Benny Lava ist weit über die Grenzen Indiens als so genannter Feng-Shui-Popstar bekannt. Von Feng-Shui-Aussteigern wurde uns bereits in der Vergangenheit ein Video zugespielt, das diese unter Einsatz ihres Lebens nach Deutschland schmuggeln konnten. (Siehe dazu auch unseren Bericht über das Video-Massenphänomen des Benny Lava).

Da nicht alle unserer Besucher der indischen Sprache mächtig sind, haben wir eine Übersetzung vornehmen lassen. Das uns zugespielte neue Video aus dem Hause Lava ist nun komplett mit englischsprachigen Untertiteln ausgestattet.

Auf energetisch fragwürdige Weise vermischt Benny Lava spirituelle Weisheiten der alten Meister mit spontanen “Eingebungen”, die auf den übermäßigen Verzehr so genannter Haschkekse (an normalen Werktagen bis zu 12 Prinzenrollen…) zurück zu führen sind. Aber sehen Sie selbst:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=IYQn55fPC9k[/youtube]

In letzter Zeit häufen sich auf unserem Internetangebot die Suchanfragen triebgesteuerter Nutzer, die auf der Suche nach Internetangeboten sind, welche eine rasche Abgabe von reifen Samenzellen, zellulären Bestandteilen und dem Sekret der akzessorischen Geschlechtsdrüsen ermöglichen. Dies ist umso rätselhafter, da wir keinerlei geeignetes Bild- oder Bewegtbildmaterial vorhalten, welches von dieser Klientel zur Unterstützung der manuellen Stimulation ihres primären Geschlechtsorgans benötigt wird.

Besonders auffällig war, dass die meisten dieser eindeutig zweideutigen Suchanfragen den Beitrag über unseren Vorsitzenden des Landesverbands Hessen, Herrn Ernst-Günther Muschis, zum Ziel hatten.

Daraufhin haben wir den Titel des Beitrags (“Heiße Muschis”), in dem es um die korrekte Rechtschreibung des Nachnamens von Ernst-Günther geht, bei der renommierten Suchmaschine “Google” als Suchbegriff eingegeben. Als die  Suchtreffer erschienen, wollten wir zunächst unseren Augen nicht trauen:

In einer vollständigen Fehlinterpretation hat Google uns zwischen lauter Suchtreffer aus dem Pornoumfeld und Prostituiertenmilieu eingeordnet!

Hier zum Beweis das Bildschirmfoto vom heutigen Tage:

Ihr könnt Euch vorstellen, dass wir es keineswegs hinnehmen können, in die Nachbarschaft derart zwielichtiger Angebote gerückt zu werden. Wir haben daher alle Arbeiten an unserem Onlineauftritt eingestellt und uns seit heute vormittag zu einer Krisensitzung zusammengefunden.

Momentan kommen verschiedene Vorgehensweisen in Betracht, die wir mit Euch diskutieren wollen.

Suchmaschinengigant Google führt einen Sheng-Fui-Beitrag völlig sinnwidrig in einem Zusammenhang mit zweifelhaften erotischen Angeboten. Was sollen wir tun?

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Wir haben uns von einer Kommunikationsagentur Vorschläge für einen neuen Werbe-Einzeiler unterbreiten lassen. Welcher ist Ihr Favorit?

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Während sich Mai Ling noch lasziv in der dekadenten Dekoration wand und Meister Wang sein starkes Verlangen unterdrückte, sich an einer besonders empfindlichen Stelle zu kratzen, hatte sich der Tisch in ein Schlachtfeld verwandelt, in dessen geometrischem Zentrum Miezuki kreischend in einer voluminösen Schüssel zappelte, die bis zum Rand mit ofenfrischem Bratenfett aus gepresstem Kükensaft gefüllt war.

Der kaiserliche Beamte Wu, eben noch damit beschäftigt, die Hetzjagd der anwesenden Dienerschaft auf sein entweichendes Haustier mittels laut gebrüllter Anweisungen zu koordinieren, war urplötzlich zur Salzsäule erstarrt. Wild gestikulierend, hatte ihm die klatschende Soßenkaskade, der Mai Ling unter Aufgabe von Gleichgewicht und letzter Hemmungen, gerade noch entgangen war, einen Strich durch eine Choreographie gemacht, die seine vorhergehende Darbietung der konfuzianischen Drachenkampfoper noch in den Schatten stellte. Der Effekt plötzlichen Stillstands trat so abrupt ein wie die Bremsung Miezukis auf der marmornen Tischplatte. Zur Besinnung kommend wischte sich Wu hustend und prustend den Bratensoßenüberzug aus den zugekniffenen Äuglein und von den feisten Bäckchen, nicht jedoch ohne sich dabei immer wieder genüsslich seine dicken Fingerchen zu lecken.

