheinbar harmlosen, esoterischem Wellness-Geschwampfe verbirgt sich ein Abgrund an Perfidie. Und damit meine ich gar nicht die Millionen von Euros (2012: 8 Millionen Euro laut Börsenblatt), die Du den Besuchern Deiner Seminare und Lesern Deiner Bücher abnimmst.

Nein, ich meine damit Dinge wie die von Dir immer und immer wieder verkündete Opferrollentheorie, nach der Leidtragende von nicht verschuldeten Unfällen und Krankheiten ihr Schicksal selbst verursacht hätten.

Und Du formulierst es jedesmal auf eine besonders niederträchtige Weise, indem Du zunächst nicht von Schuld sprechen willst. Nur um dem Opfer einen Satz später zu unterstellen, es hätte beim Leben förmlich um sein Leid gebettelt und sei schuld daran, dass es jetzt unheilbar krank sei, im Rollstuhl sitze oder bald sterben müsse.

Lieber Robert Betz, Du bist ein schlechter Mensch! Und wenn Du heute abend in einen großen Hundehaufen trittst, denk bitte über den “Ursache-Wirkungszusammenhang” nach. Das war dann eine Botschaft des Lebens! (Und ein klein wenig auch eine von mir, denn ich geh jetzt mit meinem Hund vor Deinem Haus spazieren.)

Dein Kollege und charismatischer Guru
Lorenz Meyer

Und damit keiner denkt, ich hätte mir das ausgedacht, hier ein Screenshot des Facebookprofils von Robert Betz.

Betz Unfall

Wir befinden uns in der Onlineredaktion des größten deutschen Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL..

In einem abgetrennten Teil des Großraumbüros kümmern sich einige Mitarbeiter um die Facebookseite des Nachrichtenmagazins, d.h. sie pflegen aktuelle Nachrichten ein und/oder verlinken zu Berichten der Webseite des Print-Magazins.

Der Praktikant schaut fasziniert auf den Strom von Agenturmeldungen, der über den Bildschirm läuft. Seine Aufgabe: Geeigneten Gossip herausfiltern, die Story ein wenig zuspitzen, ein Bild aus der Bilddatenbank dazuklatschen und schnell online damit!

Mal sehen, was kommt denn da? Robert Schill gründet in einer brasilianischen Favela eine offizielle Enklave Neudeutschlands und ernennt sich zum deutsch-brasilianischen Reichs-Marshall… Daniela Katzenberger will sich von einem Prager Schönheitschirurgen am Rücken zwei Brüste anbauen lassen und lässt ihre Fans über die Namen abstimmen (derzeitige Favoriten: Tit und Tat)… Schlagerstar Michael Wendler unterzeichnet Vertrag als Markenbotschafter für Brusthaartoupets in renommierter Ein-Euro-Shop-Kette…

Halt, da kommt noch was. Und das schlägt alles Vorige um Längen:  Hollywood-Schauspieler Ben Affleck wurde aus irgend nem Kasino geschmissen, weil er beim Black Jack zu gut war. Der Praktikant reibt sich begeistert die Hände und textet drauf los:

“Dass die Tatsache, dass man in einem Spiel gut ist, gegen die Regeln verstößt, sagt einiges über Kasinos aus.” Oscar-Preisträger Ben Affleck darf in einigen Kasinos kein Black Jack mehr spielen – das bestätigte der US-Schauspieler nun.”

Zufrieden betrachtet er sein Werk, als sein Chef das Büro betritt und ihm über die Schulter schaut. Eigentlich soll er jeden Artikel vor der Veröffentlichung durch den Redaktionsleiter genehmigen lassen, doch aus Versehen drückt er den Publish-Button…

Redaktionsleiter:  “Himmel hilf! Die Meldung hat keinen Nährwert, weil das in Kasinos gängige Praxis ist, Du Pfeife!”

Praktikant: “Ja, aber ich dachte… (*schluck*) Aber der Affleck ist doch n Promi. Und da dachte ich…”

Redaktionsleiter: “Den letzten, der hier gedacht hat, hat Augstein persönlich entlassen! Und jetzt meine Frage: Was ist das wichtigste im Onlinejournalismus?”

