Miezuki seufzte schwer. Der messerscharfe Flambierspieß, der verhängnisvoll glitzernd aus dem toten Esel ragte, hatte ihn dann doch nicht augenblicklich durchbohrt wie es der rasende Pfeil des Jägers mit einem papierdünnen Pandakälbchen machen würde.

Seinen appetitgesegneten Ahnen sei dank, verfügte Miezuki über ein natürlich gewachsenes Polster aus schützendem Hüftspeck, der sich mehr oder weniger gleichmäßig über seinen gesamten Körper verteilte.

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Obwohl Miezuki beim morgendlichen Blick in den Spiegel immer insgeheim davon ausging, dass es doch nur fest sitzendes Wasser sei, das sich schon seit geraumer Zeit aus dem einstmals so bescheidenen Rettungsring befreit hatte, blieb letztlich doch immer der Rest eines nagenden Zweifels. Zweifel, die Herrchen Wu und seine Lakaien nicht teilten, wenn sie ihn mit lautem Hau-Ruck von der Waage stemmten. Die Konsequenz war ein Speiseplan, der einem Asketen mit Nahrungsmittelallergie alle Ehre gemacht hätte…

Wasser oder nicht, sein elastischer Körperpanzer hatte ihn jedenfalls vor dem Schlimmsten bewahrt. Wiedergeborene zeigen ja in der Regel ausgeprägte Symptome einer „Jetzt-wird-alles-anders-Mentalität“ und schwören sich jede Menge gute Vorsätze, während sie nervös zitternd zur Zigarette greifen.

Miezuki schwor sich zur Feier seines unerwarteten Weiterlebens in Zukunft auf jegliche Diät zu verzichten. Doch das nächste Verhängnis wartete nicht darauf, bis es dran war. Kellner Namenlos hatte sich in der Zwischenzeit bis auf Schlagdistanz genähert. Während Miezuki noch verschämt von dem Spieß kletterte, wie ein Igel von der Toilettenbürste, packte Wus Faktotum unbarmherzig zu.

Doch der Lakai hatte die Rechnung ohne die adrenalingedopte Katze gemacht. Nach dem intensiven Bad in der knusprigen Kükensoße glitt ihm der gut eingefettete Kater mit einem lauten „Schlurrp“ zwischen den Fingern hindurch. Diesen Move hätte dem ungelenken Miezuki trotz des Übermaßes an natürlicher Gleitcreme niemand zugetraut.

Meister Wang, der dem wilden Treiben immer noch fassungslos zuschaute, war dennoch nicht überrascht. Er kannte diese geschmeidige Akrobatik von den beiden Sumo-Ringerinnen Schnusi und Lotussi, die sich jeden Dienstag zu fortgeschrittener Stunde leicht geschürzt und eng umschlungen in seinem Lieblingsetablissement in lauwarmen Olivenöl wälzten.

Doch wie in Meister Wangs Lieblingsetablissment hatte auch hier jede Wurst, sei sie auch noch so elastisch, ein dickes Ende. Kurz bevor ihm Miezuki auf Nimmerwiedersehen entglitt, bekam Kellner Namenlos das Ende des buschigen Schwanzes in dem zangenartigen Griff seiner gastronomiegestählten Hände zu packen.

Unser energetisches Informationsportal lebt vom Wissensaustausch der Anwender. Und so freuen wir uns jedes Mal, wenn sich ein Sinnsuchender mit einer Frage an uns wendet, die wir unseren Gemeindemitgliedern zur Diskussion übergeben können.

Heute erreicht uns nun eine Anfrage eines neuen Sheng-Fui-Adepten mit dem altchinesischen Namen “Schmetter-Ling”.

Moin,

auf Eurer Seite werden eine ganze Reihe Möglichkeiten, Sheng Fui zu nutzen, vorgestellt. Ich als (bisher nur) Kurzzeitadept benötige Hilfe. Da ich demnächst eine Generalrenovierung meines Gedächtnispalastes geplant habe – ich gebe schamerfüllt zu, er wurde teilweise nach den “Regeln” einer gewissen, hier nicht zu nennenden Sekte aufgebaut und eingeräumt -, möchte ich Euch um Ratschläge bitten, mit welchen Hilfsmitteln und Techniken ich ihn der Reinen Lehre gemäß einrichten kann.

Im Kotau verbleibe ich
Schmetter-Ling

PS: Vielleicht könnt Ihr meine Bitte auch an länger dienende Anhänger des Sheg Fui weiterleiten, da sie möglicherweise ähnliche Probleme kennen und sie – da bin ich ganz sicher – bereits überwunden haben. Danke.