Im Gegensatz zu Meister Wang, der sich angesichts Mai Lings Vorstellung wie ein Teilnehmer auf einem Gynäkologenseminar gefühlt hätte, wäre der Begriff bereits erfunden worden, war Wu die zeigefreudige Vorstellung seines rechtsseitigen Konkubinchens komplett entgangen.

Während sich Mai Ling verschämt kichernd aufraffte und die verrutschten Elemente ihrer Ausrüstung an passende Stellen rückte, hatte Miezuki es endlich geschafft, den randvollen Soßennapf zu verlassen. Im Grunde genommen hatte das papierdünne Porzellan dem Druck urplötzlich nachgegeben und Miezuki surfte jubilierend auf einer gigantischen Woge knuspriger Kükensoße an den Resten von gebratenen Hamstern und gegarten Eulen vorbei in die Freiheit, bis ihn der Rest des flambierten Esels, vielmehr der aus dessen Überresten ragende messerscharfe Spieß, einen fatalen Strich durch die Rechnung machte.

Aufgeklärte Verbraucher wissen: Bereits nach einem fünfminütigen Telefonat mit einem handelsüblichen Handy entsteht eine Strahlenbelastung, die sonst nur durch einen halbstündigen Aufenthalt in einem Mikrowellengerät zu bewerkstelligen wäre! Durch die Entwicklung des Sheng-Fui-Handy “TC Phone 2.0″ ist erstmals die Aussöhnung des modernen Kommunikationsmittels mit der Bewahrung der menschlichen Gesundheit gelungen. Das schnurgebundene Handy ist unanfällig für Funklöcher und verfügt auch bei längeren Distanzen über eine ausgezeichnete Sprachqualität.

Nun haben wir eine Mail einer besorgten Verbraucherin bekommen, die folgendes schreibt:

Da ich auf der Suche nach einem strahlungsfreien Handy bin und auf Ihre Internetseite gestoßen bin, wollte ich Sie fragen, wie teuer dieses Handy ist, wie es aussieht und ob es garantiert ohne Esmog-Strahlung funktioniert. Die Technologie würde mich ebenfalls interessieren.

Nur allzugerne nehmen wir diese Anfrage auf und weisen auf die Unterschiede zu anderen Herstellern hin: Andere Anbieter verlöten ihre Handyschalen immer noch mit Blei, was durch die Abgabe an die Außenwelt zu Bleivergiftungen und Unfruchtbarkeit führt. Letzteres wirkt sich auch unmittelbar auf die Arbeiterinnen in den chinesischen Handyfabriken aus, so dass dieses produzierende Gewerbe langsam, aber sicher ausstirbt.

Wir hingegen verwenden für die Außenhaut unseres Handys eine korrosionsfreie Stahllegierung mit einer Dicke von 0,49 Millimetern, die in einem Schmelztauchverfahren mit Zinn beschichtet wird. Nach dem Verschließen der Handyschale erfolgt schließlich die Pasteurisierung und Sterilisierung in einem Autoklaven, was eine lange Haltbarkeit des Geräts gewährleistet und saubere Gespräche ermöglicht.

Schließlich versehen wir die Handyschale für eine bessere Haptik in einem letzten Arbeitsschritt mit dem besonders widerstandsfähigen und dennoch griffigen Esostan 2000 (c). Dies ist ein Zugeständnis an den allgemeinen Zeitgeist, der uns die berühmte Klavierlackoptik abverlangt. Wir sind jedoch der einzige Anbieter der nicht nur den Klavierlack aufbringt, sondern auf Wunsch auch schwarze und weiße Tasten.