Praktikant: (*kramt in seinen Notizen*) “Ähh, die neutrale Fremdbeobachtung verschiedener Gesellschaftsbereiche im Hinblick auf Aktualität, Faktizität und Relevanz?”

Redaktionsleiter: “Traffic. TRAFFIC!!! Und nun motz die Meldung gefälligst auf, Du Null!”

Praktikant: “Aber mir fällt nichts ein. Da stand nichts weiter in der Agenturmeldung.”

Redaktionsleiter: “Dann frag die Knallchargen von Lesern irgendwas! Frag sie nach der Uhrzeit, nach dem Wetter oder was sie generell von Glücksspiel halten. Aber sieh zu, dass Leben in die Bude kommt. Die Wixxer von Heftig.co können das doch auch und die haben keinen Bachelor in Journalismus.”

Praktikant: (kleinlaut) “Gut. Dann mach ich das.”

Redaktionsleiter: ” JA, MACH DAS, VERDAMMT! Aber lies Dir nicht den Scheiß durch, den die Hohlbirnen da in den Kommentaren verzapfen. Das können die Asis schön untereinander ausmachen.”

Und als Beleg dafür, dass sich das Ganze so (oder so ähnlich) abgespielt hat, hier der Screenshot der Meldung auf Facebook mit dem sogenannten Bearbeitungsverlauf, dem man die Änderungen entnehmen kann.

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Und wer sich die Sache drüben auf Facebook im Original anschauen will: https://www.facebook.com/spiegelonline/posts/10152675961429869

Sheng Fui UmfrageJeder verheiratete und unverheiratete Mann, der in einer Partnerschaft lebt, kann ein Liedchen davon singen wie es ist, wenn es in der Beziehung drunter und drüber geht.

Schließlich sind die Wesen des anderen Geschlechts für uns Männer ein Buch mit sieben Siegeln. Unsere aktuelle Umfrage gilt daher Ihren persönlichen Bewältigungsstrategien bei derartigen Konfliktsituationen.

Nutzen Sie Ihr grundrechtlich verbrieftes Recht auf freie Meinungsäußerung, und machen Sie bei unserer Partnerschaftsumfrage mit.

Worauf setzen Sie bei Partnerschaftskonflikten mit “ihr” zuerst?

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infomedLiebe Medizinische Fakultät der Universität München,

die öffentlichen Kassen sind leer und die Bildungsbudgets knapp. Ob man deshalb seine Räumlichkeiten vermieten muss, weiß ich nicht, aber unterstellen wir mal zu Euren Gunsten, dass Ihr auf diese Nebeneinnahmen angewiesen seid.

Also vermietet Euren Hörsaal in Gottes Namen an die Modelleisenbahnfreunde Trudering, an den Landfrauenbund Fürstenfeldbruck oder lasst dort Kindergeburtstage stattfinden.

Aber lasst dort nicht eine Karnevalstruppe von selbsternannten Heilern, Hexen und Schamanen einziehen, die den Namen “Medizinische Fakultät der Universität München” missbrauchen, um ihren “Weltkongress der Ganzheitsmedizin” einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Lorenz Meyer

Weiterführende Links:
Webseite des Veranstalters: http://bit.ly/1mMv8ME
“Kongress”programm: http://on.fb.me/1tznxa3

rponlineRussischer Kameramann beim Filmen erschossen” klingt natürlich nicht so spektakulär wie “Russischer Kameramann filmt eigene Erschießung”. Auch, wenn Ersteres der Wahrheit entspricht…

Liebe Redakteure von RP-Online: Falls Euch nichts Gescheites einfällt, um Euer Zeug zu verkaufen, sagt einfach Bescheid. Ich texte Euch gratis neue aufregende Meldungen. Wie wäre es zum Beispiel hiermit:

“Mücke sorgte für Horror-Unfall bei RP-Online: Stich in Redakteur-Schläfe bewirkte blitzschnelles Entweichen des Vakuums. BILD-Zeitung bietet Rekordpreis für Foto des Schrumpfkopfs!”