Ich bin mir sicher, dass Schmetter-Ling geholfen werden kann. Deshalb unser Aufruf an alle unsere Gemeindemitglieder: lasst unseren neuen Freund teilhaben an unserem Wissens- und Erfahrungsschatz und unterstützt ihn bei der Beantwortung seines ernsten Anliegens.

Bitterer Tee von einer lieblichen Geisha dargeboten schmeckt süßer als der feinste Pflaumenwein, den Dir Deine Frau mit saurer Miene reicht.

Tse-Tang, der Ältere aus “Goldene Weisheiten des Sheng Fui

ruckschein

Aufmerksame Besucher unseres esoterischen Informationsportals wissen, dass wir uns in einem Energetischen Konflikt mit der Bundesanstalt fürArbeitsschutz und Arbeitsmedizin befinden.

In unserem Schreiben an die Bundesbehörde haben wir die Aufnahme unserer Sheng-Fui-Empfehlungen in die behördlich herausgegebene Broschüre “Wohlbefinden im Büro” gefordert, in der bislang nur einseitig die Empfehlungen der umstrittenen Feng-Shui-Sekte wieder gegeben werden.

Wir haben Ihnen versprochen, Sie in dieser Sache auf dem Laufenden zu halten. Heute haben wir nun die Empfangsbestätigung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erhalten. Damit dürfte es für die Behörde sehr schwer werden, den Vorgang unter den Tisch zu kehren…

Der Diener macht einen Diener
dank Einlage eine gute Einlage
es gibt Rinderschmorbraten in Blauburgunder

Kawahigashi Yamaguchi in “The 1.000 most popular Sheng Fui Haikus in History” (SF Publishing, Okinawa) in einer Übersetzung von Sybille Hoffmeister

Vorbemerkung: Sheng Fui ist mehr als eine Weltanschauung und mehr als eine Religion, denn Sheng Fui kann das Leben unmittelbar verändern. Jeder Anwender von Sheng Fui kann deshalb über zahllose positive Erfahrungen in seinem Leben und unmittelbaren Umfeld berichten. Von diesen Erfahrungsberichten und Einsichten können unsere Leser dank unserer neuen Serie von Gastbeiträgen bekannter Blogger direkt profitieren.

Der heutige Gastbeitrag stammt von Blaubär, einem treuen Mitglied der Sheng-Fui-Gemeinde, das bereits durch zahlreiche qualifizierte Kommentare und den Beitrag Entstehung des Windes aufgefallen ist.

DIE WIRKLICHEN WURZELN DES SHENG FUI

seetang

Wie jeder weiß, liegen die Wurzeln von Sheng Fui und Feng Shui im Osten. Was nicht jeder weiß: sie liegen weder im Fernen, Mittleren oder Nahen Osten, sondern im ganz nahen Osten, in Ostfriesland!

Dass diese Tatsache bei vielen Menschen im Laufe der Generationen in Vergessenheit geraten ist, mag daran liegen, dass Leeren nicht nur alt sein müssen, sondern auch aus fernen Ländern stammen müssen, damit der ahnungslose Kunde dafür zahlt. (Wer kann sich schon einen Feng Shui Berater vorstellen, der sich auf uralte Weisheiten aus Ostfriesland bezieht?) Und so hat man aus schnöden Marketinggründen die Entstehungsgeschichte von Feng Shui von Ostfriesland ins ferne China verlagert.

Dabei belegen unlängst aufgefundene Dokumente die historisch korrekte und nunmehr einwandfrei verbürgte wahre Entstehungsgeschichte unserer Heilslehre.

Die Geschichte beginnt bei Edo, der wegen seines seemännischen Berufs und seiner Vorliebe für Sushi-Rollen aus Tang und Algen nur “Seetang” genannt wurde. In seiner Heimat an der Küste lebten Edo und sein Volk vor einigen Jahrhunderten vorrangig vom Fischfang. Wenn sich Edo und seine Fischerkollegen bei ablaufendem Wasser auf die Fahrt zu den fernen Fanggründen machten, wurden sie mit der Grußformel “Fang schön” verabschiedet. Liefen sie mit vollen Netzen wieder ein, wurden sie hingegen mit einem freundschaftlichen “Schöner Fang” begrüßt.

Im Laufe der Jahre hat sich die Bedeutung dieser Worte verändert und erweitert. “Fang schön” hat man nicht nur den Fischern, sondern auch den Fischhändlern mit auf den Weg gegeben. Gemeint war damit: “Hol das letzte aus Deinem Kunden raus, was Du kriegen kannst, auch wenn Dein Fisch schon riecht.“. Wogegen “Schöner Fang” seine ursprüngliche Bedeutung behielt, eben das Lob für eine großartige Leistung.