Für das Verbindungskabel verwenden wir eine speziell behandelte Faser des chinesischen Seidenspinners, welche die Eigenschaften aller Kunststofffasern weit hinter sich lässt. So erhält das Gewebe durch die Behandlung mit Mondwasser in einer klaren Vollmondnacht eine Zugfestigkeit von 250–300 daN/mm²! Damit ist es extrem lange haltbar, was bei Dauergesprächen ein echter Vorteil sein kann. Es weist zudem eine hohe Beständigkeit gegen Abrieb, Feuchtigkeit, UV-Strahlen und Chemikalien auf, was sich äußerst positiv bei ätzenden Gesprächspartnern auswirkt.

Zum Recycling: Nicht mehr gebrauchsfähige Handys spenden wir an Kirmesunternehmen oder Zirkusveranstalter. Zu Pyramiden gestapelt geben diese ein attraktives Ziel für ein kurzweiliges Wurfspiel ab.

Ganz zuletzt bleibt noch das Thema der Preisgestaltung. Das strahlungsarme Sheng-Fui-Handy ist zum Vorteilspreis von 1 Euro mit unbegrenztem Gesprächsvolumen bei uns im Shop erhältlich! Gleichzeitig erhalten Sie jeden Monat eine neue attraktive Klangschale zum Einführungspreis von 199,- Euro zugesandt, die sie auf Wunsch behalten dürfen (Einzugsermächtigung nicht vergessen!).

Eine italienische Filmproduktionsgesellschaft plant mit uns den ersten Sheng-Fui-Western. Unterstützen Sie uns bei der Titelwahl, und wählen Sie Ihre drei Favoriten.

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Heute erreicht uns eine Nachricht unseres Sheng Fui Landesverbandsvorsitzenden für den Großraum Hessen, der in Frankfurt ein Regionalbüro für uns unterhält, Herr Ernst-Günther Muschis.

Liebe Brüder und Schwestern des Sheng Fui! Ich freue mich, wenn ich viel Post mit spirituellen Anliegen aller Art von Euch bekomme. Bei jeder Antwort bemühe ich mich, dem Fragesteller den größtmöglichen Respekt zu erweisen und bitte dies auch mir gegenüber zu tun.

Leider erreichen mich immer wieder Anschreiben mit fehlerhafter Anschrift. Ich bitte dringlichst, die korrekte Schreibweise meines Namens zu beachten. Ich heiße Muschis (und nicht etwa Mutschis o.ä.!)

Mit energetischen Grüßen

Ernst-Günther Muschis

Wir bitten dem Wunsche von Bruder Muschis Folge zu leisten. Respekt vor dem anderen drückt sich auch in dem Grad der Sorgfalt aus, mit dem man seine Korrespondenz verfasst!

Yoko Ono ist nicht nur als die Witwe von Beatle John Lennon bekannt, sondern hat sich auch einen Namen als Filmmacherin und Künstlerin gemacht. So ist die exzentrische Japanerin mit ihren Werken Dauergast bei zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen im deutsch- und fremsprachigen In- und Ausland vor und nach der Jahrtausendwende.

Unlängst hat sie, wie im Eulenblog nachzulesen ist, in der Kunsthalle Bielefeld mit ihrer Ausstellung “Between the Sky and my Head” für Furore gesorgt. Bestandteil der Ausstellung war wieder einmal Yoko Onos berühmter “Wunschbaum” (Wish Tree), an dem die Besucher Zettel ihren ganz persönlichen Wünschen anbringen durften. Yoko Ono will diese Wünsche dann (ordnungsgemäß frankiert) an den Himmel senden.

Nun veröffentlich der Eulenblogger die Mail eines verzweifelten Ausstellungsbesuchers und bittet seine Leser um Mithilfe:

Hallo – ich hab da ein grosses anliegen, meine freundin hat mir am wunschbaum einen zettel hinterlassen der ein schlüssel für unsere gemeinsame zukunft sein könnte, leider hab ich es am Samstag nicht noch einmal geschafft in der bielefelder kunsthalle vorbeizu schauen. Ich hab es leider auch nicht gewusst dass dort eine nachricht für mich liegt. Es ist mir aber sehr wichtig, besteht die möglichkeit noch einblick in die zettel zu finden um meine liebe zu retten? Ich wünsche es mir so sehr……

Ein schier unlösbares Problem, denn die Ausstellung ist seit einigen Tagen beendet und sowohl der Wunschbaum als auch die angehefteten Wunschzettel sind längst abgeräumt.