Lieber Nachrichtensender N24,

Unbenannt - 2Du nennst Dich “Deutschlands führender Nachrichtensender” und gehörst mittlerweile (vorher wars die ProSiebenSat.1 Media AG) dem Axel Springer Konzern. (Kenner erschrecken bereits hier, weil sich die beiden Satzbestandteile ausschließen. Aber egal…)

Wie andere Medien widmest Du Dich in Deiner Berichterstattung derzeit der verschollenen Boeing, die 239 Menschen an Bord hatte, lässt Experten zu Wort kommen und führst Interviews durch. Direkt am Anschluss an ein Statement eines Offiziellen aus Malaysia, der vor Spekulationen warnt, startest Du nun eine Telefonaktion.

Da die Experten nichts Verbindliches zu den Ursachen des verschollenen Flugzeugs sagen können, fragst Du allen Ernstes die Zuschauer danach: Für schmutzige 25 Cent je Anruf, die Du Dir in die Tasche steckst, sollen Deine Zuschauer sagen, ob es ein Unglück war, eine Entführung, auf einen Selbstmord des Piloten oder den Abschuss der Maschine zurückzuführen ist.

Das ist dermaßen zynisch, geschmacklos und traurig, dass mir jede weiteren Worte fehlen.

Ich mach´s deshalb kurz: N24, Du bist ein Arschloch!

Lorenz Meyer

https://www.facebook.com/fernoestliche.leere

 

Update 20.03.2014: Die Leute von N24 (beim Wort “Journalisten” weigerte sich meine Tastatur) haben es tatsächlich durchgezogen: “Gewinner” des Rätsels um die verschollene Boeing mit 239 Menschen an Bord ist die Entführung, gefolgt von Unglück. Auf den weiteren Plätzen der Telefonabstimmung landeten der Piloten-Suizid und der Abschuss der Maschine.
Allen Teilnehmern dieser geschmacklosen Wahl wünsche ich etwas mehr gesunden Menschenverstand, Medienkompetenz und die Erkenntnis, dass sie für N24 nur grenzdebiles Stimm- und Klickvieh sind. Und den zynischen Geschäftemachern der Springer-Tochter N24 wünsche ich, dass ihre äußere Erscheinung nicht mit der Hässlichkeit ihrer Seelen übereinstimmt, befürchte jedoch Schlimmes.

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Fokus2Liebe Focus-Online-Journalisten,

gestern habt Ihr über einen neuen Fall von Kinderpornographie berichtet http://bit.ly/1fIclNx und dies mit einem Bild einer CD illustriert, die den Schriftzug “Kinderpornographie” trägt. Entweder glaubt Ihr tatsächlich, dass derart beschriftete Datenträger bei den Tätern herumliegen (wahrscheinlich direkt neben den Videokassetten “Meine schönsten Raubmorde” und dem Leitzordner “Hinterzogene Steuern 2004 bis 2014″).

Oder Ihr denkt, dass der durchschnittliche Besucher Eurer Webseite dermaßen blöd ist, dass er solch ein Bild braucht, um den Zusammenhang Datenträger/Kinderpornographie zu begreifen. Oder es liegt an einer Mischung von Dienst nach Vorschrift (“Das Redaktionssystem verlangt nach nem Symbolfoto, sonst kann ich den Beitrag nicht veröffentlichen.”), Gedankenlosigkeit und, sorry, Dämlichkeit.

Durch die dem Bild angefügte Bildzeile “Datenträger mit dem Schriftzug „Kinderpornographie“” (wahrscheinlich habt ihr die Datei unter dieser Überschrift von Eurer Bilddatenbank bezogen) neige ich zu letztgenannter Variante.

Gestern habe ich Euch auf diesen Umstand auf Twitter hingewiesen. Und weil ich weiß, dass sowas im hektischen Redaktionsalltag untergehen kann und ich ahne, dass Ihr, nunja, vielleicht nicht die Merkfreudigsten seid, habe ich eine direkte Ansprache gewählt und Euch für dieses Symbolfoto unter Vermeidung von diplomatischen Worten und langem Herumgerede den Goldenen Vollpfosten verliehen.