Nun kam der Tag, an dem Edo mit seinem Ewer (aus Friesland stammender Segelschiffstyp in Knickspantbauweise mit Flachkiel und einem oder zwei Masten) nach China auswanderte. Den Chinesen gelang es nicht, den für sie unaussprechlichen Namen fehlerfrei über die Lippen zu bringen, und so riefen sie Edo mit seinem Spitznamen. Aus “Seetang” machten unsere Freunde aus dem Osten ein freundliches “Tse Tang“.

Viele Weisheiten und Sentenzen Tse Tangs haben im Lauf der Zeit den Weg in unsere Kultur gefunden. Doch dies war nur möglich, weil der Kern der Weisheit, die philosophische Essenz, auf eine heimische Quelle zurück zu führen ist: unseren Edo “Seetang” alias “Tse Tang” aus Ostfriesland.  Unzählige Menschen zitieren die Spruchweisheiten von “Tse-Tang, dem Älteren” ohne sich auch nur annähernd bewusst zu sein, dass es sich beim Schöpfer der unvergänglichen Aphorismen und Lebensregeln um einen einfachen Fischer aus Ostfriesland handelt.

Aus der Abschiedsfloskel “Fang schön” wurde übrigens durch chinesische Aussprache das bekannte “Feng Shui“, das ein Synonym für die Aufforderung geworden ist, anderen Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen und ihnen eine Scheinleistung als Wirkleistung zu verkaufen. Wobei der Kunde das als menschliche Wärme interpretieren soll, was in Wirklichkeit die Reibungshitze ist, wenn er über den Tisch gezogen wird…

Die uns verbindende Heilslehre des “Sheng Fui” ist hingegen mit ihrer ursprünglichen Bedeutung “Schöner Fang!” zu uns zurückgekehrt, was als Anerkennung für eine gebrachte Leistung zum Nutzen aller gedeutet werden kann.

Über den Autor: Bei “Blaubär” handelt es sich um die 17. Reinkarnation des “mythischen Blaubären”, einer sagenumwobenen Heilerpersönlichkeit aus vorchristlicher Zeit, die in der Hochblüte ihres Wirkens von Ungläubigen auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. In seiner Freizeit beschäftigt sich der Autor hingebungsvoll mit der Erschaffung eines Mikrokosmos der miniaturisierten Wirklichkeit.

lorenz-meyer

Liebe Leser,

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Ihre Spende macht Sie zum wichtigen Unterstützer der Bewegung für freie Religionsausübung. Mit diesen Spendenmitteln werden die folgenden Aktivitäten finanziert:

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Ich schätze Ihre Unterstützung zutiefst.

Vielen Dank,

Lorenz Meyer

Wir freuen uns über alle Leserzuschriften, mögen Sie positiv oder kritisch ausfallen.

Die positiven Resonanzen bestärken uns in unserem energetischen Tun. Die kritischen Reaktionen bieten uns wiederum die Gelegenheit, mit den Schreibern in einen direkten Diskurs einzutreten. Oftmals entstehen daraus konstruktive Briefwechsel und die fehlgeleiteten Sinnsuchenden lassen von ihrer bisherigen destruktiven Lebensweise ab. Was uns am meisten erfreut: Einige dieser Personen wenden sich danach sogar mit voller Hingabe der einzig wahren asiatischen Lehre, dem Sheng Fui zu.

So erhielten wir von Dorothea Müller aus Ascheberg die folgenden Zeilen, die wir hier veröffentlichen dürfen:

Bevor ich von Eurer Existenz wusste, lebte ich in der Schattenwelt des Feng Shui. Als ich dann das erste Mal Eure Internetseite betrat, sah ich ein Licht in der Finsternis und ahnte, dass Ihr das Licht bringt. Und heute weiß ich es ganz genau: Wer Euch nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finstemis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Wir danken Dorothea für die bewegenden Worte, die uns ermutigen, den eingeschlagenen Weg unbeirrt und frei von Selbstzweifeln weiter zu beschreiten.

Doch nun wollen wir wissen: Wer oder was hat Sie zu Sheng Fui gebracht? Welchen Weg oder Umweg haben Sie genommen, um zu uns zu gelangen? Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Beitrag oder schicken Sie uns eine E-Mail und lassen Sie uns an Ihren spirituellen Erfahrungen teilhaben. (Auf Wunsch auch anonym und ohne Namensnennung.)

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