Und jetzt kommt das unergründliche Schicksal in´s Spiel, das uns alle lenkt und leitet: Am vergangenen Freitag war ich an eben diesem Ort! Dort ist mir der Zettel gleich ins Auge gefallen, und ich habe mir den Inhalt notiert. Nach dem Aufruf im Eulenblog (“Hat jemand aus der Eulen Blog °v° Leserschaft eine Idee, und kann dem Bernd helfen?“) habe ich dort den Text hinterlegt und um Weiterleitung an Bernd gebeten.

Leider habe ich dort keine Antwort erhalten, ob dies erfolgt ist. Mit einem Dankeschön der Eulenblogger hatte ich zum Glück erst gar nicht gerechnet.

Stattdessen wurde ich Zeuge, wie Bernds Anliegen schroff und recht schnöde abgewiesen wurde. Schnippische und das Gegenüber demütigende Antworten wie “Wünschen hilft hier wenig, reden müßte man und zwar miteinander. Viel Glück!” zeigen die ganze Kaltherzigkeit des dort anwesenden Kommentiererklientels…

Und so muss ich befürchten, dass meine Botschaft nicht weiter geleitet wurde. Zum Glück hatte ich bei meinem Besuch in Bielefeld mit meiner hochauflösenden Profikamera einige Fotos von der beeindruckenden Kunstinstallation (Baum mit Zetteln) gemacht. Durch Vergrößern der Bilder ist es mir nun gelungen, den Wunschzettel wieder ans Tageslicht zu bringen…

Lieber Bernd, leider kenne ich weder Deine postalische noch Deine E-Mail-Adresse. Daher stelle ich den von Dir gesuchten Wunschzettel im Original hier rein. Ich hoffe, dass Dir damit geholfen ist. Wende Dich beim nächsten Mal am besten direkt an uns. Wir helfen immer gern und zuverlässig.

Blogger, Buchautor und Sheng-Fui-Sympathisant: Johannis R. Jappen ist ein Mann, der “die Sarangi (Fiedel), Murali (Bambusflöte) und die Dudra (Zupfinstrument) gleichzeitig spielen kann” (Nepalesisches Sprichwort, am ehesten mit Tausendsassa übersetzbar). Daneben ist er Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation HOPE e.V. und kümmert sich um Entwicklungsprojekte im fernen Nepal und hilft dort in Not geratenen Menschen. Zur Zeit hält sich Johannis in Nepals Hauptstadt Kathmandu auf und berichtet exklusiv für uns (näheres in unserer Beitragsankündigung) in einer vierteiligen Serie über seine Eindrücke.

Da seine Schilderungen ausnahmsweise nichts mit Sheng Fui zu tun haben und aus Gründen der Höflichkeit  und des Respekts vor unserem Gastautor, möchte ich Euch darum bitten, in den Kommentaren nur den Inhalt des Beitrags zu diskutieren und die Gemeindegespräche in anderen Beiträgen abzuwickeln.

Johannis steht über ein Internetcafe in Kathmandu mit uns in loser Verbindung und hat versprochen alle Fragen zu beantworten, so es sein angespannter Zeitplan und die desaströse Stromsituation in Nepals Metropole zulassen.

ACHTUNG – Jetzt mit über 70 Bildern in der Bildergalerie – ACHTUNG
ACHTUNG – Jetzt mit über 70 Bildern in der Bildergalerie – ACHTUNG

Es ist Freitag, der siebte November, vorm Fenster zieht ein winterkühler, blitzblauer Morgen herauf, und im Hof dröhnt der Generator. In diesem Stadtteil gibt es heute von 7:30 bis 9:30 Uhr und dann noch einmal von 17:30 bis 20:30 Uhr keinen Strom, ab nächster Woche soll uns der Saft täglich für zehn Stunden abgedreht werden. Nur als Hinweis: ich befinde mich im Land mit einem gigantischen Potential für Wasserkraftwerke, genug um halb Asien mit Strom zu versorgen.

Obwohl dieser Artikel erst am 19. November erscheinen wird, sitze ich schon jetzt an den Tasten, denn übermorgen reise ich für fünf Tage gen Norden in den Distrikt Rasuwa, wo HOPE e.V. seit zehn Jahren tibetische Flüchtlinge in mehreren Camps unterstützt. Erneut werde ich dort drei dieser entlegenen Flüchtlingssiedlungen besichtigen und die Empfänger unserer Hilfszahlungen besuchen, überwiegend Menschen im Alter von Sechzigplus.