Heute habe ich nun erneut Eure Webseite besucht. In der Hoffnung, Ihr hättet (nachdem Ihr mir nicht geantwortet habt) wenigstens still und heimlich das bescheuerte Symbolfoto gegen ein zumindest weniger bescheuertes Symbolfoto ausgetauscht. Diese Annahme war nicht nur irrig, sondern auch naiv. Ich gebe es zu.
Denn natürlich habt Ihr nichts dergleichen unternommen.
Stattdessen ist mir ein weiteres Highlight Eures beruflichen Schaffens aufgefallen:

Ihr bewerbt den im Text genannten USB-Stick mit Kinderpornodateien mit einem Affiliate-Link zu Amazon! (zu erkennen am Amazon-Logo hinter dem Wort und dem Mouseover-Schriftzug)

Vermutlich weil Ihr denkt, dass Kinderporno-Liebhaber jetzt auf den Gedanken gekommen sein könnten. “Ach, stimmt überhaupt. Ich könnte meine Dateien auch auf so einem Stick speichern. Den bestell ich mir mal gleich. Und warum nicht über diesen Link? Wenn der Focus mich schon so fein berät, dann kann er auch gerne die Provision dafür abstauben.”

Aber wahrscheinlich war alles wieder ganz anders und es hat mit meinen Vermutungen von oben zu tun. Ihr wisst schon, das mit dem Dienst nach Vorschrift, der Gedankenlosigkeit und der, nochmals sorry, Dämlichkeit.

Aber wie ich auf Eurer Webseite gesehen habe, wollt Ihr Euren Qualitätsanspruch als “eine der erfolgreichsten journalistischen Angebote im deutschsprachigen Internet” mit neun Millionen Nutzern und 100 Millionen Seitenaufrufen je Monat weiter ausbauen und sucht deshalb “Studentische Aushilfen in der Nachrichtenredaktion (Tag- und Nachtschicht)” http://bit.ly/1gc7IMq , deren Hauptaufgabe das Verfassen von Meldungen im Newsroom/Arbeit am Agentur-Ticker ist.

Ihr bietet dafür einige Vorteile wie z.B. “Learning on the Job!” und “Tiefe Einblicke in die redaktionelle Arbeit.”, was ich, wenn auch hustend, gerade noch nachvollziehen kann. Nur das mit dem “idealen Start in das Berufsleben”… Das wollen wir dann doch lieber weglassen, oder?

Euer Lorenz

Eben aus Versehen in die wohl widerwärtigste Sendung des Jahres gezappt: Im ZDF läuft seit drei Stunden die Spendengala “Ein Herz für Kinder”. Hunderte von aufgetakelten, solariumsgebräunten und auf Hochglanz geschminkte Größen aus Fernsehen, Industrie und Handel sonnen sich dort selbstgefällig im Licht ihrer guten Taten und beklatschen sich, von sich selbst zu Tränen gerührt, gegenseitig.

Während die Spenden der Zuschauer einfliessen, prasselt es für die überbezahlte Versammlung von gesellschaftlichen Schmarotzern wie den umstrittenen “Finanzunternehmer” Carsten Maschmeyer und all die anderen Promis für sie ansonsten unbezahlbare Sendeminuten, die ihren Marktwert steigern.

Und veranstaltet und ins Leben gerufen ist diese Aktion ausgerechnet von der Zeitung, die in den letzten Jahrzehnten wie kein anderes Blatt Vorurteile gegen Ausländer, Arbeitslose und Minderheiten geschürt hat, subtil und weniger subtil gegen Gleichberechtigung von Frauen agitiert und ein zynisches Verhältnis zur Wahrheit hat, um es vorsichtig auszudrücken: Der BILD-Zeitung.

Mir tut es um jeden einzelnen Zuschauer leid, der sich von dieser verlogenen Veranstaltung blenden lässt und die Aktion durch eine Spende unterstützt. Und sei sie noch so klein.

Die Berichterstattung der vergangenen Wochen (SPIEGEL TV, RTL etc.) hat wieder einmal vor Augen geführt, dass die sogenannten “Barcodes” eine negative Ausstrahlung und in größerer Dosierung eine energetisch toxische, also energieflussstörende Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben. Ich stelle deshalb, nur hier und kostenlos, meinen hochwirksamen Entstörer zur Verfügung. Einfach ausdrucken und gemäß Anleitung verfahren!

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