Kurz nach meiner Rückkehr bin ich dann wieder für drei Tage in den Distrikten Dhading und Gorkha unterwegs, habe daher kaum Zeit für euch zu schreiben.

Worum soll es nun im letzten von vier Beiträgen gehen?

Heiteres und Haarsträubendes aus diesem extrem hellhörigen Betonkasten mit dem schönen Namen Potala Guesthouse, in dem ich seit 2002 einen beträchtlichen Teil jedes Jahres verbringe? (Anders als von Lorenz in der ersten Ankündigung erwähnt, bin ich oft zweimal jährlich hier, in Summe kommen da locker zehn Wochen zusammen.)

Skurriles aus dem Alltag der nepalesischen Geschäftsleute, zum Beispiel über die Fußmatten, die morgens überall vor den Läden umgedreht auf dem Asphalt liegen? (Füße und alles, was von ihnen berührt wird, gelten als spirituell unrein. Deshalb berührt man die Fußmatte ungern und klopft sie nicht etwa aus, sondern lässt den Dreck von den darüber rollenden Autos und Motorrädern rausfahren.)

Kuriose Berichte über mit Terpentin gepanschtes Benzin, durch das in Nepal wöchentlich hunderte von teils nagelneuen Motorrädern den finalen Kolbenfresser erleiden?

Oder eher Bedrückendes aus diesem Land am Himalaya, wo fast alle großen Flüsse entspringen, die den indischen Subkontinent und große Teile Chinas mit Trinkwasser versorgen. Im mächtigsten Hochgebirge der Welt schmelzen die Gletscher – seit Urzeiten steter Quell sauberen Süßwassers für die langen, trockenen Sommermonaten – wie Butter in der Sonne und bringen dabei Gletscherseen zum Ansteigen, bis sie mit unbändiger Kraft ihre Dämme sprengen und das talwärts gelegene Land verwüsten.

Nepal zählt zu den zehn Ländern, die am schwersten von der Klimaveränderung getroffen werden. Soll ich darüber schreiben?

Dieses Land erscheint mir oft wie ein Mikrokosmos unseres Planeten, extrem vielfältig, voller Schönheit und Lebenskraft, aber auch beladen mit ungelösten Problemen von einer kaum vorstellbaren Dimension. Die Nepalesen haben viel Geduld bewiesen und die Hoffnung nie aufgegeben, aber der Silbersteifen an ihrem Horizont ist eher blasser geworden.

Die Maoisten, vor zweieinhalb Jahren vom bewaffneten Kampf aus dem Untergrund an den grünen Tisch umgezogen und neuerdings sogar stärkste politische Kraft, bereichern sich ungeniert und missbrauchen ihre Macht fast schon genau so dreist, wie es der letzte König und einige seiner Vorgänger taten.

(Zahlreiche Bilder vom Generalstreik 2006 und den erhitzten und teilweise blutigen Auseinandersetzungen sind auf der privaten Homepage des Autors zu sehen. In seiner Reportage Fahrradtour in Kathmandu berichtet Johannis von den Auswirkungen des Generalstreiks. Die Redaktion)

Integre Führerpersönlichkeiten sind in Politik und Wirtschaft rar, das Volk ist nach elf Jahren blutigen – und von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachteten – Bürgerkriegs brutalisiert und innerlich zerrissen, die Menschen haben die ewigleeren Versprechungen und den ermüdenden Daseinskampf satt, wollen endlich Fortschritt und die versprochene bessere Zukunft.

Vorgestern, am Mittwochmorgen, habe ich mit Tränen in den Augen und gemeinsam mit unzähligen anderen Erdenbürgern am Fernsehbildschirm den Wahlsieg von Barack Obama begrüßt, einem Mann, der weltweit gefeiert wird und unglaublich viel Hoffnung freisetzt. Mit ihm als Führer der derzeit größten Weltmacht keimt die Zuversicht auf, dass es vielleicht noch nicht zu spät ist, dass wir – vorausgesetzt wir handeln einig, entschlossen und ohne weitere Verzögerungen – doch noch eine Chance haben und die drängenden weltweiten Probleme lösen oder zumindest ihre Folgen auf ein erträgliches Maß mildern können.

Man wünschte jedem Land dieser Erde einen männlichen oder weiblichen Barack Obama, auch wenn der gewählte Präsident der USA erst noch zeigen muss, ob er die in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllen kann.

Das jahrhundertelang feudalistisch regierte Nepal wird wohl noch viel Zeit brauchen, um eine wirklich demokratische Kultur zu entwickeln. Leider stehen dem vielfach die Interessen der Reichen und Mächtigen, endlose politische Querelen und Zwistigkeiten, der religiös bedingte Fatalismus der breiten Masse, aber auch die oftmals erschreckend schlechte Ausbildung entgegen.

In den Schulen beten die Kinder im Chor nach, was in den altmodischen Lehrbüchern steht, und das Land beschäftigt knapp 30.000 Hilfslehrer, die als einzige Qualifikation das hiesige Äquivalent unseres Abiturs vorweisen müssen. Abseits der größeren Städte sind die Schulgebäude oft uralt, klein und stickig oder sogar einsturzgefährdet. Es gibt meist keine Toiletten, kein Wasser, keinen Strom. Also auch keine Computer oder andere moderne Lehrmittel, kein elektrisches Licht und oft nicht einmal genug Bücher. Dafür aber Schuluniformen, morgendliches Exerzieren auf dem Hof und oft noch den Rohrstock.

Das Schulsystem kann HOPE e.V. nicht verändern, aber der Verein kann sich zumindest dafür einsetzen, dass es ordentliche Schulgebäude gibt. Das tun wir, in der Hoffnung, dass in einer dieser Schulklassen der nepalesische Barack Obama heranwächst, ein Mensch, der dieses Volk einigen kann und in eine bessere Zukunft führen wird. Meinem letzten Beitrag sind deshalb einige Bilder der Bitesh Primary School beigefügt, wo wir gerade ein neues Gebäude bauen, eines unserer insgesamt sieben Schulprojekte landesweit.

Ich bedanke mich für das Forum, das Lorenz Meyer mir hier geboten hat, und natürlich für das Interesse und die Spendenbereitschaft. Verabschieden möchte ich mich von den Lesern dieser Seite mit Fotos von Kindern aus Nepal – also exakt jenen Menschen, deren Zukunft durch die Auswirkungen globaler Versäumnisse entscheidend geprägt sein wird. Sie sind die Saat, aus der in diesem wunderschönen und extrem widersprüchlichen Land eine gerechtere und demokratische Gesellschaft erwachsen kann. Deshalb brauchen sie unsere Fürsorge und Unterstützung.

(Weitere Bilder in der Bildergalerie)

Die Serie mit den Notizen aus Nepal ( Beitrag 1: Überlebenskämpfer, Beitrag 2: Feiern, bis die Schwester kommt, Beitrag 3: Verkehrsdurchsage) ist mit diesem Beitrag an ihr Ende gelangt. Wir bedanken uns bei Johannis R. Jappen herzlich für seine eindrucksvollen Berichte aus dem fernen Nepal, die oft unter beschwerlichen Umständen zustande gekommen sind. So musste Johannis beim Übertragen der beträchtlichen Datenmengen jede Menge asiatische Gelassenheit aufwenden und so manchen westlichen Fluch unterdrücken, wenn mal wieder der eh schon tröpfelnde Upstream abriss und er sich erneut ins Netz wählen musste. Auch dafür Danke, Johannis und eine eine gute Rückkehr nach Deutschland!

Wir hoffen, dass Euch die Notizen aus Nepal gefallen haben und Ihr die Arbeit von Johannis weiterhin am Leben erhalten wollt. Unterstützt HOPE e.V. deshalb mit einer Spende über Paypal oder per Banküberweisung auf das Vereinskonto.

Heute landete eine Mail von Mahret in unserem Postfach. Mahret ist Kunst- und  Modejournalistin in Hamburg und betreut mit der in New York lebenden Kathrin (Designerin und Modejournalistin) das beim OTTO-Konzern angesiedelte Fashion-Blog.

Mahret lud uns ein, bei der Blogparade Green Glamour mitzumachen, einer Umfrage unter Bloggern zum Thema Mode.

Unser aller Thema soll “Green Glamour” sein – gut aussehen und dabei Gutes tun, ein Thema von höchster Aktualität und Facettenvielfalt. man denke nur an an die vielen neuen Designer, die mit Biobaumwolle arbeiten, an Handtaschen aus ungewöhnlichem Recyclingmaterial, fair gehandelte Accessoires oder Mode aus innovativen Projekten, die Planet und Mensch gleichermaßen berücksichtigen …

Jeder Teilnehmer schreibt nach eigenem Gutdünken und Vorstellungen. So werden sich an diesem Tag in sämtlichen deutschsprachigen (Mode)-Blogs die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen finden zu Mode, die ästhetischen und ethischen Ansprüchen genügt. Lifestyle und sinnvolles Handeln: ein Widerspruch in sich oder geht das eine am Ende auf Dauer gar nicht ohne das andere?

Wer sich auch nur ein wenig mit Sheng Fui beschäftigt, wird schnell bemerken, dass uns sehr an einer neuen Ästethik gelegen ist. Dies betriff sowohl die Ästhetik des Seins als auch die Ästethik des Scheins.

Dabei achten wir streng darauf, dass alle unsere Produkte aus radikal-ökologischer Produktion stammen. Und im Gegensatz zu anderen Unternehmen im Textilsektor verwenden wir für Anproben nur menschliche Modelle und befestigen unsere Konfektionsstücke bei Fashionshows nur mit hautfreundlichen Akupunkturnadeln an unseren Models.

Bei unserem ersten Green-Glamour-Modell aus der Office-Reihe handelt es sich um das Ensemble  “Horst”. Horst trägt ein mit einer Chiatsu-Essenz gestärktes Oberhemd aus feinster Bio-Organza des Seidenspinners mit paspelierten Aufschlägen. Die spanische Fliege im schicken ravenblack stammt aus schonender Freilandhaltung.

Horst trägt dazu eine Weste aus feinstem gebleichten Chinadamast aus merzerisierter Ziegenwolle mit einer Spur Esostan(C). Dabei handelt es sich um eine äußerst dehnbare und wasserfeste Kautschukfaser, welche dafür sorgt, dass unser Horst in jeder Situation beweglich und abwaschbar ist.

Nun kommen wir zu unserem Green-Glamour-Model Erwin, das mit einem in Deutschland gefertigten Flanellhemd aufwartet. Dazu bedienen wir uns der traditionellen Webekunst der Firma Drosselmann, Nürtingen, welche als einziger Hersteller im Inland über das nötige Knowhow zum Verarbeiten des feinen Stoffs verfügt. Drosselmann hat ein Beschäftigungsmodell gefunden, bei dem mehrere hundert Arbeiterinnen aus dem Hartz-4-Segment in attraktive 400-Euro-Beschäftigungsverhältnisse übernommen werden konnten. Diese Frauen übernehmen das aufwändige Walken des Stoffes und die Färbung in Holzbottichen mit öko-zertifizierter Farbe.

Das Leder für die zeitlos elegante Weste wird direkt aus Asien beschafft und erfüllt die strengen Bedingungen der Sheng-Fui-Zertifizierung nach ESO 1552. So erfolgt der Gerbeprozess durch naturnahes Auftragen von Urin (“Bepinkeln”) im Ursprungsland. Bei unseren regelmäßigen Besuchen beim Erzeuger achten wir darauf, dass für diese Arbeit keine Kinder herangezogen werden.

Das Schwein ist nicht Schuld, dass sein Hals kürzer ist als der der Giraffe. Die Giraffe kann nichts dafür, dass sie nicht Seil tanzen kann.

Tse-Tang, der Ältere aus “Goldene Weisheiten des Sheng Fui”

Meister Wang und die Entstehung des Feng-Shuis: Staffel 2 – Teil 1

Miezuki flog laut kreischend in hohem Bogen davon. Sein wuchtiger Einschlag inmitten des Büffets war nicht nur sehenswert, sondern widerlegte auch die volkstümliche Legende, wonach eine Katze immer auf ihren Pfoten lande.

Eigentlich waren Miezukis Pfoten der letzte Körperteil, der auf dem marmornen Tableau aufschlug. Meister Wang erinnerte die ungelenke Eintauchphase – Kopf voran in den Prozellanwald aus halb geleertem Geschirr – an die lustigen Springer, die alljährlich im örtlichen Freibad vom Vier-Meter-Dach des Bademeister-Pavillons ihre scheinbar tölpelhaften Künste zeigten. Wobei hier zwar von Tölpelhaftigkeit, aber mangels nachgiebigem Untergrund nicht von Eintauchen die Rede sein konnte.

Meister Wang hatte erst letzte Woche fasziniert beobachtet, wie ein blindes Hörnchen mit Gehstock beim Überqueren der Straße von einem rasenden Ochsenkarren überfahren wurde. Das Geräusch, das Miezukis aufgeblähtem Körper durch die schlagartige Bremsung auf dem Eintauchhorizont der ziselierten Marmorplatte entwich, glich dem des platzenden Nagers, war allerdings deutlich intensiver.

Bevor Meister Wang über weitere akustische Ähnlichkeiten zu Geräuschen sinnieren konnte, die Missis Wang entwichen, wenn sie sich allabendlich mit einem jäh erwachten, apokalyptischem Kuschelbedürfnis derart schwungvoll in ihre Matratzen fallen ließ, dass er seine scheintote Fötalhaltung am äußersten Rand der anderen Bettseite nur unter Einsatz fortgeschrittener Techniken aus Tse Tsangs kleiner Mediationsfibel (“Chakra, Nada Brahma, Latihan und Pustekuchen – Atmen für Profis”) aufrechterhalten konnte, fesselte ein anderes Geschehen seine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Angesichts des durch Miezukis massiven Einschlag verursachten Artilleriebeschusses duckte sich Mai Ling im letzten Augenblick unter den geschnetzelten Resten verschiedensten Federviehs und einer anschwappenden Soßenkaskade hinweg, stolperte dabei jedoch mit ihren hochhackigen Hufeisen rückwärts über eine der ausgestopften Mastdoggen.

Die Schwerkraft und die im Dekolleté nur unzureichend gesicherte Schwungmasse taten ihr Übriges. Wus ebenso stark geschminkte, wie eng geschnürte Gespielin plumpste mit einem hochfrequenten Quieken breitbeinig in ein kunstvolles Arrangement vergoldeter Bonsais.

Angesichts dieser Einblicke schwor sich Meister Wang, für alle Fälle in Zukunft niemals im Minirock und ohne Unterwäsche aus blickdichter Haspelseide auszugehen.

Vor einiger Zeit haben wir unseren Hausjuristen beauftragt, eine Distanzierungsklausel zu entwickeln, welche uns von der Haftung für Links frei stellt. Wir haben dazu einen so genannten “Disclaimer” entwickelt, den wir auch anderen, nach Rechtssicherheit suchenden Webmastern zur Übernahme empfohlen haben:

Mit Urteil vom 13. Juli 2003 – AZ 512 O 85/98 – “Haftung für Links” hat das Landgericht Offenbach entschieden, dass man durch einen Verweis auf ein anderes Dokument innerhalb eines Hypertextes die betroffene Seite linkt. Dies Linken kann – so das Landgericht – nur dadurch verhindert werden, indem man hinsichtlich der Inhalte der gelinkten Seiten ausdrücklich seine Betroffenheit äußert.

Hiermit äußern wir im Hinblick auf die Inhalte wie auch auf die Macher der von www.sheng-fui.de gelinkten Inhalte unsere äußerste Betroffenheit!

Auch Blogger Daniel W. Schneider hat das Thema für sich entdeckt und unter dem Titel “Das Märchen vom Link-Urteil” einige interessante Informationen zusammen gestellt.

Auf der Seite “Anti-Disclaimer“, die wir ausdrücklich zur Lektüre anempfehlen, hat Daniel nun einige Alternativen zur berühmten Linkhaftung-Freistellungsformel zusammengefasst zu denen er auch unseren Disclaimer zählt. Die lesenswerte Übersicht wird von den folgenden Worten eingeleitet: “Der Irrsinn und Witz um das falschverstandene Linkurteil bietet nicht nur Raum für Aufklärung und Diskussion, sondern auch für kreative Auseinandersetzung. Auch an anderen Stellen des Netzes haben sich Alternativvorschläge oder ganz persönliche Methoden entwickelt, wie man mit der „Linkhaftung“ umgehen kann…

Wir freuen uns, dass wir in diese Liste aufgenommen wurden und damit zur Rechtssicherheit abmahngefährdeter Webmaster beitragen konnten.

Vertreiben Sie sich die lange Zeit bis zur Wiedergeburt: HIER das große bunte Sheng-Fui-Buch bestellen.